Online, hybrid oder doch live?

Fachgruppenobmann Jürgen Bauer sowie Expert:innen aus den Bereichen Events, Onlinemeetings und Messewesen diskutierten über das Veranstaltungswesen nach Corona.

"Online ist gekommen um zu bleiben. Livestreaming ist kein Ersatz für Livemarketing. Hybriden Events gehört die Zukunft, nicht zuletzt deshalb, weil sie auch jenen, die eine Veranstaltung vor Ort nicht besuchen wollen oder können, die Teilhabe ermöglichen" – Das sind die wesentlichen Ergebnisse des dritten Virtuellen Branchentalks der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien zum Thema "Veranstalten nach Corona – online, hybrid oder doch live?" unter der Leitung von Sigrid Neureiter-Lackner.

Neben Fachgruppenobmann Jürgen Bauer waren als Talkgäste Elisabeth Biedermann, Director Brand & Corporate Communication RX (Reed Exhibitions) Austria & Germany, und Wolfgang Peterlik, Vorstandsmitglied emba (Event Marketing Board Austria), ins Livestreaming-Studio gekommen. Aus Graz zugeschaltet war Magda Bleckmann, Expertin für einen starken Online-Auftritt.

Die Lockdowns als Treiber der Digitalisierung?

Fachgruppenobmann Bauer sieht einen Fortschritt im Digitalbereich durch Corona, weist aber gleichzeitig auf die Bedeutung von persönlichem Kontakt hin: "Das größte Learning ist, dass vieles auch digital möglich ist, andererseits aber auch, dass es in einem People-Business wie dem unseren ohne Menschen nicht geht. Das Schöne daran ist, dass man dieses Zusammenkommen wieder mehr wertschätzt als früher."

Magda Bleckmann plädierte dafür, die im Zuge von Corona erworbenen Skills für Online-Meetings weiter auszubauen, denn diese Fähigkeiten würden in Zukunft mehr gefragt sein denn je. "Machen Sie sich fit für Online-Meetings, denn es wird für jeden von uns wichtig sein, sich auch online gut zu präsentieren", so die Expertin.

Hybrid ist kein kurzzeitiges One-Way-Ticket

"Der hybride Gedanke ist kein kurzzeitiges One-Way-Ticket von der analogen Messe in die digitale Welt, sondern ein Konstrukt, das unser Geschäftsmodell nachhaltig verändern wird. Es geht darum, die Interessen der Besucher:innen in den Mittelpunkt zu stellen, Themen und Trends ganzjährig zu kuratieren, Kontakte herzustellen, eben die Rolle eines Vermittlers einzunehmen", erklärte Elisabeth Biedermann von den seit kurzem unter der neuen Brand RX auftretenden Reed Exhibitions. Rein digitale Messen funktionieren für sie nicht, weil sie weder die Erwartungshaltung der Ausstellenden noch die der Besucherinnen und Besucher erfüllen.

Wolfgang Peterlik, selbst Inhaber der Livemarketing-Agentur pi-five ist von Präsenz-Veranstaltungen überzeugt: "Livemarketing hat als einziges Kommunikationsinstrument den USP, alle fünf Sinne gleichzeitig anzusprechen. Es kann daher nicht durch Livestreaming ersetzt werden. Aber einen Event auch online zu übertragen, wird durch Corona viel verpflichtender. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, zwischen der Teilnahme vor Ort oder online wählen zu können."

Impulse und Vernetzungsmöglichkeiten

"Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, als Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Themen aufzugreifen, die die Branche bewegen. Das Interesse war diesmal besonders breit. Wir hatten Teilnehmende aus den Bereichen Messe, Events und Kommunikation bis hin zu Tourismus, Wissenschaft und Kunst aus verschiedenen Regionen Österreichs, aus Deutschland und aus Tschechien. Ich bin überzeugt davon, dass wir auf ein Wirtschaftswunder zugehen. Daher ist es mir ein Anliegen, unseren Mitgliedern solche Veranstaltungen anzubieten und damit auch Impulse und Vernetzungsmöglichkeiten über die eigene Branche hinaus zu schaffen", so das Resümee von Fachgruppen-Obmann Jürgen Bauer. (red)

www.werbungwien.at

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