Kürzlich wurde der "Houskapreis" der B&C Privatstiftung – der größte private Preis Österreichs für anwendungsnahe Forschung – mit einer Dotierung von insgesamt 500.000 Euro verliehen. Die festliche "Houskapreis"-Gala bot der heimischen Forschungs- und Wirtschaftselite Gelegenheit zum Austausch.
Aus insgesamt 61 Einreichungen wurden die Gewinnerprojekte für den ersten und zweiten Platz in den Kategorien "Hochschulforschung" und "Forschung & Entwicklung in KMU" in einem zweistufigen Verfahren von Fachgremien gewählt. Den dritten Platz, den Publikumspreis, bestimmte die Öffentlichkeit im Vorfeld mittels eines Online-Votings. Gastrednerin des traditionellen "Houska-Talks" war Sigrid Stagl, Professorin für Umweltökonomie und Umweltpolitik an der Wirtschaftsuniversität Wien, zum Thema "Wie funktioniert ökologische Ökonomie?".
Die Gewinner
Aus den fünf nominierten Einreichungen in der Kategorie "Hochschulforschung" ging der mit 150.000 Euro dotierte erste Platz an Golta Khatibi, Professorin am Institut für Chemische Technologien und Analytik der Technischen Universität Wien, für ihr Forschungsprojekt "Hochzuverlässige Leistungselektronik". Khatibi und ihr Team entwickelten ein patentiertes Prüfverfahren, mit dem die Belastbarkeit von mikroelektronischen Bauteilen materialwissenschaftlich analysiert werden kann. Mithilfe dieses Testverfahrens können Mikrochips und Halbleiter mit höherer Lebensdauer in kürzerer Zeit entwickelt werden. Der zweite Platz mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro ging an Christian Witz vom Institut für Prozess- und Partikeltechnik an der Technischen Universität Graz mit dem Projekt "Simulation von (Bio-)Reaktoren", einer Simulationstechnologie für Biopharmazeutika.
In der Kategorie "Forschung & Entwicklung in KMU" waren ebenfalls fünf Projekte nominiert. Hier konnte das oberösterreichische Unternehmen Symptoma GmbH mit der gleichnamigen eHealth-Lösung "Symptoma" den Fachbeirat sowie die Jury überzeugen und das Preisgeld in der Höhe von 150.000 Euro gewinnen. Der zweite Platz in dieser Kategorie ging an das Team um Christian Schwarzl vom Grazer Unternehmen Virtual Vehicle Research mit dem mobilen Testroboter "Spider" für Fahrzeugentwicklung.
Der Publikumspreis mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 20.000 Euro wurde auch heuer im Vorfeld mittels eines Online-Votings von der Öffentlichkeit entschieden. In der Kategorie "Hochschulforschung" ging dieser an Miriam Klausberger und Mark Dürkop vom Department für Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien, die gemeinsam mit einem universitäten- und firmenübergreifenden Konsortium einen zuverlässigen SARS-CoV-2-Antikörpertest entwickelt haben. In der Kategorie "Forschung & Entwicklung in KMU" konnte EET Efficient Energy Technology GmbH aus Graz unter der Leitung von Christoph Grimmer mit "SolMate, Photovoltaik für jedes Zuhause" das Publikum überzeugen. Keines der insgesamt zehn nominierten Projektteams ging an diesem Abend leer aus, denn auch die übrigen Nominierten erhalten für ihre Forschungsarbeiten ein Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro.
Innovationen sorgen für Wettbewerbsfähigheit
"Ein lebendiger und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht Innovationen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den hohen Lebensstandard zu halten. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche sind für kleine Volkswirtschaften wie Österreich hohe Innovationskraft und Leuchtturmprojekte mit Zugkraft essenziell, die unsere Wirtschaft voranbringen. Die diesjährigen Siegerprojekte sind solche Leuchttürme und ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern des Houskapreises sehr herzlich", so Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung.
Sigrid Stagl, Professorin für Umweltökonomie und Umweltpolitik an der Wirtschaftsuniversität Wien, widmete sich in ihrer Keynote den Wechselwirkungen von Ökologie und Ökonomie und beleuchtete eine ganze Reihe von Mythen in diesem Zusammenhang. Denn: "Es braucht einen Perspektivenwechsel. Weg vom Ausreden erfinden, hin zum Anpacken von Dingen. Das anzupacken, wozu sich Österreich 2016 verpflichtet hat: zur Erreichung der Klimaziele", hielt Stagl fest. Ökologisches Wirtschaften sei nicht nur möglich, sondern unumgänglich und müsse von zwei Seiten in Angriff genommen werden: "Es geht um Innovation – die ist enorm wichtig für die anstehende sozioökonomische Revolution. Es braucht aber auch Exnovation: nämlich den Ausstieg aus ökonomisch bedenklichen Technologien", so die Expertin.
Hochkarätige Gästeliste
Unter den Gästen wurden unter anderem Genetiker Markus Hengstschläger, Patentamt-Präsidentin Mariana Karepova , Industriellenvereinigung-Generalsekretär Christoph Neumayer, Berndorf-Vorstand Franz Viehböck, Oesterreichische-Kontrollbank-Vorstand Helmut Bernkopf, Prinzhorn-Holding-Chef Thomas Cord Prinzhorn, Donau-Chemie-Aufsichtsratsvorsitzender Alain de Krassny, ACR-Geschäftsführerin Sonja Sheikh, die AMG-Vorstände Gerald Mayer, Helmut Kaufmann und Victor Breguncci, die Lenzing-Vorstände Robert van de Kerkhof, Stephan Sielaff und Christian Skilich, die TTTech-Geschäftsleitung Georg Kopetz und Stefan Poledna, Post-CFO Walter Oblin, Epidemiologin Eva Schernhammer, TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler, WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer, Uni-Innsbruck-Vizerektorin Ulrike Tanzer, Vetmed-Wien-Rektorin Petra Winter und Vamed-CFO Andreas Wortmann. (as)
www.houskapreis.at
www.bcprivatstiftung.at
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