Wie Künstliche Intelligenz uns Werbung wieder schmackhafter machen soll

Die Industrie will "Bannerblindheit" zukünftig mit KI bekämpfen.

Werbebotschaften an den Konsumenten zu bringen, will gelernt sein. Das "Wie" an der Sache hat sich in den letzten Jahren radikal verändert, in Zeiten der Digitalisierung mehr denn je. Mit künstlicher Intelligenz (KI) werden Werbekampagnen angepasst und personalisiert. Dahinter steckt eine einfache These: Maßgeschneiderte Werbebotschaften sollen Konsumenten eher überzeugen.

Durch KI können Vermarkter besser verstehen, wie ein bestimmtes Medium in einer Werbekampagne optimal genutzt werden kann. Einige Marken nutzen die Ergebnisse, um verschiedene Preise und ihre Auswirkungen auf Besucher- und Verkaufszahlen zu testen.

Große Unternehmen setzten auf KI-Lösungen

Marken wie Microsoft, Best Western und Gap nutzen KI, um Werbeinhalte und Live-Kampagnen zu optimieren und dadurch schneller ihre (Verkaufs-)Ziele zu erreichen. IBM Watson Advertising entwickelt KI-Lösungen für Werbetreibende. Mittlerweile nutzen 30 Marken diese Tools – vor drei Jahren waren es noch fünf.

Auch Chatbots und Spracherkennungssoftware setzen sich zunehmend durch. Viele Vermarkter lagern ihren Kundenservice mittlerweile an Online-Chatbots aus, die auf einfache, getippte Anfragen in natürlicher Sprache antworten können. Mit zunehmender Popularität von Sprachassistenten hat KI auch das Potenzial, differenzierte Produktvorschläge für Nutzer der Assistenten zu liefern. Marken wie Mastercard und Pandora bereiten sich auf diese Veränderung vor, indem sie ihren Marken auch ein auditives Gesicht geben, etwa in Form von Audio-Logos.

Menschen nach wie vor unersetzbar

Doch KI ist weit davon entfernt, alle Probleme der Werbeindustrie zu lösen. Auch bei KI-getriebenen Werbekampagnen müssen Menschen anhand der richtigen Daten und Kampagnen-Ziele steuern und entscheiden. Soll ein Algorithmus etwa hohe Click-Through-Rates erzielen, könnte er sonst Werbung auf unangemessenen Seiten platzieren, um die größtmöglichste Reichweite zu generieren. KI ist in Sachen Markensicherheit nicht so sensibel wie Menschen: "Jede Kampagne muss von Menschen überwacht werden. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt“, sagt Israel MirskyDirector of Global Technology and Emerging Platforms bei der Agentur OMD Worldwide. 

KI getriebene Kampagnenoptimierung ist ideal für Unternehmen, die ihre Produkte exklusiv online verkaufen. Sie können jeden Schritt ihrer Kunden beim Kauf verfolgen. Firmen, deren Produkte im Laden verkauft werden, haben diese Daten oft nicht. Für sie ist es deutlich schwieriger, Vermarktung zu automatisieren. Die langfristigen Auswirkungen von KI auf Produkt-Vermarktung sind daher nur schwer abzusehen.

Sprachassistenten mit hohem Potential

Auch Sprachassistenten könnten enormes Potential für KI bergen. Zwar nutzen bereits rund 40 Prozent der US-Bevölkerung Assistenten wie Siri oder Google Assistant mindestens einmal im Monat. Doch das Misstrauen in die Technologien wächst. Rund die Hälfte der Befragten gibt laut der OMD-Studie „The Retail Revolution: AI Perceptions and Adoption“ an, Sprachassistenten in Sachen Datensicherheit nicht zu vertrauen.  

Ein bisschen unheimlich ist Technologie ja auch in der Tat. So orderte Alexa in zahlreichen Haushalten ungefragt Puppenhäuser, nachdem ein TV-Beitrag über Alexas Fähigkeit, Produkte online zu bestellen, die Funktion getriggert hatte. "Wir sind schon jetzt sehr weit. Sie werden immer besser, aber noch sind sie keine Menschen“, sagt Mirska. „Diesen letzten Entwicklungs-Schritt zu knacken wird definitiv eine Herausforderung." (red)

leadersnet.TV

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