Keine Gratis-Pizza mehr für "Karen"

Nach heftiger Kritik stellt Domino's fragwürdige Marketing-Aktion ein.

Dieser Werbegag war ein Griff ins Klo: Domino's hat auf den heftigen Gegenwind reagiert, den ein sonderbares Angebot der Pizzakette bekommen hat und eine Aktion, bei der Frauen namens Karen gratis Pizza bekommen, eingestellt. Der Hintergrund: Der Name "Karen" ist besonders im englischen Sprachraum mit einer negativen Konnotation behaftet. In den letzten Jahren wurde zum Symbol für weiße Frauen mittleren Alters, die als privilegiert und rassistisch gelten.

Gratispizza für "alle (netten) Karens"

Der Neuseeland-Ableger von Domino's wollte "netten Karens" eigenen Angaben zufolge eine Pause von der „ganzen Negativität" geben. Mit den Worten "An alle (netten) Karens" verkündete die Fast-Food-Kette das Werbeangebot auf ihren australischen und neuseeländischen Social-Media-Kanälen. Jene Personen namens Karen sollten Domino's in 250 Worten erzählen, warum gerade sie zu den "Netten" zählen. Der Name sei zu einem Synonym für jemanden, der "selbstsüchtig ist und sich gerne beschwert", so der Marketingchef der Region, Allan Collins, über das Angebot. Was einst ein witziges Meme war, sei inzwischen zu einer ziemlichen Beleidigung geworden, so Collins. "Naja, heute nehmen wir den Namen Karen zurück."

Shitstorm im Netz

Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten – schnell erntete die Aktion heftige Kritik im Netz: "Wenn ein paar Leute, die tatsächlich Karen heißen, ein Meme nicht aushalten können, dann sollten sie einmal versuchen, 400 Jahre der Unterdrückung auszuhalten", sagte etwa ein User auf Twitter. "Bitte Domino's, hört auf. Karens fragen nach dem Manager und tun ihr Möglichstes, dass Geringverdiener entlassen werden. Karens bringen Leute in Gefahr, indem sie es ablehnen, Masken zu tragen. Karens brauchen eure Verteidigung nicht", schreibt ein anderer mit Anspielung auf Vorfälle, die in den letzten Wochen und Monaten publik wurden und weiße Frauen involvierten.

Domino's entschuldigte sich daraufhin auf Facebook. Man habe bloß „ein Lächeln auf das Gesicht unserer Kunden, die das Richtige tun – Karen die Krankenschwester, Karen die Lehrerin, Karen die Mutter –, zaubern" wollen, hieß es. Auf den australischen Social-Media-Kanälen des Unternehmens war das Angebot nach wie vor zu finden. (red)

www.dominos.at

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