Umsetzung entscheidend
Climate Business Circle sieht in Industriestrategie Signal zum Anpacken

| Larissa Bilovits 
| 20.01.2026

Die Klimainitiative von CEOs for Future begrüßt das Maßnahmenpaket prinzipiell, mahnt allerdings, dass die Wirkung von einer raschen und gut durchdachten Umsetzung sowie parteiübergreifender Unterstützung abhänge. 

Vergangenen Freitag wurden alle Details der "Industriestrategie Österreich 2035" vorgestellt – dieses umfangreiche Maßnahmenpaket verfolge laut Regierung das Ziel, die industrielle Wertschöpfung in Österreich langfristig zu sichern und zu stärken. Die ersten Reaktionen aus Wirtschaft, Forschung und Interessenvertretungen fielen überwiegend positiv aus, betonten jedoch die Notwendigkeit rascher und praxisnaher Umsetzung (LEADERSNET berichtete). Am Dienstag nun meldete sich auch der Climate Business Circle, eine Initiative von CEOs for Future, zu Wort – und zwar mit durchaus lobenden Worten.

Ansätze gut, aber Umsetzung entscheidend

"Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage ist die Industriestrategie der Bundesregierung ein starkes und wichtiges Signal. Entscheidend ist die Umsetzung, und da gilt es jetzt gemeinsam anzupacken", begrüßt Christiane Brunner, Initiatorin des Climate Business Circle und Vorständin CEOs for Future, die Industriestrategie der Bundesregierung, und ergänzt: "Auch wenn wir uns eine Strategie mit einer Vision über 2035 hinaus mit klarer Positionierung als Vorreiter in der Dekarbonisierung gewünscht hätten, finden wir uns in vielen Punkten der Strategie wieder."

Besonders positiv hervorzuheben sei die Erhöhung von Forschungsprämien und Investitionsfreibeträgen für die ökologische Transformation, ebenso wie das klare Bekenntnis zur Energiewende als Standortfaktor. Lobende Worte findet die Initiative zudem für den Fokus auf E-Mobilität, das Öffnen der Möglichkeiten von CCUS und Ansätze zur ganzheitlichen Infrastrukturplanung sowie die Schwerpunkte im Bereich Arbeitskräfte, Digitalisierung, die Senkung von Lohnnebenkosten und den "Made in Europe"-Fokus. "Das vermittelt Stärke und kann ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft sein", so Brunner und ergänzt: "Strategien gibt es viele, die Wirkung hängt natürlich von der Umsetzung ab."

Parteiübergreifende Unterstützung und raschere Genehmigungsverfahren

"Damit CO₂ künftig in Österreich im Untergrund gespeichert werden kann, braucht es nicht nur rasch eine gesetzliche Grundlage, sondern auch eine breite, parteiübergreifende Unterstützung für die Umsetzung", bestärkt auch Haimo Primas, CEO von Holcim Österreich und Mitglied der Initiative. Weiters ergänzt er, dass man die Einführung eines Industriestrompreises begrüße, doch: "Die Finanzierung sollte aber nicht durch diejenigen erfolgen, die auch die Energiewende finanzieren sollen. Wir regen an, die Einnahmen aus den Emissionszertifikaten der Industrie oder kontraproduktive (fossile) Förderungen als Finanzierungsquelle für die Unterstützung der Industrie zu nutzen."

Überdies weist Brunner darauf hin, dass schnellere und effizientere Genehmigungsverfahren für alle Branchen ein entscheidendes Thema seien: "Klare bundesweit einheitliche Regelungen und bessere Verfahren für alle Schlüsseltechnologien sind sinnvoll. In der Umsetzung muss aber unbedingt die Ressourcenausstattung in den Behörden berücksichtigt werden, die jetzt schon der Hauptengpass ist. Ohne Aufstockung der Ressourcen führen Verfahrensvereinfachungen für mehr Bereiche nämlich eher zu weiteren Staus."

Zusammenarbeit bei der Umsetzung gefordert

Was jedoch fehle, sei laut Brunner ein Gesamt-Dekarbonisierungsplan für die Industrie: "Gerade wenn Gratiszertifikate verlängert werden, muss das im Einklang mit einem Gesamtplan, der sich auf die bestehenden EU und nationalen Zielsetzungen stützt, passieren, damit die Industrie klare Anreize für Investitionen in ihre Wettbewerbsfähigkeit über 2035 hinaus hat. Das ist in der Umsetzung unbedingt zu berücksichtigen", appelliert Brunner, und resümiert abschließend: "Die Bundesregierung hat einen wichtigen Schritt gesetzt. In der Umsetzung sind wir jetzt alle gefordert – Bundesländer, Sozialpartner, Interessenvertretungen aus allen Bereichen. Ich wünsche mir, dass wir im Sinne des Paris Spirit aufeinander zugehen, das gemeinsame Ziel vor Einzelinteressen stellen, damit die Entscheidungen für die Umsetzung rasch und zielfokussiert fallen können."

www.ceosforfuture.at

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