Video und Fotos vom PEK-Jahresauftakt
Forschungs- und Innovationsgeist aus Wirtschaft und Industrie sind gefragt

Beim Neujahrsempfang der Plattform Erneuerbarer Kraftstoffe (PEK) erging neuerlich ein Appell an die Politik nach einheitlichen Rahmenbedingungen. LEADERSNET.tv fragte bei Branchenprofis nach, was sie sich von den politischen Entscheidungsträger:innen wünschen.

Nachhaltige Biokraftstoffe seien ein sofort wirksamer Klimaschutzhebel und die bestehende europäische Fahrzeugflotte werde noch über viele Jahre stark von Verbrennungsmotoren geprägt sein, zeigt man sich bei der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe (PEK) überzeugt. "Biokraftstoffe, insbesondere aus Abfällen und Reststoffen, senken Emissionen sofort im Bestand. Sie sind damit ein unverzichtbares Instrument, um spürbare CO2-Reduktionen zu erzielen", erklärt Ewald-Marco Münzer, CEO von Münzer Bioindustrie im Rahmen des PEK-Neujahrsempfang. Das Unternehmen produziert aus Altspeiseölen Biodiesel.

Mit dem klaren Ziel, im Verkehrs- und Transportsektor die Treibhausgasemissionen dramatisch zu reduzieren, und das besser heute als morgen. Dabei muss klar sein, die EU-Klimaziele in diesen Sektoren sind in der vorgegebenen Zeit alleine durch den Ersatz bestehender Verbrenner-Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge unmöglich zu erreichen, so der Experte.

"Erneuerbare Kraftstoffe bzw. Biokraftstoffe sind ein ganz ein wichtiger Faktor um die CO2-Reduktion im Verkehrssektor voranzubringen", sagt PEK-Vorstand Johannes Schmuckenschlager. "Zum Beispiel haben wir bereits jetzt mit E10 eine zehnprozentige Beimischung beim Benzin – das heißt, Schritt für Schritt schaffen wir es, die Motoren besser hinzubekommen, um sie mit erneuerbaren Kraftstoffen betanken zu können. Damit sparen wir nicht nur CO2 ein, sondern generieren auch eine regionale Wertschöpfung. Das ist der Schlüssel für unsere CO2-neutrale Verkehrsvision für die Zukunft", 

 Wirksamer Klimaschutzhebel

"Wir werden einmal mehr auf den Forschungs- und Innovationsgeist aus Wirtschaft und Industrie setzen müssen", fordert Ewald-Marco Münzer, "Ideologien haben noch nie ein Gramm CO2 gespart. Eine ökologische Mobilitätsstrategie kann nur ein Mosaik aus allen verfügbaren Antriebsformen sein. Jede Technologie wird ihren Platz finden. Jede Technologie wird ihren Beitrag leisten müssen. Wir haben genügend Teile, um dieses Bild einer CO2-neutralen Mobilität zu bauen. Es ist nun Aufgabe der Politik, hier einen Rahmen vorzugeben. Denn ohne Rahmen stehen wir vor einem Scherbenhaufen."

Nachhaltige Biokraftstoffe, insbesondere aus Abfällen und Reststoffen, senken Emissionen sofort im Bestand. Damit sind sie ein unverzichtbares Instrument, um spürbare CO₂-Reduktionen zu erzielen. "Wir haben seit Langem darauf hingewiesen, dass erneuerbare Kraftstoffe einen unverzichtbaren Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten. Unsere Bilanz spricht für sich: Seit Einführung der Beimischung zu fossilen Kraftstoffen haben Biokraftstoffe knapp 30 Millionen Tonnen CO2 im Verkehrssektor eingespart. Dies stellt die größte und effizienteste Einsparungsmaßnahme in diesem Bereich dar", erläutert Münzer.

Einsatz von Higher Blends

Darüber hinaus würde ein verstärkter Einsatz von Higher Blends es ermöglichen, stärker auf regionale Rohstoffe und Produktionskapazitäten zurückzugreifen. Biodiesel aus Rest- und Abfallstoffen oder Ethanol aus heimischer Landwirtschaft sichern eine nachhaltige Wertschöpfungskette im Inland, schaffen Arbeitsplätze und verringern die Importabhängigkeit. 
Gerade in Zeiten fragiler globaler Lieferketten und volatiler Energiepreise stellt dies einen wichtigen Standortvorteil dar. Der Ausbau des Biokraftstoffsektors unterstützt somit nicht nur die Klimaziele, sondern auch die wirtschaftliche Resilienz Österreichs. 

Klimaziel-Erreichung als Maßstab

Die Zielerreichung der Klimastrategie bleibt dabei der übergeordnete Maßstab. Höhere Beimischungsraten ermöglichen unmittelbare und nachweisbare CO₂-Reduktionen im bestehenden Fahrzeugbestand – ein Vorteil, den reine Elektromobilität kurzfristig nicht leisten kann. Angesichts der Dringlichkeit, die Emissionen rasch zu senken, bietet die Förderung von Higher Blends einen effizienten, verfügbaren und volkswirtschaftlich sinnvollen Weg. Sie stärkt zugleich die heimische Industrie und setzt ein klares Signal, dass nachhaltige Biokraftstoffe unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Klimapolitik sind. 

Zahlreiche EU-Mitgliedstaaten haben bereits ambitioniertere Beimischungsstrategien umgesetzt. Länder wie Frankreich, Deutschland und Belgien setzen bereits heute auf höhere Beimischungen wie etwa B10 oder in größerem Umfang auf andere erneuerbare Kraftstoffkomponenten. Österreich schöpft dieses Potenzial bislang noch nicht aus und bleibt damit hinter vergleichbaren europäischen Entwicklungen zurück. Vor diesem Hintergrund gilt es nun die Nutzung von Higher Blends voranzutreiben und bestehende Möglichkeiten zur Emissionsminderung im Verkehrssektor konsequenter zu nutzen.

Bilder vom PEK-Jahresauftakt in unserer Fotogalerie und im Video.

www.pek.energy

www.muenzer.at

PEK Jahresauftakt 2026

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