Veranstaltungsdienstleister ruft zur "Night of light" auf

"Live" wendet sich in einem offenen Brief an Finanzminister Gernot Blümel, um auf die nach wie vor drastische Situation der Branche hinzuweisen und möchte mit einem europaweiten Lichtermeer ein Zeichen für Solidarität setzen.

"Live" weist darauf hin, dass die aktuellen Öffnungsschritte zwar die ersten wirtschaftlichen Impulse für Teilbereiche der Gastronomie und Hotellerie geben. Für Veranstaltungsdienstleister würde dies jedoch in den nächsten Monaten noch wenig Auswirkung haben, da die Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit und damit einhergehend das Lukrieren von Umsätzen, um die typische Vorlaufzeit von rund acht Monaten verzögert sein würde.

Dies bestätige auch eine Studie des Economica Institutes für Wirtschaftsforschung von September 2020 in der die Vorlaufzeiten für Veranstaltungen in Korrelation zum Umsatz folgendermaßen kategorisiert wurden:

  • Mehr als 12 Monate: rund 35 Prozent des Umsatzes
  • 6 bis 12 Monate: rund 30 Prozent des Umsatzes
  • 3 bis 6 Monate: rund 20 Prozent des Umsatzes
  • Bis zu 3 Monate: rund 15 Prozent des Umsatzes

Ein erheblicher Anteil dieser Branche könne aufgrund dieser Vorlaufzeiten nicht von einer normalen Geschäftstätigkeit ausgehen. Insbesondere Indoor-Veranstaltungen im Business-Kontext – wie beispielsweise Firmenfeiern, Messen oder Kongresse – oder internationale Formate werden auch bei positiv prognostiziertem Impffortschritt im Herbst weiterhin nur mit Restriktionen durchgeführt werden können.

Die hohen Zusatzkosten durch die erforderlichen Präventionsmaßnahmen für Präventionskonzepte, Covid-Beauftragte, eine digitalisierte Form der Einlasskontrolle, den Personalaufwand für Datenverwaltung und zusätzliche Hygiene-, Sicherheits- und Logistikanforderungen sind aktuell von den Veranstalterinnen und Veranstaltern zu tragen und würden die ursprünglichen Formate unrentabel machen.

Die Veranstaltungsbrache im Rampenlicht

Die "Night of light" setzt ein flammendes Signal für das Überleben der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Die Welt ist weit im zweiten Pandemiejahr, die Event- und Kulturschaffenden sind seit 15 Monaten nahezu ununterbrochen im Lockdown. Deshalb will der Dienstleister, gemeinsam mit Nachbarländern, für alle Betroffenen am 22. Juni ein Zeichen der Solidarität setzen – mit dem Ziel, für die Beschäftigten in unserer Branche eine planbare Perspektive und die noch notwendigen wirtschaftlichen Maßnahmen einzufordern! (sk)

Den gesamten offenen Brief an den Finanzminister finden Sie hier.

www.livecom.at

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV