Fotos von der CEOs For Future-Veranstaltung
Digitale Souveränität soll Österreichs Wirtschaft widerstandsfähiger machen

Bei einem Hintergrundgespräch diskutierten CEOs For Future, der Climate Business Circle, IBM Österreich, Drei Österreich und Schiefer Rechtsanwälte darüber, warum digitale Infrastruktur, Automatisierung und KI zentrale Bausteine für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit sind.

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Muren oder Stürme verursachen zunehmend Schäden an Infrastruktur und treffen auch die Wirtschaft. Gleichzeitig würden notwendige Innovationen und Investitionen oft hinausgezögert, in der Erwartung, dass vergleichbare Ereignisse nicht erneut eintreten. Die aktuelle Industriestrategie der Bundesregierung (LEADERSNET berichtete hier, hier und hier) macht jedoch deutlich, dass digitale Technologien, moderne Infrastrukturen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz als entscheidende Hebel gelten, um den Wirtschaftsstandort Österreich und Europa zukunftsfähig zu halten.

Vor diesem Hintergrund luden CEOs For Future und der Climate Business Circle gemeinsam mit IBM Österreich, Drei Österreich und Schiefer Rechtsanwälte zu einem Hintergrundgespräch in Wien. Thema war "Digitale Souveränität Österreichs – Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz".

Transformation der Industrie und Rolle der Digitalisierung

Österreich und Europa stehen nach Einschätzung der Beteiligten vor einer grundlegenden Transformation, die durch geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise, Ressourcenknappheit und technologische Dynamik beschleunigt wird.
Christiane Brunner, Initiatorin des Climate Business Circle und Vorständin von CEOs For Future, betonte: "Starke und sichere Infrastruktur ist ein Grundpfeiler für einen starken österreichischen und europäischen Wirtschaftsstandort – das zeigen die jüngsten Ereignisse in Spanien und Berlin." Zudem hob sie hervor, dass für die Energieversorgung von Industrie und Wirtschaft die Infrastruktur aus- und umgebaut werden müsse und dass das digitale Netz dabei ebenso bedeutend sei wie das physische.

Digitalisierung werde dabei als Treiber der Energiewende gesehen, weil sie unter anderem datenbasierte Steuerung, intelligente Netze, Transparenz sowie Nachfrageflexibilisierung ermögliche.

Netzinfrastruktur als Basis für Resilienz und Wertschöpfung

Rudolf Schrefl, CEO von Drei Österreich, ordnete die Entwicklung auch mit Blick auf aktuelle Technologietrends ein. Der KI-Boom markiere aus seiner Sicht den Beginn einer besonders intensiven Digitalisierungsphase. "Der KI-Boom markiert den Beginn einer neuen, intensiven Phase der Digitalisierung", so Schrefl. 

Drei Österreich sehe sich dabei nicht nur als Anbieter kritischer Kommunikationsversorgung, sondern als Treiber für die digitale Transformation im Land. "Mit unserer hochmodernen Netzinfrastruktur stellen wir nicht nur die kritische Kommunikationsversorgung sicher, sondern sind der Motor für die digitale Transformation des Landes", sagte Schrefl. Damit solle eine Grundlage für "Wertschöpfung, Resilienz und internationale Wettbewerbsfähigkeit" geschaffen werden. Als Beispiele nannte er das digitale Wetterstationsnetz 2Drei Wetter" sowie IoT-Anwendungen für Ressourcenmanagement. Projekte wie diese würden zeigen, wie digitale Infrastruktur unmittelbar zur Erreichung von Klimazielen beitragen könne und außerdem die Sicherheit der Bevölkerung unterstütze.

Laut Drei investiere das Unternehmen in flächendeckende, leistungsfähige Netze und baue das dichteste digitale Wetterstationsnetz Österreichs auf. Dieses soll insbesondere Frühwarnsysteme, regionale Wetteranalysen und Maßnahmen zur Klimaanpassung unterstützen. Ergänzend würden IoT- und LoRaWAN-Technologien Anwendungen ermöglichen, etwa zur effizienteren Steuerung von Wasser, Energie oder Gebäudeklimatisierung.

KI soll Datensouveränität und Effizienz stärken

Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bezeichnete KI als zentrale Technologie für Wirtschaft und Widerstandsfähigkeit. "Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz", betonte Porak. Damit Unternehmen die Potenziale nachhaltig nutzen könnten, müssten sie laut Porak die Kontrolle über Infrastruktur, Daten und Modelle behalten. Er sagte, in Unternehmen würden deshalb verstärkt kleinere KI-Modelle wie Small Language Models eingesetzt werden, die mit eigenen Daten trainiert werden könnten. Diese seien in ihren Kernaufgaben leistungsfähig und gleichzeitig kostengünstiger zu betreiben, auch im Hinblick auf Energie und Infrastruktur.

IBM verweist auf den eigenen Einsatz von KI als sogenannter "Client Zero". Genannt werden Projekte in Bereichen wie Finanz, Procurement, IT-Support und HR. Durch KI, Hybrid Cloud und Automatisierung seien bis 2025 weltweit Produktivitätssteigerungen von 3,5 Milliarden US-Dollar erreicht worden, bei gleichzeitig hoher Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Rechtliche Leitplanken für digitale Entwicklung

Martin Schiefer, CEO von Schiefer Rechtsanwälte, stellte den rechtlichen Rahmen als notwendige Grundlage heraus. Er erklärte: Technologischer Fortschritt könne, bei verantwortungsvollem Einsatz, Resilienz und Handlungssicherheit schaffen. Man unterstütze Unternehmen dabei, diese Technologien zielorientiert einzusetzen. Schiefer betonte außerdem, es sei wichtig, "Brücken statt Mauern zu bauen – für eine internationale Zusammenarbeit." Zugleich werde Europa durch das Tempo in China und den USA stark gefordert. Die Kanzlei verweist auf Expertise in digitalen Technologien, Infrastrukturen, Automatisierung, KI sowie im Vergaberecht und Transformationsrecht. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Industriestrategie der österreichischen Regierung Änderungen bei Vergabeschwerpunkten in Österreich und Europa ankündige.

Digitalisierung als Auftrag an Wirtschaft und Politik

Für CEOs For Future und den Climate Business Circle steht fest, dass Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz eng mit Digitalisierung verbunden sind, insbesondere durch digitale Technologien, Infrastruktur, Automatisierung und KI. Christiane Brunner sagte abschließend, die Transformation solle als starke Stimme aus der Wirtschaft vorangetrieben werden und betonte dabei den Fokus auf Österreich und Europa.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen. 

www.ceosforfuture.at

www.schiefer.at

www.ibm.com

www.drei.at

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