Nachdem der Club Tirol seinen Mitgliedern ermöglicht hatte, einen Blick in das House of Silhouette zu werfen und dort mehr über das Unternehmen und Brillendesigns zu erfahren (LEADERSNET berichtete), sie beim darauffolgenden Business-Netzwerk-Treffen einen Ausflug in die Welt der Tiermedizin gemacht hatten (LEADERSNET berichtete), zur Adventfeier eine Exkursion in die "Heiligen Hallen" des Palais Esterhazy unternommen wurde (LEADERSNET berichtete) und genau wie im letzten Jahr, der traditionelle Neujahrsempfang stattfand (LEADERSNET berichtete), ging es dieses Mal in die "Forscher-Hochburg, den "Exzellenzcluster“ für Erneuerbare Energieträger an der TU Wien.
Das Business-Netzwerk lud unter dem Titel "Erneuerbare Energieträger 2.0" in den Panorama-Vortragssaal des Plus-Energie-Hochhauses am TU-Campus Getreidemarkt. Im Mittelpunkt stand der interuniversitäre Exzellenzcluster MECS (Materials for Energy Conversion & Storage), der sich mit grundlegenden Fragen der Energieumwandlung und Energiespeicherung beschäftigt. Club Tirol-Präsident Julian Hadschieff betonte bei seiner Begrüßung, dass das Thema "für uns alle von großer Bedeutung ist", und erläuterte, dass der Fokus dieses Mal auf dem Technologietransfer zur Industrie und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Materialforschung lag.
Materialien für Energieumwandlung und Speicherung
Laut Günther Rupprechter, Forschungsdirektor des Clusters und Vorstand des Instituts für Materialchemie an der TU Wien, arbeiten rund 150 Wissenschaftler:innen aus fünf Forschungseinrichtungen in 26 Teams an neuen Ansätzen. Ziel ist es, Materialien und Prozesse zu entwickeln, die erneuerbare Energie effizient nutzbar und speicherbar machen.
Eine zentrale Herausforderung bleibe die Speicherung größerer Energiemengen. Diese gelte als Voraussetzung dafür, fossile Energieträger umfassend ersetzen zu können. Ein möglicher Ansatz sei die Nutzung von "chemischer Bindungen in Molekülen" als Energiespeicher.
Stand der Energiewende
Markus Valtiner, Leiter des Instituts für Angewandte Physik an der TU Wien, ordnete den aktuellen Stand ein. Zwar sei der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich "schon ganz gut", dennoch würden weiterhin rund 60 Prozent des Primärenergiebedarfs durch fossile Brennstoffe gedeckt. Weltweit habe es bislang kein Jahr gegeben, in dem der CO₂-Ausstoß gesunken sei.
Valtiner betonte, dass die technologischen Grundlagen für eine vollständig "saubere" Primärenergie-Produktion bereits vorhanden seien: "Erneuerbare Energiequellen haben im Vergleich schon längst gewonnen." Als entscheidenden nächsten Schritt nannte er die Lösung der Speicherfrage, um Schwankungen etwa durch Tages- und Lastzyklen auszugleichen. Neben etablierten Batterietechnologien brauche es neue Speichertechnologien mit geeigneten Materialien.
Künstliche Intelligenz als Forschungswerkzeug
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Allan Hanbury, Leiter der Forschungseinheit Datenwissenschaft und Informatik an der TU Wien, erläuterte Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von KI-Modellen. Diese könnten dazu beitragen, geeignete Materialien für die Energiespeicherung gezielt zu identifizieren und Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.
Diskussion zur praktischen Umsetzung
Im Anschluss diskutierten die Vortragenden mit weiteren Expert:innen über die Umsetzung der Energiewende. Dina Bacovsky (Scientific Advisor bei BEST, der Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH), Florian Aigner (Physiker und Wissenschaftspublizist) sowie Unternehmer Rudolf Raymann (Eigentümer der "raymann kraft der sonne photovoltaikanlagen“ Gmbh) waren auf der Bühne.
Im Mittelpunkt standen Fragen aus dem Publikum, unter anderem: "Woran liegt es, dass wir die Energiewende noch nicht geschafft haben?" Dabei wurden sowohl technologische als auch strukturelle Herausforderungen thematisiert.
Zahlreiche Gäste vor Ort
Mit dabei beim Besuch waren u.a. die Club Tirol-Vizepräsidentin Renate Danler (Renate Danler Consulting), die Club Tirol-Vorstandsmitglieder Peter Kunz (Kunz Wallentin RAE GmbH), Organisatorin des Abends Martina Scheiber (HR-Scope), Johanna Seeber (Seeste Bau GmbH) und Luis Bucher (Siemens). Georg Arnold (SAP Österreich GmbH), Dominik Eder (TU Leiter Molekulare Materialchemie), Tobias Fuchs-Martschitz (Tiger Hill Advisors), Hannes Gruber (VIG), Florian Kistl (CS Combustion Solutions), Thomas Lanner (Risk Consult), Judith McKimm (Interkulturelle Unternehmensberatung), Andreas Mitterer (Innsbrucker Kommunalbetriebe AG), Thomas Partl (Topart Music), Herbert Strobl (Executive Coaching Plus), Elisabeth Thun-Hohenstein (TNS Networking Services), Vivian Thurner (Austrian Power Grid) und Martin Wachter (pro salute personal & karriere) waren ebenfalls vor Ort.
Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen.
www.clubtirol.net
www.coe-mecs.at
www.tuwien.at
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