Champagner-Index 2026
Ein vorsichtiger Schluck Optimismus in der Chefetage

Die vierte Auflage des "Champagner-Index" liefert ein ambivalentes Bild der heimischen Konjunktur. Während die Wirtschaft vorsichtige Zeichen der Erholung zeigt, bleibt die Bevölkerung skeptisch.

In den geschichtsträchtigen Kellerwelten von Schlumberger wurden am Dienstag die Ergebnisse des sogenannten Champagner-Index präsentiert. Bereits zum vierten Mal in Folge analysierte Marketagent in Kooperation mit dem Public Relations Verband Austria (PRVA) mittels impliziter und metaphorischer Fragestellungen die wirtschaftliche Befindlichkeit der Nation. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Stimmung unter den österreichischen Unternehmen eine leichte Aufhellung erfährt. 

So kletterte der Champagner-Index, der den metaphorischen Füllstand der Wirtschaftslage misst, im ersten Quartal 2026 auf 46,7 Prozent. Zwar stelle dies eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 41,5 Prozent (LEADERSNET berichtete) dar, doch verweile die Einschätzung nach wie vor deutlich unter dem Niveau der Jahre 2023 und 2024. "Das Champagnerglas der österreichischen Wirtschaft ist zwar wieder etwas voller geworden, wirklich zum Anstoßen reicht es aber noch nicht", konstatiert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent. Die Unternehmen sähen zwar erste Lichtblicke, doch von einer echten Aufbruchsstimmung könne derzeit keine Rede sein.

Champagner-Index 2026© Marketagent

Bevölkerung deutlich skeptischer

Im krassen Gegensatz dazu steht das Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung. Mit einem Indexwert von lediglich 35,6 Prozent bewerten die Konsument:innen die ökonomische Lage weitaus kritischer als die Business-Insider:innen. Diese Diskrepanz sei vor allem auf die anhaltend spürbaren Folgen der Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten zurückzuführen, die viele Haushalte zu einer Anpassung ihrer Ausgaben zwängen.

Besonders besorgniserregend erweise sich der Blick auf den Arbeitsmarkt: Sahen im Jahr 2023 noch über 50 Prozent der Menschen ihre Arbeitsplätze als sicher an, ist dieser Wert bis heute auf 26,6 Prozent eingebrochen. Damit einhergehend zweifelten immer mehr Bürger:innen daran, dass sich Erwerbsarbeit finanziell noch ausreichend lohne, was laut der Studie ein deutliches Signal an die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik darstelle.

Champagner-Index 2026© Marketagent

Schweizer:innen sind optimistischer

Auch der Blick über die Grenzen offenbart ein Gefälle. Die Schweizer Nachbar:innen präsentieren sich mit einem Füllstand von 62,7 Prozent im metaphorischen Glas zwar wesentlich zuversichtlicher als die heimische Wirtschaft, verloren jedoch im Vergleich zum Vorjahr merklich an Optimismus. Innerhalb der österreichischen Betriebe selbst macht sich ebenfalls eine wachsende Vorsicht breit. Die erwartete Unternehmensperformance für die kommenden zwölf Monate wird mit 26,6 Prozent zurückhaltender eingeschätzt als in den Vorjahren. Auch die Loyalität zum eigenen Arbeitgeber in Form von Investitionsbereitschaft sinkt: Lediglich 67,2 Prozent der Befragten würden aktuell Aktien des eigenen Unternehmens erwerben, nachdem dieser Wert im Vorjahr noch bei 78,2 Prozent gelegen hatte.

Champagner-Index 2026© Marketagent

Lebenszufriedenheit sinkt

Die allgemeine Verunsicherung schlägt sich schlussendlich auch in der persönlichen Lebenszufriedenheit nieder, die einen langfristigen Abwärtstrend verzeichnet. Gaben im Jahr 2012 noch über 84 Prozent der Befragten an, sehr oder eher zufrieden zu sein, sank dieser Anteil bis zum heurigen Februar auf 63,8 Prozent.

Schwabl führt dies darauf zurück, dass die wirtschaftliche Vorsicht der Konsument:innen weiterhin überwiege und viele Menschen eine weitere Verschlechterung ihrer finanziellen Situation befürchteten. Selbst technologische Innovationen wie die künstliche Intelligenz werden zunehmend ambivalent betrachtet: Der Anteil jener, die darin vorrangig eine Chance sehen, fiel von knapp 43 Prozent im Spätsommer 2025 auf aktuell 35,5 Prozent zurück, während fast 40 Prozent der Bevölkerung primär die damit verbundenen Risiken fokussieren.

www.marketagent.com

www.prva.at

Champagner-Index 2026 Studiensteckbrief

Methode:
CAWI | Computer Assisted Web Interviews

Instrument:
Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
B2B Social Media Sampling (LinkedIn-Kontakte) und Newsletter-Abonnent:innen 

Erhebungszeitraum:
Konsument:innen 28.1. – 3.2.2026
B2B-Sample: 31.12.2025 – 31.03.2026

Sample-Größe:
Konsument:innen: n = 1.000
B2B-Sample: n= 290

Kernzielgruppe:
Konsument:innen: 14 bis 75 Jahre; IR: 100 Prozent

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Champagner-Index 2026 Studiensteckbrief

Methode:
CAWI | Computer Assisted Web Interviews

Instrument:
Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
B2B Social Media Sampling (LinkedIn-Kontakte) und Newsletter-Abonnent:innen 

Erhebungszeitraum:
Konsument:innen 28.1. – 3.2.2026
B2B-Sample: 31.12.2025 – 31.03.2026

Sample-Größe:
Konsument:innen: n = 1.000
B2B-Sample: n= 290

Kernzielgruppe:
Konsument:innen: 14 bis 75 Jahre; IR: 100 Prozent

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