Mehr als 100 Einreichungen markieren einen neuen Höchstwert beim "Frauen-Förderpreis für Digitalisierung und Innovation". Die von Infineon Technologies Austria und dem ORF initiierte Auszeichnung ging heuer bereits in ihre dritte Runde und würdigte am Donnerstag, dem 5. März 2026, am ORF-Mediencampus in Wien erneut Absolventinnen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) für herausragende Leistungen in Technologie, Digitalisierung und Innovation. Ziel des Preises sei es, junge Frauen für technische Fragestellungen zu begeistern, sie beim Einstieg in entsprechende Berufsfelder zu unterstützen und so den Anteil weiblicher Talente in Zukunftsbranchen nachhaltig zu stärken.
Jury aus hochkarätigen Expert:innen der MINT-Branche
Mehr als 100 Teilnehmerinnen reichten ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten – von Bachelor- und Masterarbeiten bis hin zu Dissertationen – ein. Thematisch reichten die Beiträge von Informations- und Kommunikationstechnologien über Technik und Naturwissenschaften bis hin zu Mediensystemen und Creative Technologies. Ein Fachbeirat aus externen und internen Expert:innen prüfte die Arbeiten anhand klar definierter Kriterien, bevor die ausgewählten Finalistinnen ihre Projekte schließlich einer neunköpfigen Jury präsentierten.
Diese setzte sich aus renommierten Branchenexpert:innen zusammen, darunter Silvia Angelo (Vorständin ÖBB Infrastruktur AG), Martin Hagleitner (CEO Austria Email AG und Groupe Atlantic Konzernleitung DACH Region), Ulrike Haslauer (Geschäftsführung compact electric GmbH), Sabine Herlitschka (Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG), Harald Kräuter (ORF-Direktor für Technik und Digitalisierung), Manuela Lindlbauer (Eigentümerin Lindlpower.Group), Patricia Neumann (CEO Siemens AG Österreich), Alexandra Wachschütz (Director Communications Infineon Technologies Austria AG) und Helene Waldl (Erstplatzierte des 2024 vergebenen Frauen-Förderpreises).
Siegerin entwickelte Datenbank für Medikamentenforschung
Der erste Preis – dotiert mit 10.000 Euro – ging an Lena Parigger. In ihrer Dissertation im Bereich Molekulare Biowissenschaften entwickelte sie eine Datenbank, die die Medikamentenforschung dabei unterstützen soll, potenzielle Nebenwirkungen bereits in frühen Entwicklungsphasen zu erkennen oder die Wirkung bereits zugelassener Arzneimittel für neue Einsatzgebiete zu identifizieren ("Drug Repositioning"). Mithilfe hochsensibler "Fingerabdrücke" von Wirkstoff-Anknüpfungspunkten in Viren, Bakterien und im menschlichen Körper lassen sich entsprechende Vorhersagen bereits am Computer treffen – wodurch kostspielige Fehlschläge in späteren Entwicklungsphasen vermieden werden können.
"Der MINT-Bereich gilt nach wie vor als Männerdomäne. Der 'Frauen-Förderpreis für Digitalisierung und Innovation' zeigt, dass Frauen längst dabei sind, diesen Sektor mit ihren Ideen und Talenten zu erobern. Und er macht weiteren Mädchen und Frauen Lust darauf, sich hier aktiv einzubringen, zu forschen und zu entwickeln. Allein die Chance, vor den Vorhang zu treten und meine Arbeit der breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen, ist wunderbar. Dafür ausgezeichnet zu werden, ist überwältigend", freut sich die Siegerin.
Stockerlplätze für Dissertationen rund um Energie
Den zweiten Platz, der mit 5.000 Euro dotiert ist, belegte Eveline Kuhnert. Im Rahmen ihrer Dissertation im Bereich Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik untersuchte sie die Direktkopplung erneuerbarer Energiequellen mit PEM-Wasserelektrolysezellen zur Produktion von grünem Wasserstoff. Dafür entwickelte sie ein neues Monitoring-Verfahren, das als digitales Frühwarnsystem für Alterungsprozesse dieser Zellen dient. Durch die präzise Überwachung und Analyse der Zellalterung lassen sich Abbauprozesse frühzeitig erkennen und begrenzen, was Effizienz, Lebensdauer und Umweltverträglichkeit dieser nachhaltigen Energietechnologie verbessern soll.
Den dritten Platz und damit 2.000 Euro Preisgeld erreichte Michaela Roschger. In ihrer Dissertation im Bereich Verfahrenstechnik optimierte sie eine Brennstoffzelle, die Ethanol in Strom umwandelt. Dabei wurden zentrale Komponenten wie Strömungsfelder und Elektroden verbessert sowie der Einsatz biobasierter Membranen untersucht. Ziel war es, die Zelle effizienter und stabiler zu machen und damit eine nachhaltige sowie kostengünstige Alternative für umweltfreundliche Energieerzeugung auf Basis von Brennstoffzellentechnologie zu entwickeln.
Sonderpreis für Nachhaltigkeit
Darüber hinaus wurde ein Sonderpreis "Tech for Green" für die besondere Berücksichtigung von Aspekten der Nachhaltigkeit vergeben, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Ausgezeichnet wurde Sabine Hallamasek. In ihrer Dissertation im Bereich Chemie-Ingenieurwesen beschäftigt sie sich damit, die Vorhersagen von Lebenszyklusanalysen (LCA) zur Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit industrieller Prozesse bereits in frühen Planungsphasen zu verbessern. Dafür entwickelte sie ein Modell, das bestehende Datenlücken in frühen Entwicklungsstadien ausgleicht, indem es auf Betriebsaufzeichnungen anderer Prozesse zurückgreift und diese mithilfe von Machine Learning für Prognosen über das geplante Verfahren nutzbar macht.
Starkes Signal für Österreich
"Dieser Rekord bei den Einreichungen ist ein starkes Signal", erklärt Harald Kräuter, ORF-Direktor für Technik und Digitalisierung. "Er zeigt, dass immer mehr Frauen in Österreich technische Spitzenforschung betreiben und die digitale Zukunft gestalten, mit Vielfalt, Innovation und Originalität. Dieser Preis ist so wichtig, um diesen Expertinnen eine Bühne zu bieten und sie sichtbar zu machen, sie zu fördern und zu stärken. Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass mehr Frauen in technische Berufe gehen. Ich gratuliere den Preisträgerinnen von Herzen."
Dem schließt sich auch Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria, an: "Die Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Industrie ist keine Frage einzelner Aktionstage, sondern eine dauerhafte Verantwortung. Der 'Frauen-Förderpreis' zeigt, welches exzellente Know-how und welche Innovationskraft in Österreich stecken. Die ausgezeichneten Projekte stehen für Qualität, technologischen Tiefgang und Verantwortung – Kompetenzen, die wir für eine erfolgreiche digitale und industrielle Zukunft dringend brauchen."
www.orf.at
www.infineon.com
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