Nachdem der Club Tirol seinen Mitgliedern ermöglicht hatte, einen Blick in das House of Silhouette zu werfen und dort mehr über das Unternehmen und Brillendesigns zu erfahren (LEADERSNET berichtete), sie beim darauffolgenden Business-Netzwerk-Treffen einen Ausflug in die Welt der Tiermedizin gemacht hatten (LEADERSNET berichtete), zur Adventfeier eine Exkursion in die "Heiligen Hallen" des Palais Esterhazy unternommen wurde (LEADERSNET berichtete), zu Jahresbeginn der traditionelle Neujahrsempfang stattfand (LEADERSNET berichtete), und es beim letzten Mal in den "Exzellenzcluster" für Erneuerbare Energieträger an der TU Wien ging (LEADERSNET berichtete), drehte sich dieses Mal alles ums Thema Humor. So sprach Psychiater und Psychotherapeut Johannes Kinzl auf Einladung des Businessclubs im Palais Eschenbach darüber, ob sich Lachen auch als Problemlösungsstrategie in Business und Alltag eignet.
Wie sich Humor trainieren lässt
Konkret ging der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Experte für Humor, Gelassenheit und psychische Gesundheit im Berufsalltag sowie ehemalige Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin, auf wissenschaftliche Erkenntnisse ein, die er aus seiner langjährigen praktischen Arbeit zum Thema Humor gewonnen hat. "Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Lebenseinstellung und eine Charaktereigenschaft, die dazu führt, das Leben so und nicht anders zu sehen. Es ist eine innere Haltung gegenüber sich selbst, gegenüber dem Leben, gegenüber anderen Menschen. Damit kann Humor auch dazu beitragen, eine gewisse Leichtigkeit des Seins zu vermitteln und zu akzeptieren." Dementsprechend müssten Dinge laut dem Wissenschaftler "nicht perfekt, nicht fehlerfrei sein, um mit dem, was man getan hat, zufrieden zu sein".
In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass Humor grundsätzlich in jedem Menschen vorhanden ist – wenn auch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Zwar gelte Humor laut wissenschaftlicher Einschätzung als weitgehend angeboren und genetisch mitbestimmt. Dennoch lasse sich diese Fähigkeit bis zu einem gewissen Grad "trainieren", meint der Experte: "Förderlich ist dafür zum Beispiel der Kontakt mit positiv eingestellten Menschen oder der Konsum von humorvollen Filmen und Literatur", empfiehlt Kinzl. Wobei klar sein müsse: "Aus einem Haflinger können Sie kein Rennpferd machen."
Zur Veranschaulichung seiner Gedanken griff der Professor auch auf Zitate bekannter Persönlichkeiten zurück. So definierte etwa Sigmund Freud Humor als die Fähigkeit eines Menschen, den Unzulänglichkeiten der Welt, den Schwierigkeiten des Alltags und den eigenen Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Insgesamt, so Kinzls Fazit, würden humorvolle Menschen häufig als attraktiver wahrgenommen, verfügten über eine größere Resilienz in Krisensituationen und könnten dadurch auch zur Lösung von Konflikten beitragen.
Grenzen des Humors
Ebenso wichtig sei es, die "Grenzen des Humors" im Blick zu behalten. Gerade in schwierigen Situationen könne Humor zwar hilfreich sein, dennoch gelte: "er ist kein Heilmittel für alle Unbilden des Lebens." Abschließend hielt Kinzl fest: "Humor ist eine Gratwanderung, er sollte mit Fingerspitzengefühl eingesetzt werden, nicht jedes Lächeln ist ehrlich und befreiend."
Organisiert wurde der Abend, der ganz im Zeichen des Humors stand, von Martina Scheiber aus dem Vorstand des Club Tirol gemeinsam mit Club Tirol-Mitglied Anton Luchner von der Medperion Austria GmbH. Club Tirol-Vizepräsidentin Renate Danler eröffnete die Veranstaltung und bedankte anschließend sich beim Vortragenden, den Organisator:innen sowie allen Teilnehmer:innen, bevor sie zum informellen Ausklang und Networking überleitete.
Namhafte Gäste
Beim Humor-Vortrag mit dabei waren unter anderem die Club Tirol-Vorstandsmitglieder Peter Kunz (Kunz Wallentin RAE GmbH), Sigrid Neureiter (Dr. Neureiter-PR) und Martin Resel (A1 Telekom). Elisabeth Baldauf (RWA - Raiffeisen Ware Austria AG), Isabella Burtscher (ib-moderation), Rolf Gleißner (WKÖ), Johannes Grillari (Ludwig Boltzmann Institut für Traumatologie), Hannes Gruber (VIG), Claudia Heinisch (MCI), Robert Jeller (WKÖ), Monika Kals (Cargo-Partner Holdings), Ursula Krinzinger (Galeristin), Florian Kistl (CS Combustion Solutions), Judith McKimm (Interkulturelle Unternehmensberatung), Michaela Reith (Sommertheater Kitzbühel), Simone Schmid (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Christa Antonia Singer (Zentrum Mensch & Raum), Charlotte Sengthaler (Spa Ceylon Austria) und Herbert Strobl (Executive Coaching Plus).
Eindrücke vom Event finden Sie in unserer Galerie.
www.clubtirol.net
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