Corona-Folgen drücken das Jahresergebnis der S Immo AG um fast 75 Prozent

Rückgang der Hotelerlöse und weniger Immobilien-Neubewertungen wirken sich negativ auf die Bilanz 2020 aus, das Unternehmen steigt aber dennoch mit einem Plus aus.

Die Coronakrise hat auch die Geschäfte der S Immo AG beeinflusst, wie die am Donnerstag vorgelegten Bilanzzahlen des börsennotierten Unternehmens zeigen: So erzielte die S Immo AG im Geschäftsjahr 2020 nur noch ein Jahresergebnis von 56,9 Millionen Euro, das mit 156,4 Millionen Euro weniger als noch im Jahr zuvor einer Gewinnsenkung von beinah drei Vierteln gegenüber 2019 entspricht. Dennoch zeigt man sich seitens der S Immo AG zufrieden mit dem Ergebnis und will auch Dividenden zahlen, wenn auch weniger als im Vorjahr.

"Robustes Geschäftsmodell"

Bruno Ettenauer, seit 15. März 2021 neuer Vorstandsvorsitzender der S Immo AG, meint: "Die S Immo hat im vergangenen Jahr und mit dem vorliegenden Ergebnis einmal mehr bewiesen, wie robust ihr Geschäftsmodell ist. Das diversifizierte Portfolio verbunden mit einer gesunden Liquiditätsbasis und einem Team aus nationalen und internationalen Expertinnen und Experten sind die besten Voraussetzungen für weiteren Erfolg. Das Bestandsportfolio sichert laufende Erträge, ausgewählte Ankäufe und Projektentwicklungen ermöglichen Wachstum und die Grundstücksbevorratung hält großes Potenzial für die Zukunft bereit. Diesen Kurs gilt es jetzt fortzusetzen."

Friedrich Wachernig, Vorstand der S Immo AG, kommentiert: "2020 zählt sicher zu den herausforderndsten Jahren, die ich in meiner Zeit im Vorstand der S Immo erlebt habe. Aber auch diese Herausforderung haben wir gut gemeistert und das Jahr trotz der widrigen Umstände sehr erfolgreich abgeschlossen. Wir haben ein klar positives Bewertungsergebnis von 39,1 Millionen Euro erreicht und wir konnten die Mieterlöse auf Grund von Zukäufen sowie einem umsichtigen Management unseres Bestandsportfolios um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern."

Gesteigerte Mieterlöse

Die Mieterlöse des Geschäftsjahres 2020 beliefen sich auf EUR 123,3 Millionen und lagen damit um 3,3 Prozent über dem Vorjahresniveau von EUR 119,4 Millionen Euro. Diese Erhöhung in Zeiten der Krise und der damit verbundenen Einbußen ist auf das diversifizierte Portfolio, ein umsichtiges Management der Bestandsimmobilien sowie auf Immobilienzukäufe zurückzuführen.

Im Bereich der Aufwendungen aus der Immobilienbewirtschaftung kam es zu einem Anstieg um etwa 9,5 Prozent auf 66,8 Millionen Euro (2019: 61,0 Millionen Euro), was neben den Effekten aus Zukäufen auf pandemiebedingt gestiegene Abschreibungen und Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von minus 4,4 Millionen Euro (2019: minus 0,5 Millionen Euro) zurückzuführen ist. Zugleich wurden geringere Auslastungen während der Pandemie auch für Instandhaltungen genutzt, sodass sich der Instandhaltungsaufwand von EUR 14,7 Millionen Euro auf 17,0 Millionen Euro erhöhte.

Rückgang der Hotelerlöse und mehr Immobilieninvestments

Der pandemiebedingte Rückgang der Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung (Erlöse der in Form von Managementverträgen betriebenen Immobilien Vienna Marriott Hotel und Budapest Marriott Hotel) konnte durch die Verringerung des Aufwands aus der Hotelbewirtschaftung in beträchtlichem Ausmaß kompensiert werden, sodass das Bruttoergebnis aus der Hotelbewirtschaftung mit minus 0,3 Millionen Euro nahezu ausgeglichen war (2019: 16,9 Millionen Euro). Das Bruttoergebnis, das sowohl die operative Performance der vermieteten Immobilien als auch der selbst genutzten Hotels inkludiert, sank auf 91,5 Millionen Euro (2019: 109,7 Millionen Euro). Das Bruttoergebnis exklusive selbst genutzter Hotels blieb hingegen zum Vorjahr nahezu unverändert und erreichte 91,9 Millionen Euro (2019: 92,9 Millionen Euro).

Im Geschäftsjahr 2020 wurden wie schon im Vorjahr deutlich mehr Zu- als Verkäufe getätigt. Neben der Fortsetzung der Ankäufe im Segment Deutschland erfolgten auch Zukäufe einer Büroimmobilie in Zagreb und einer Liegenschaft in Bratislava. Die Veräußerungen beliefen sich auf insgesamt 46,9 Millionen Euro (2019: 58,8 Millionen Euro) und lagen damit betragsmäßig deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Verringerung der Verwaltungskosten, positives Bewertungsergebnis

Der Verwaltungsaufwand verringerte sich von 22,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019 auf 20,4 Millionen Euro. Damit konnten die Auswirkungen der Pandemie auf das EBITDA weiter verringert werden. Zum Jahresende erreichte das EBITDA 71,1 Millionen Euro (2019: 87,0 Millionen Euro).

Das Ergebnis aus der Immobilienbewertung war mit 39,1 Millionen Euro (2019: 192,7 Millionen Euro) trotz der COVID-19-Pandemie deutlich positiv, spiegelt aber auch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Krise wider. Im Detail entfallen 52,7 Millionen Euro auf Deutschland (2019: 122,1 Millionen Euro), 8,7 Millionen Euro auf Österreich (2019: 29,5 Millionen Euro) und minus 22,3 Millionen Euro auf CEE (2019: 41,1 Millionen Euro). Die Abwertungen im Segment CEE betrafen hauptsächlich Hotel- und Geschäftsimmobilien.

Insgesamt konnte das EBIT damit über der 100-Millionen-Marke gehalten werden und belief sich auf 101,0 Millionen Euro (2019: 271,4 Millionen Euro). Das Finanzergebnis betrug minus 29,4 Millionen Euro (2019: minus 20,0 Millionen Euro ) und war geprägt von geringeren Dividendenerträgen auf Grund des Ausfalls der Dividende der Immofinanz AG, einem reduzierten Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen, geringeren Anleiheaufwendungen und im Jahresvergleich positiven Effekten aus Derivatbewertungen.

Ergebnis je Aktie und Kapitalmarkt

Auch im Pandemiejahr 2020 war das Jahresergebnis der S Immo klar im Plus und erreichte 56,9 Millionen Euro (2019: 213,3 Millionen Euro ), gab aber vor allem auf Grund geringerer Immobilienbewertungseffekte gegenüber dem außerordentlich guten Vorjahr deutlich nach. Entsprechend verringerte sich auch das Ergebnis je Aktie auf 0,79 Euro (2019: 3,21 Euro).

Die S Immo-Aktie konnte sich den Marktverwerfungen nicht entziehen und verzeichnete zwischenzeitlich deutliche Verluste, bevor sie sich bis in den Herbst 2020 hinein vor allem seitwärts bewegte. Trotz eines starken vierten Quartals, in dem gestiegenes Interesse an der Aktie wieder für einen Kursaufschwung sorgte, notierte das Wertpapier der S Immo zum Jahresende bei 16,96 Euro und musste damit einen Rückgang von 23,95 Prozent in Kauf nehmen. Dieser Verlust entspricht in etwa jenem des IATX, der die österreichischen Immobilientitel abbildet.

Ausblick 2021

Das erste Quartal des Jahres 2021 stand für die S Immo AG nach wie vor im Zeichen der COVID-19-Pandemie. Die S Immo geht angesichts der aktuellen Entwicklungen von einer schrittweisen Verbesserung der Lage ab den Sommermonaten aus. Bruno Ettenauer, Vorstandsvorsitzender der S Immo AG, kommentiert: "Wir sind zuversichtlich, dass die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeitnah klar verbessern und auch dem Kapitalmarkt erneut einen entsprechenden Aufschwung bringen wird. Investitionsseitig bleiben Deutschland und die CEE-Region weiterhin in unserem Fokus. Wir haben im Berliner Speckgürtel inzwischen rund 2,5 Millionen Quadratmeter Grundstücksreserven, die sich auf über 30 Grundstücke aufteilen. Darüber hinaus prüfen wir auch weiterhin Investitionsmöglichkeiten in aufstrebenden deutschen Städten sowie in Hauptstädten in CEE. Aktuell arbeiten wir in Budapest an einer Büroentwicklung." (red)

www.simmoag.at

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