Interimistische Spitze der Nachrichtenagentur
Maria Scholl und Klemens Ganner übernehmen Führung der APA

| Tobias Seifried 
| 17.06.2026

Nach dem angekündigten Abgang von CEO Clemens Pig, der neuer ORF-Generaldirektor wird, stellt sich die Führungsriege der Nachrichtenagentur interimistisch neu auf.

Bei der APA – Austria Presse Agentur kommt es zu umfassenden personellen Veränderungen. Nach der Wahl von APA-CEO Clemens Pig zum Generaldirektor des ORF ab 2027 (LEADERSNET berichtete) wurden dessen Verträge vorzeitig und einvernehmlich aufgelöst. Die interimistische Führung der Geschäfte der APA-Gruppe wurde von der Eigentümerversammlung an APA-Chefredakteurin Maria Scholl als geschäftsführendes Vorstandsmitglied sowie an Chief Operating Officer Klemens Ganner übertragen. Letzterer wurde in diesem Zuge zudem zum zweiten Geschäftsführer ernannt.

Der scheidende APA-CEO Clemens Pig erklärte, er freue sich sehr, nach zehn erfüllenden und erfolgreichen Jahren an der Spitze den Führungsstab innerhalb des etablierten Managements weiterzugeben.

Neuerungen in den Gremien

Auch in den Gremien der APA gibt es Neuerungen. Ingrid Thurnher (ORF) wechselt aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat und übernimmt dort den Vorsitz. Dem Vorstand gehört nun Alexander Mitteräcker (Der Standard) als stellvertretender Vorsitzender an. Neu in den Vorstand eingetreten sind Harald Kräuter (ORF) und Oliver Pokorny (Kleine Zeitung), während Hubert Patterer (Kleine Zeitung) aus diesem ausscheidet. Das Präsidium des APA-Vorstands setzt sich künftig aus Hermann Petz (Tiroler Tageszeitung) als Vorsitzendem, Eugen A. Russ (Vorarlberger Nachrichten), Alexander Mitteräcker und Maria Scholl zusammen. Im Präsidium des Aufsichtsrats sitzen neben Ingrid Thurnher auch Richard Grasl (Kurier) und Markus Mair (Styria) als Stellvertreter.

Umsatzbereinigung und deutliches Ergebnisplus

Der APA-Vorstandsvorsitzende Hermann Petz und die Aufsichtsratsvorsitzende Ingrid Thurnher bilanzierten das abgelaufene Jahr positiv. Sie betonten in einer gemeinsamen Erklärung: "Als Infrastrukturunternehmen für Nachrichten, Kommunikation und Technologie gelang es der APA im Geschäftsjahr 2025 einmal mehr, ihre Digitalexpertise, ihr KI-Know-how und ihre Innovationskraft mit einem sehr guten Ergebnis unter Beweis zu stellen. Wir bedanken uns herzlich bei Clemens Pig für die erfolgreiche Führung der APA in den vergangenen zehn Jahren und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Maria Scholl und Klemens Ganner, die das Unternehmen bestens kennen und damit eine nahtlose Übergangsphase gewährleisten."

Zuvor präsentierte die Generalversammlung den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025. Die APA-Gruppe verzeichnete einen Rückgang des Konzernumsatzes von 80,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 77,5 Millionen Euro. Dieser Rückgang sei primär auf den Verkauf des Tochterunternehmens Gentics Software GmbH zurückzuführen. Bereinigt um diesen Effekt habe die Gruppe ein Umsatzwachstum von 0,9 Prozent erzielt. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg deutlich von drei Millionen Euro im Vorjahr auf 5,5 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich auf 3,8 Millionen Euro nach 2,3 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Personalstand sank, auch bedingt durch den Gentics-Verkauf (26 Stellen), von 516 auf 474 Vollzeit-Äquivalente.

Technologische Meilensteine und Ausblick auf 2026

Im Jahr 2025 forcierte die APA-Gruppe ihre Plattform- und KI-Strategie. Wesentliche Schritte waren die Einführung des ersten Moduls „Agenda“ des neuen Redaktionssystems "First by APA“ sowie die Neufirmierung der Bildagentur unter APA-Images inklusive KI-gestützter Suchfunktionen. Zudem wurden die Gesellschaften APA-OTS und APA-DeFacto im Geschäftsfeld APA-Comm zusammengelegt und die IT-Kooperation mit der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA verlängert. Der Fokus lag zudem auf dem Ausbau der digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter:innen.

Für das Jahr 2026 ist die Ausarbeitung eines Strategie-Updates für die Jahre 2027 bis 2030 geplant. Kernbestandteil ist das Programm "APA[2]AI", mit dem sich das Unternehmen als Intelligence Providerin positionieren möchte. Dazu gehört die KI-gestützte Aufbereitung des Nachrichtenstroms für Kunden-Newsrooms. Bereits im März 2026 wurde in Kooperation mit der AI Factory Austria das eigene KI-Modell "AustroBERT" zur Kategorisierung von Medientexten realisiert. Zudem feiert die genossenschaftlich organisierte Agentur-Gruppe 2026 ihr 80-jähriges Gründungsjubiläum.

www.apa.at

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