NTT Data Foresight Report 2026
Diese Zukunftstrends verändern Technologie und Wirtschaft

| Redaktion 
| 24.02.2026

Künstliche Intelligenz erreicht die breite Anwendung und verändert Wertschöpfung, Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit grundlegend. Der aktuelle Technology Foresight Report von NTT Data identifiziert sechs zentrale Entwicklungen, die Unternehmen strategisch berücksichtigen sollten.

NTT Data hat seinen Technology Foresight Report 2026 vorgestellt. Die jährlich erscheinende Studie beleuchtet, wie Organisationen durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien, Künstlicher Intelligenz und innovativer Ansätze nachhaltiges Wachstum erzielen können. Für die aktuelle Ausgabe wurden sechs maßgebliche Entwicklungen herausgearbeitet, die das Zusammenspiel von Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft prägen sollen.

Im Mittelpunkt steht 2026 das Konzept der "Mass Intelligence". Gemeint ist damit die breite Verankerung von KI-Anwendungen im Alltag und in Unternehmensprozessen, wodurch menschliche Leistungsfähigkeit systematisch erweitert werden soll. Unternehmen richten ihre Investitionen verstärkt auf lernfähige, adaptive und zunehmend autonom agierende Systeme aus. Angesichts der hohen Dynamik im KI-Umfeld gewinnen tragfähige mittel- und langfristige Strategien an Bedeutung, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

1.) Autonome Systeme unter menschlicher Steuerung

Automatisierung entwickelt sich weiter in Richtung eigenständiger Entscheidungs- und Handlungskompetenz. KI-Agenten übernehmen komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig. Dennoch bleibt die Orientierung an menschlichen Zielsetzungen und ethischen Leitplanken zentral.

Autonomie wird damit zu einem kooperativen Modell: Maschinen agieren selbstständig, bleiben jedoch strategisch durch den Menschen gesteuert. Ziel sei nicht Substitution, sondern die Skalierung menschlicher Urteilskraft durch orchestrierte KI-Systeme.

2.) Emotionale Intelligenz als Wettbewerbsfaktor

Digitale Anwendungen integrieren zunehmend Mechanismen, die emotionale Signale erkennen und berücksichtigen. Systeme analysieren Tonlage, Mimik oder Gestik und passen ihre Kommunikation situativ an.

Diese Form der Interaktion fördere Vertrauen und unterstütze produktive Zusammenarbeit. Unternehmen, die Empathie in ihre Softwarearchitektur einbinden, würden nicht nur Effizienz und Kreativität, sondern auch die soziale Stabilität digitaler Prozesse stärken.

Sechs wegweisende Zukunftstrends für die Tech-Branche © NTT Data 

3.) Vertrauen als Grundlage digitaler Wertschöpfung

Mit wachsender Autonomie steigt die Bedeutung nachvollziehbarer und sicherer KI-Strukturen. Transparenz, ethische Rahmenbedingungen und überprüfbare Entscheidungslogiken werden zu zentralen Anforderungen.

Cybersicherheit entwickelt sich dabei von reaktiver Verteidigung zu vorausschauender, adaptiver Schutzintelligenz. Erklärbare Algorithmen, Zero-Trust-Modelle und klare Governance-Strukturen würden dazu beitragen, Verantwortlichkeit messbar zu machen und Vertrauen nachhaltig zu verankern.

4.) Intelligente Infrastruktur als Innovationsmotor

Infrastruktur wird zunehmend zu einem aktiven Steuerungsinstrument. Das Konzept der "Informed Infrastructure" beschreibt Systeme, die Leistungsdaten kontinuierlich auswerten, Bedarfe prognostizieren und Ressourcen in Echtzeit optimieren.

Über hybride Architekturen hinweg, von Endgeräten über Edge bis Cloud, werden Workloads dort platziert, wo Effizienz und Nutzen am höchsten sind. Agilität, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit lassen sich so parallel steuern.

5.) Technologische Souveränität durch Chip-Ökosysteme

Halbleiter gelten als strategischer Schlüssel für Resilienz und Innovationskraft. Staaten investieren verstärkt in eigenständige, aber kooperative Chip-Ökosysteme, um Lieferketten zu sichern und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren.

Souveränität bedeutet dabei nicht Abschottung, sondern abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Politik, Forschung und Industrie. Nachhaltige Fertigungsprozesse, verantwortungsvolle Beschaffung und Recyclingkonzepte ergänzen die strategische Dimension. Kontrolle über Halbleitertechnologie wird damit zur Grundlage wirtschaftlicher und digitaler Gestaltungsmacht.

6.) Von Effizienz zu Suffizienz

Fortschritt wird neu definiert. Neben Produktivitätssteigerung rücken Ressourcenschonung und strukturelle Vereinfachung in den Fokus. KI-Anwendungen und digitale Zwillinge unterstützen dabei, Material- und Energieeinsatz präzise zu steuern.

Organisationen erkennen zunehmend, dass reduzierte Komplexität Stabilität fördert und langfristige Innovationsfähigkeit stärkt. Nachhaltigkeit wird so integraler Bestandteil technologischer Entwicklung.

Technologie als strategischer Partner

"Der Aufstieg der Mass Intelligence verlagert unseren Fokus von Beschleunigung hin zu Sinnhaftigkeit", sagte Oliver Köth, Managing Director Technology & Innovation bei NTT Data DACH und fügt hinzu: "Wenn emotional bewusste Systeme, souveräne Rechenkapazitäten und vertrauenswürdige Infrastrukturen zusammenkommen, entwickelt sich Technologie zu einem zielstrebigen Partner. Sie stärkt die Resilienz und untermauert die Werte, die unsere gemeinsame Zukunft prägen werden."

www.at.nttdata.com

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