Ab sofort in burgenländischer Hand
Wochenzeitung "BVZ" trennt sich vom NÖ Pressehaus

| Larissa Bilovits 
| 06.01.2026

Mit 1. Jänner übernahm der bisherige Geschäftsführer und Chefredakteur Markus Stefanitsch die Eigentümerschaft der Regionalzeitung, die zuletzt über zwei Jahrzehnte zum niederösterreichischen Medienunternehmen gehörte. 

Seit 1. Jänner 2026 gilt die Burgenländische Volkszeitung (BVZ) offiziell als vollständig burgenländisches Medienunternehmen. Im Rahmen eines Management Buyouts übernimmt Markus Stefanitsch, bisher Geschäftsführer und Chefredakteur, nun die Eigentümerschaft der regionalen Wochenzeitung und beendet damit die mehr als zwanzigjährige Zugehörigkeit zum NÖ Pressehaus. Dieses hatte die BVZ seit 2003 rechtlich und wirtschaftlich als Tochtergesellschaft geführt, während Redaktion und inhaltliche Verantwortung stets im Burgenland gelegen seien. Künftig sollen nun sowohl die publizistische als auch die unternehmerische Verantwortung zur Gänze in burgenländischer Hand bleiben.

Aus dem Burgenland, für das Burgenland

"Die Stärke der BVZ war und ist immer ihr Rückhalt bei der lokalen Bevölkerung. In Zeiten zunehmender Globalisierung werden Regionalität wie saubere und ehrliche Berichterstattung über die Geschehnisse vor Ort immer wichtiger. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, dem Streben des Teams um Markus Stefanitsch stattzugeben und die BVZ ihnen zu überlassen, um in Eigenverantwortung das Beste für das Burgenland zu leisten", erklärt Gert Bergmann, Geschäftsführer des NÖ Pressehauses, die Entscheidung. Zudem betont er, dass die NÖN und BVZ "immer verbunden bleiben" würden, lediglich in einer anderen Form als bisher. "Beide Unternehmen haben einen regionalen Informationsauftrag, den sie erfüllen, aber werden in den Themen, wo es um Skalierungseffekte geht, weiterhin ihre Kräfte bündeln."

"Auch wenn wir aktuell mit wirtschaftlich herausfordernden Zeiten und einer angeblichen Medienkrise konfrontiert sind, bin ich von diesem Schritt überzeugt", meint auch Markus Stefanitsch. "Das Burgenland erhält damit ein eigenes, unabhängiges und modernes Medienhaus – getragen von Menschen aus dem Land und mit Wertschöpfung, die im Burgenland bleibt." Darüber hinaus betont der neue Eigentümer, der die BVZ bereits seit 2003 inhaltlich als Geschäftsführer und Chefredakteur verantwortete, "sehr stolz" auf diesen Schritt zu sein und ihn als "logische Weiterentwicklung einer erfolgreichen Geschichte" zu sehen. "Gleichzeitig gilt mein ausdrücklicher Dank dem NÖ Pressehaus sowie allen Verantwortlichen und Eigentümern – insbesondere Bischof Dr. Alois Schwarz – für die jahrzehntelange, professionelle und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese Zeit war von Stabilität, Vertrauen und gemeinsamer Entwicklung geprägt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, vollständig eigenständig zu werden."

Große Zukunftspläne

Mit Blick auf die Zukunft gibt Stefanitsch an, Print weiterhin als zentrale Säule zu verstehen und qualitativen Journalismus mit Einordnung und Hintergrund ausbauen zu wollen. Zugleich wolle man aber einen klaren Schwerpunkt auf Digitalisierung und den Ausbau der Social-Media-Angebote legen. Ziel sei es, Reichweite, Dialog und Beteiligung zu stärken und die Wertschöpfung im Burgenland zu halten. Darüber hinaus wolle sich die BVZ stärker als Plattform für die burgenländische Community positionieren und ihre Arbeit auf einer klaren Wertebasis fortsetzen, die auf Offenheit, Meinungsvielfalt und respektvollem Austausch beruhe.

"Dieser Schritt ist ein klares Bekenntnis zum Burgenland, zu unabhängigen Medien und zu verantwortungsvollem Journalismus. Wir gehen diesen Weg mit Respekt vor der Vergangenheit und mit großer Zuversicht für die Zukunft", so Stefanitsch abschließend.

www.bvz.at

www.noen.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV