Mit einer Lade-Offensive und dem Ausbau seiner Marktpräsenz will der chinesische Autohersteller die E-Mobilität weiter beschleunigen. Nun wurden aktuelle Marktdaten, Pläne für Österreich, neue Elektro- & Hybridmodelle sowie eine ultraschnelle Ladetechnologie präsentiert.
BYD verstärkt seine Expansion in Österreich und Europa. Bei einem Launch-Event am 10. März im Trainingscenter des chinesischen Automobilherstellers in Wiener Neudorf präsentierte das Unternehmen vor Medienvertreter:innen neue Modelle der Atto-Reihe sowie aktuelle Marktdaten und strategische Pläne für den heimischen Markt. Ebenfalls im Zentrum der Präsentation stand eine technologische Entwicklung: die neue Flash-Charging-Technologie, die Ladezeiten von Elektrofahrzeugen deutlich verkürzen soll.
BYD möchte heuer mehr als 10.000 Autos verkaufen
Danijel Dzihic, Managing Director von BYD in Österreich, verwies auf die dynamische Entwicklung der Marke im heimischen Markt. Die Zahl der Zulassungen sei seit dem Markteintritt deutlich gestiegen, für das Jahr 2026 peile das Unternehmen erstmals ein fünfstelliges Fahrzeugvolumen auf Österreichs Straßen an. Als Erfolgsfaktoren nannte er unter anderem ein wachsendes Händlernetz, den Fokus auf Kund:innen sowie eine konsequente Wachstumsstrategie. Zudem betonte der Managing Director, dass das Wachstum nachhaltig sei und ohne Tricks (viele Tageszulassungen, Export etc.) erreicht werde. 60 Prozent der BYD-Käufer:innen sind hierzulande Privatpersonen.
Auch der Ausbau des Vertriebsnetzes spielt in der Strategie eine zentrale Rolle. Laut Daniel Jäger, COO sowie Head of CX, Sales & Network Development, soll die Händlerstruktur in Österreich weiter verdichtet werden. Während 2024 noch 19 Standorte rund 70 Prozent der Bevölkerung abdeckten, wuchs das Netz 2025 auf 40 Händler:innen (95 %). Für 2026 seien mehr als 50 Standorte geplant. Ziel sei es, dass jede:r Österreicher:in einen BYD-Standort innerhalb von rund 30 Minuten erreichen könne, so Jäger.
Parallel baut der Hersteller sein Service- und Finanzierungsangebot aus. Mehr als fünfzig Prozent der in Österreich verkauften BYD-Fahrzeuge würden bereits über Leasingmodelle finanziert, erklärte das Unternehmen. Zudem ist ab April 2026 eine eigene Versicherungslösung in Kooperation mit Raiffeisen und Uniqa geplant.
Neun Minuten für fast volle E-Auto-Batterie
Technologisch setzt BYD stark auf neue Lösungen für besonders schnelles Laden von Elektrofahrzeugen. Herzstück ist die Kombination aus der neuen, hauseigenen Blade Battery 2.0 und einem sogenannten Flash-Ladesystem mit einer Ladeleistung von bis zu 1.500 Kilowatt.
Nach Unternehmensangaben kann eine Batterie damit von zehn auf 70 Prozent in etwa fünf Minuten geladen werden. Eine Ladung von zehn auf 97 Prozent soll rund neun Minuten dauern. Selbst bei Temperaturen von minus dreißig Grad Celsius könne eine Batterie von 20 auf 97 Prozent in etwa zwölf Minuten geladen werden.
Die zweite Generation der Blade Battery basiert auf mehreren technischen Neuerungen, darunter ein optimiertes Ionentransportsystem mit speziell entwickelten Kathoden-, Elektrolyt- und Anodenstrukturen. Dadurch soll der Innenwiderstand reduziert und die Wärmeentwicklung beim Laden verringert werden. BYD hebt zudem die Sicherheitsaspekte hervor: Der Akku habe umfangreiche Tests bestanden, darunter einen kombinierten Schnelllade- und Durchdringungstest ohne thermisches Durchgehen oder Brandentwicklung.
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist eine neue Ladeinfrastruktur. Der sogenannte Flash Charger erreicht laut Hersteller eine Leistung von bis zu 1.500 Kilowatt und wird durch Energiespeichersysteme ergänzt, die Strom zwischenspeichern und so das Stromnetz entlasten sollen. In China seien bereits mehr als 4.000 dieser Stationen installiert, bis Ende 2026 sollen rund 20.000 Ladepunkte entstehen. Langfristig plant BYD auch einen internationalen Ausbau. Für Europa sind 3.000 eigene Ladepunkte geplant, in Österreich sollen es mehr als 100 werden. Die Suche nach geeigneten Standorten laufe bereits.
Hierzulande ist noch etwas Geduld gefragt. Denn die neue Blade Battery kommt zunächst im BYD-Luxusableger Denza Z9 GT zum Einsatz. Dieser wird hierzulande ab dem zweiten Quartal 2027 erhältlich sein. Danach wird die schnelle Ladetechnologie nach und nach auch in den normalen BYD-Modellen eingeführt. Bis zum breiten Rollout werde das noch rund 18 bis 24 Monate dauern. Diese Zeit wolle man nutzen, um das eigene Ladenetzwerk aufzubauen, hieß es im Rahmen der Präsentation.
Lokalisierung und Ausbau in Europa
Neben technologischen Entwicklungen betonte das Unternehmen auch seine Investitionen in Europa. Oliver Mandl, Head of Product Austria & Hungary bei BYD Europe, erklärte, der Hersteller halte am europäischen Markt fest und arbeite mit hoher Geschwindigkeit an der Lokalisierung seiner Produktion.
Ein zentraler Baustein sei ein neues Werk im ungarischen Szeged, wo die Testproduktion Anfang 2026 begonnen habe. Die Serienproduktion sei für das zweite Quartal 2026 geplant. Positiv für Österreich: der Linzer Stahlkonzern voestalpine fungiert dabei als wichtiger Zulieferer (LEADERSNET berichtete). Zusätzlich baut BYD in Budapest einen Forschungs- und Entwicklungsstandort auf, um Produkte stärker an europäische Anforderungen anzupassen.
Neue Modelle im Portfolio
Im Rahmen der Präsentation stellte BYD auch neue Fahrzeuge für den europäischen Markt vor.
Der Atto 3 EVO, eine weiterentwickelte Version des bisherigen Bestsellers der Marke, erhält unter anderem eine größere Batterie mit 74,8 Kilowattstunden sowie eine moderne 800-Volt-Architektur. Dadurch soll das Modell mit bis zu 220 Kilowatt Gleichstrom laden können; der Ladevorgang von zehn auf achtzig Prozent dauert laut Hersteller rund 25 Minuten. Die heckgetriebene Version leistet 313 PS (230 kW) und beschleunigt in 5,5 Sekunden von null auf hundert km/h. Die Allradversion kommt auf eine Systemleistung von 449 PS (330 kW) und erreicht den Sprint auf hundert km/h in 3,9 Sekunden. Die Reichweite liegt je nach Variante bei bis zu 510 Kilometern nach WLTP.
Der ebenfalls präsentierte Atto 2 DM-i nutzt die sogenannte Super-Hybrid-Technologie des Herstellers. Das kompakte SUV kombiniert einen Elektromotor mit einem speziell entwickelten 1,5-Liter-Benzinmotor und ermöglicht dadurch sowohl rein elektrisches Fahren als auch Hybridbetrieb. Die Systemleistung beträgt je nach Version bis zu 212 PS (156 kW), das maximale Drehmoment des Elektromotors liegt bei 300 Newtonmetern. Die rein elektrische Reichweite beträgt bis zu 90 Kilometer nach WLTP, während die kombinierte Gesamtreichweite laut Hersteller bis zu 1.000 Kilometer erreichen kann.
Fazit
Abschließend bleibt festzuhalten, dass BYD mit den neuen Modellen sowie der neuen Flash-Ladetechnologie seine Position im europäischen und österreichischen Markt weiter stärken will. Nach Einschätzung des Unternehmens könnten besonders schnellere Ladezeiten dazu beitragen, eine der zentralen Hürden der Elektromobilität zu reduzieren.
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