Am Mittwochvormittag veröffentlichte die Wirtschaftsagentur Wien ihre Bilanz für das Jahr 2025, in der die Standortagentur der Stadt Wien eine Bilanz über ihre Förder- und Beratungsaktivitäten zieht. Demnach seien im vergangenen Jahr durch Förderungen und lokale Angebote der Wirtschaftsagentur Investitionen von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro in Wien angestoßen worden. Rund 172 Millionen Euro seien auf direkte Fördermittel entfallen, weitere etwa 330 Millionen Euro auf indirekte Effekte, etwa durch Immobilienbereitstellung und Beratungsleistungen. In diesem Zusammenhang seien 1.570 Arbeitsplätze entstanden. Besonders häufig seien Förderungen in den Bereichen Nahversorgung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) in Anspruch genommen worden.
"Die Vorjahresbilanz macht deutlich, welche Effekte gezielte Maßnahmen für den Wirtschaftsstandort Wien haben", so Wirtschafts- und Arbeitsstadträtin Barbara Novak, und betont, dass die gesetzten Impulse weit über die Stadtgrenzen hinaus spürbar seien. "Es liegt in unserer Verantwortung, Unternehmen aktiv zu unterstützen – von kleinen Nahversorgern bis hin zu innovativen Start-ups. Durch gezielte Investitionsanreize, umfassende Beratung und die Bereitstellung von Infrastruktur ermöglichen wir Wachstum, die Umsetzung von Innovationen und die Sicherung von Beschäftigung. So bleibt Wien ein starker, verlässlicher Wirtschaftsstandort, der Arbeitsplätze schafft, Zukunftstechnologien fördert und seine Position als führender Wirtschaftsstandort national und international weiter festigt", erklärt die Stadträtin.
Vom digitalen Raum bis ins Grätzl
Ein detaillierter Blick zeigt, dass die Wirtschaftsagentur Wien im vergangenen Jahr insgesamt 1.177 Projekte mit einer Summe von 48 Millionen Euro förderte. Rund jedes Zehnte davon beschäftigte sich hauptsächlich mit der Einführung oder Weiterentwicklung umfassender Digitalisierungsmaßnahmen im jeweiligen Unternehmen. Besonders stark sei die Zahl der geförderten Projekte rund um KI gewachsen – so wurden unter anderem Vorhaben unterstützt, die KI zur Automatisierung von Prozessen oder zur Entwicklung neuer Produkte nutzen.
Darüber hinaus habe man sich auch verstärkt mit der Förderung der Grätzlwirtschaft beschäftigt. "Für uns hat höchste Priorität, jene Wiener Betriebe in die Zukunft zu führen, die Waren und Dienstleistungen für die Menschen in Wien anbieten. Denn belebte Erdgeschosszonen prägen nicht nur das Straßenbild, sondern steigern die Attraktivität des gesamten Grätzls und sind zugleich eine internationale Visitenkarte für Wien", meint Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.
10.000 Beratungen durchgeführt
Zudem hebt er hervor, dass man Förderungen eng mit Beratungen verknüpfe, damit die Unterstützung auch wirklich dort ankommt, wo sie am meisten bewirken kann. So habe man im vergangenen Jahr rund 10.000 Beratungsgespräche mit Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen zu verschiedensten Themen geführt, 15 Prozent davon direkt vor Ort bei den Betrieben. "Kleine Unternehmen haben üblicherweise weniger Zeit und Personal für Planungsprozesse. Indem wir Förderung und Beratung eng miteinander verbinden und kostenlos anbieten, stellen wir sicher, dass die eingereichten Projekte gut aufgesetzt sind. Außerdem sind innovative Projekte oft komplex und technisch anspruchsvoll. Eine fundierte Beratung hilft den Betrieben, die Risiken ihrer geplanten Vorhaben realistisch einzuschätzen und ihre Konzepte entsprechend zu schärfen", erläutert Weiss.
Pilotprojekt der Kreislaufwirtschaft
Nicht zuletzt wies man bei der Bilanzpräsentation auf ein Projekt hin, das 2025 in die nächste Phase überging: die Biofabrique Vienna. Das von der Wirtschaftsagentur Wien initiierte Pilotprojekt vernetzt Akteur:innen aus Kreativwirtschaft, Forschung und Industrie, um nachhaltige Materialien und Farbstoffe aus bislang ungenutzten Ressourcen zu entwickeln. Im vergangenen Jahr entstanden gemeinsam mit der Färberei Fritsch erste Färbeergebnisse, zudem startete ein einjähriger Forschungsprozess mit drei österreichischen Universitäten. Ziel sei es, aus Lebensmittelabfällen und schnell wachsenden Pflanzen nachhaltige Farbstoffe zu gewinnen, die synthetische Alternativen ersetzen könnten. Erste Resultate, etwa aus Avocadokernen, Rotkrautresten und Staudenknöterich, wurden bei der Vienna Design Week 2025 präsentiert.
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