Im Rahmen der Wirtschaftsstrategie 2030+
Hanke und Mikl-Leitner wollen NÖ als Raumfahrtstandort weiter stärken

| Larissa Bilovits 
| 09.03.2026

Niederösterreichs Landeshauptfrau und der Innovations- sowie Weltraumminister trafen sich zu einem Arbeitsgespräch über die neue "Wirtschaftsstrategie" des Bundeslandes. Im Fokus stand dabei insbesondere die gezielte Förderung der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Im Landhaus St. Pölten kamen kürzlich NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bundesminister Peter Hanke zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei die neue "Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+", die erst vor wenigen Tagen vorgestellt wurde (LEADERSNET berichtete) und eng mit der Industriestrategie des Bundes verzahnt ist. Ziel des Strategiepapiers sei es, den Standort langfristig zu stärken, Innovationskraft zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit sowie Arbeitsplätze im Land abzusichern.

Niederösterreich als etablierter Standort für Luft- und Raumfahrt

Im Mittelpunkt der Strategie stehen klar definierte Schlüsseltechnologien und Stärkefelder, wie etwa die Luft- und Raumfahrt. Diese Industrie gilt weltweit als dynamischer Wachstumsmarkt, in dem sich Niederösterreich in den vergangenen Jahren als bedeutender Standort für innovative Weltraumtechnologien etabliert habe. Mit den Space Hubs in Schwechat und Wiener Neustadt werden die diesbezüglichen Aktivitäten gezielt gebündelt und weiterentwickelt. Gerade Wiener Neustadt hat sich als wichtiger Luftfahrtstandort etabliert: Unternehmen wie Diamond Aircraft Industries, Airborne Technologies und Schiebel sichern dort mehr als tausend hochqualifizierte Arbeitsplätze. Parallel entsteht am Flughafen Wien-Schwechat mit dem Space Hub ein international sichtbares Zentrum mit direktem Zugang zu Programmen der European Space Agency (ESA). Einrichtungen wie das erste österreichische ESA Phi Lab sowie Unternehmen wie Enpulsion und R-Space würden dabei die Rolle Niederösterreichs als europäischer Exzellenzstandort für Raumfahrttechnologien unterstreichen.

Ein gutes Beispiel dafür sei unter anderem auch der jüngste Erfolg des Start-ups Gate Space, ein Spin-off der TU Wien mit Standorten am Flughafen Wien und dem Hafen Wien, das federführend an der Entwicklung von Österreichs erstem militärischem Satelliten beteiligt war (LEADERSNET berichtete) – ab Februar 2027 soll das Projekt "Beaconsat" die Erkennung von Störsendern testen.

Zukunftstechnologien mit hoher Wertschöpfung

"Mit unserer Wirtschaftsstrategie 2030+ setzen wir gezielt auf Zukunftstechnologien mit hoher Wertschöpfung", betonte NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Rahmen des Arbeitsgesprächs. Demnach biete die Luft- und Raumfahrt enorme Chancen für Niederösterreichs Betriebe: "Wir sind in Teilbereichen bereits auf Weltklasseniveau, etwa wenn Satelliten mit Antriebstechnologie aus Niederösterreich international zum Einsatz kommen. Deshalb investieren wir konsequent in Förderprogramme, Infrastruktur und Standortentwicklung, um den Aerospace-Sektor nachhaltig zu stärken und zusätzliche hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen."

Und auch Innovations- und Weltraumminister Peter Hanke unterstrich: "Österreichs Weltraumunternehmen sind hochinnovativ, verlässlich und international wettbewerbsfähig. Raumfahrt ist zugleich Innovationsmotor, Technologietreiber und Türöffner zu internationalen Märkten. Daher war es mir so wichtig, Österreichs Beitrag zur European Space Agency (ESA) durch Umschichtungen in meinem Ministerium und eine neue Schwerpunktsetzung zu erhöhen. Dies ist auch gelungen: insgesamt konnten wir unseren Beitrag auf 340 Millionen Euro erhöhen." Konkret stieg der finanzielle Beitrag Österreichs zu den Programmen der ESA für den Zeitraum 2026 bis 2028 von 260 um 80 Millionen auf insgesamt 340 Millionen Euro. Laut Hanke handle es sich dabei um "gut investiertes Geld", da die Mittel direkt den heimischen Unternehmen zugutekommen würden. "Gate Space ist dafür ein gutes Beispiel: Das Unternehmen wurde mit 500.000 Euro aus den BMIMI-ESA Mitteln unterstützt, die über die FFG vergeben wurden. Die verstärkte Beteiligung an ESA-Programmen bringt Aufträge, Know-how und Wertschöpfung, und stärkt damit gezielt Regionen mit hoher Technologiekompetenz wie Niederösterreich."

www.noe.gv.at

www.bmimi.gv.at

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