Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026
Ältere Beschäftigte halten ihrem Arbeitgeber deutlich häufiger die Treue

| Larissa Bilovits 
| 15.04.2026

Während sich vor allem Jüngere offen für berufliche Veränderungen zeigen und sich gute Chancen bei der Jobsuche ausrechnen, blicken ältere Beschäftigte deutlich zurückhaltender auf einen möglichen Wechsel.

Während ältere Beschäftigte eher auf Stabilität im bestehenden Arbeitsverhältnis setzen, ist die Offenheit für berufliche Veränderung bei Jüngeren deutlich stärker ausgeprägt. Das geht aus der Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026 hervor, für die forsa 1.006 unselbstständig Beschäftigte in Österreich befragt hat. Am höchsten fällt die Wechselbereitschaft demnach unter den 18- bis 29-Jährigen aus. Zugleich rechnet diese Altersgruppe überdurchschnittlich häufig damit, auch im Ruhestand noch beruflich tätig zu sein.

Verschiedene Generationen, unterschiedliche Bedürfnisse

Konkret gibt die Mehrheit der Befragten ab 50 Jahren an, langfristig bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben zu wollen. Mit 59 Prozent liegt dieser Wert deutlich über dem Schnitt aller Befragten von 48 Prozent. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich ältere Beschäftigte auch bei möglichen Forderungen an einen neuen Arbeitgeber: Nur 29 Prozent würden mehr zeitliche Unabhängigkeit vom Unternehmen, etwa in Form von Homeoffice oder Remote Work, einfordern, während der Durchschnittswert hier bei 36 Prozent liegt.

Anders präsentiert sich die Situation bei den 30- bis 39-Jährigen, die im Generationenvergleich die höchste Unzufriedenheit mit ihrer aktuellen beruflichen Situation aufweisen. 21 Prozent geben an, "eher" oder "sehr unzufrieden" mit ihrem Job zu sein. Gleichzeitig legt diese Altersgruppe überdurchschnittlich viel Wert auf Selbstbestimmung im Arbeitsalltag und wünscht sich häufiger flexible Arbeitszeiten (65% vs. Durchschnitt 55%) sowie die Möglichkeit, zumindest teilweise ortsunabhängig zu arbeiten (45 % vs. Durchschnitt 36 %).

Noch ausgeprägter zeigt sich der Wunsch nach Veränderung bei den 18- bis 29-Jährigen. 61 Prozent planen heuer noch einen Jobwechsel oder stehen diesem zumindest offen gegenüber, womit sie die höchste Wechselbereitschaft aller Altersgruppen aufweisen. Zugleich berichten sie besonders häufig von mangelnder Motivation im Arbeitsalltag: 68 Prozent geben an, mehrmals im Monat keine Lust auf Arbeit zu haben, bei den über 50-Jährigen sind es im Vergleich dazu 43 Prozent. Entsprechend gering fällt auch die langfristige Bindung an den aktuellen Arbeitgeber aus, denn nur elf Prozent können sich vorstellen, bis zur Pension im derzeitigen Unternehmen zu bleiben. Für den nächsten Karriereschritt zählen für die Jüngsten vor allem ein höheres Gehalt (70%), ein langfristig sicherer Arbeitsplatz (60%) und flexible Arbeitszeiten (58%). Auffällig ist darüber hinaus, dass sie sich häufiger als der Durchschnitt ein vielfältiges und inklusives Arbeitsumfeld wünschen (22 % vs. Durchschnitt 15 %).

Junge blicken besonders optimistisch auf Jobchancen

Die jüngsten Beschäftigten blicken besonders zuversichtlich auf ihre Chancen am Arbeitsmarkt. 71 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gehen davon aus, innerhalb der kommenden sechs Monate "wahrscheinlich" oder sogar "auf jeden Fall" einen neuen Job zu finden. Über alle Altersgruppen hinweg liegt dieser Wert bei 61 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Optimismus jedoch spürbar ab. Gleichzeitig zeigt sich beim Thema Arbeitsplatzsicherheit ein vergleichsweise stabiles Bild: In keiner Altersgruppe dominiert die Angst vor einer Kündigung im laufenden Jahr. Mindestens 80 Prozent der Befragten geben an, "eher geringe" oder "überhaupt keine Sorge" vor einem Jobverlust zu haben.

Auch beim Blick über das reguläre Erwerbsleben hinaus stechen die Jüngeren hervor. Fast jede zweite befragte Person zwischen 18 und 29 Jahren (47%) kann sich bereits heute vorstellen, auch nach Erreichen des Pensionsalters weiterzuarbeiten. Im Gesamtschnitt sagen das 40 Prozent der Beschäftigten in Österreich. Als wichtigste Gründe für eine berufliche Tätigkeit im Ruhestand nennen die Befragten über alle Altergruppen hinweg vor allem den Wunsch, geistig fit zu bleiben (50%), finanzielle Notwendigkeit (43%) sowie das Bedürfnis nach sozialem Austausch (42%).

www.xing.com

Über die Studie

Die forsa-Online-Umfrage wurde im Dezember 2025 sowie im Januar 2026 unter 1.006 volljährigen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Arbeitende und Angestellte) in Österreich im Auftrag von Xing durchgeführt.

Die Studie wird seit 2019 in Österreich erhoben und befasst sich mit Themen wie der Arbeitszufriedenheit und der Wechselbereitschaft von Beschäftigten sowie den Wünschen von Beschäftigten an Arbeitgeber. Zum Studiendesign gehört dabei ein modularer Fragebogen mit einem festen, wiederkehrenden Fragenteil für den Zeitvergleich sowie variablen Fragen, die auf aktuelle Entwicklungen Bezug nehmen.

Die Wechselbereitschaft setzt sich aus zwei Kategorien zusammen: den Erwerbstätigen, die konkret planen, in diesem Jahr den:die Arbeitgeber:in zu wechseln sowie den Erwerbstätigen, die offen für einen Jobwechsel sind, aber noch keine konkreten Schritte unternommen haben.

Hallo?? Vielleicht geht es bei „Älteren“ in erster Linie um die ABFERTIGUNG ALT !!!??? Was für eine bescheuerte Studie, die dieses Fakt ausklammert.

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Über die Studie

Die forsa-Online-Umfrage wurde im Dezember 2025 sowie im Januar 2026 unter 1.006 volljährigen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Arbeitende und Angestellte) in Österreich im Auftrag von Xing durchgeführt.

Die Studie wird seit 2019 in Österreich erhoben und befasst sich mit Themen wie der Arbeitszufriedenheit und der Wechselbereitschaft von Beschäftigten sowie den Wünschen von Beschäftigten an Arbeitgeber. Zum Studiendesign gehört dabei ein modularer Fragebogen mit einem festen, wiederkehrenden Fragenteil für den Zeitvergleich sowie variablen Fragen, die auf aktuelle Entwicklungen Bezug nehmen.

Die Wechselbereitschaft setzt sich aus zwei Kategorien zusammen: den Erwerbstätigen, die konkret planen, in diesem Jahr den:die Arbeitgeber:in zu wechseln sowie den Erwerbstätigen, die offen für einen Jobwechsel sind, aber noch keine konkreten Schritte unternommen haben.

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