Großer Management-Report
Was Führungskräfte derzeit belastet und auf welche Stützen sie zurückgreifen

Knappe Zeit-, Personal- und Budgetressourcen sowie steigende Berichtspflichten prägen den Führungsalltag in Österreich. Management-Report zeigt, mit welchen "Tricks" sich Manager:innen und Unternehmer:innen in diesen herausfordernden Zeiten zu helfen wissen.

Wie die Ergebnisse des aktuellen Hernstein Management Reports zeigen, sehen sich 62 Prozent der österreichischen Führungskräfte durch begrenzte Zeit-, Personal- und Budgetressourcen im Führungsalltag stark gefordert. Für die repräsentative Studie wurden 1.600 Führungskräfte und Unternehmer:innen in Österreich und Deutschland befragt (siehe Infobox).

"Viele Führungskräfte sehen sich derzeit mit herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert", sagt Gabriele Fantl, Leiterin des Bereichs Vertrieb und Projektmanagement am Hernstein Institut für Management und Leadership. Besonders das Führen unter knappen Ressourcen werde branchenübergreifend als größte Herausforderung wahrgenommen. In Österreich liege dieser Wert mit 62 Prozent deutlich über Deutschland mit 52 Prozent.

Weitere zentrale Belastungen

Neben Ressourcenengpässen nennen mehr als ein Drittel der Befragten Dokumentations- und Berichtspflichten als belastend. 29 Prozent der österreichischen Unternehmen bewerten die Budgetplanung angesichts von Inflation und gestiegenen Kosten als schwierig; in Deutschland sind es 19 Prozent.

Hernstein Management Report Februar 26

Rund 34 Prozent der Führungskräfte berichten von divergierenden Erwartungen zwischen Unternehmensleitung und Team. Etwa 20 Prozent sehen einen fehlenden Orientierungsrahmen sowie unzureichende Informationen seitens der Unternehmensführung als problematisch. Diese Rahmenbedingungen könnten zu Verunsicherung und sinkender Motivation bei Mitarbeiter:innen führen, warnt Fantl. Wenn Sinn und Zweck der Arbeit nicht klar seien, bestehe langfristig die Gefahr geringerer Identifikation, höherer Fluktuation und steigender Fehlzeiten.

Stützen in herausfordernden Zeiten

Erfahrung und Routinen gelten laut Studie als wichtige Stützen in herausfordernden Zeiten. Klare Kommunikation durch die Unternehmensleitung, Peer-Austausch, effiziente Strukturen und gegenseitiges Vertrauen würden als wesentlich erachtet. Für 46 Prozent der österreichischen Führungskräfte sind Kommunikation und Priorisierung durch das Top-Management besonders wichtig; in Deutschland stimmen dem 39 Prozent zu. Dort werden strukturierte Teamprozesse stärker betont.

Hernstein Management Report Februar 26

Allerdings verfügen nur 44 Prozent der Unternehmen über einen strukturierten Austausch unter Führungskräften. Knapp 60 Prozent geben an, dass klar definierte Rollen und Erwartungen fehlen, die Orientierung in der Führungsrolle bieten. "Die Ergebnisse machen sichtbar, welche Rolle strukturelle Klarheit und Austausch im Führungsalltag spielen", so Fantl. Interne Ansprechpersonen, klare Leitlinien sowie Zugang zu Weiterbildung und Coaching könnten hier ansetzen.

Remote Work: Unterschiede im Ländervergleich

Mehr als die Hälfte der Befragten kann 2025 zumindest teilweise im Homeoffice oder remote arbeiten – ein Rückgang um acht Prozent gegenüber 2021. Mitarbeiter:innen haben mit 62 Prozent etwas häufiger diese Möglichkeit als Führungskräfte mit 57 Prozent; 54 Prozent nutzen sie zumindest teilweise. In 66 Prozent der Unternehmen existieren konkrete Regelungen zu Remote Work, ein Anstieg um 50 Prozent seit 2021, informiert Fantl.

60 Prozent der Führungskräfte sehen kaum negative Auswirkungen von Remote Work auf Teamgefüge und Zusammenhalt. In Deutschland wird dies kritischer beurteilt als in Österreich. Führungskräfte mit langjähriger Erfahrung sowie aus dem unteren Management bewerten die Effekte mit knapp 70 Prozent deutlich positiver als jene aus dem oberen Management, wo mehr als die Hälfte zumindest leichte negative Auswirkungen ortet.

Hernstein Management Report Februar 2026

Positive Effekte werden vor allem bei selbstständigem und kreativem Arbeiten sowie bei Effizienz und Geschwindigkeit gesehen. Weniger günstig wirke sich Remote Work auf Kommunikation, Konfliktlösung und Kontrolle aus. Obwohl fast 70 Prozent eine gestiegene Effizienz feststellen, falle es 41 Prozent zumindest teilweise schwer, ihren Mitarbeiter:innen hinsichtlich Arbeitszeit und -leistung zu vertrauen, so Fantl.

www.hernstein.at

Über den Führungskräfte-Report

Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmer:innen. 

  • Befragte Personen: 1.600 Führungskräfte sowie Unternehmer:innen, davon 1.000 in Deutschland und 600 in Österreich.
  • Maximale Schwankungsbreite: +/- 2,5 Prozent.
  • Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung.

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Über den Führungskräfte-Report

Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmer:innen. 

  • Befragte Personen: 1.600 Führungskräfte sowie Unternehmer:innen, davon 1.000 in Deutschland und 600 in Österreich.
  • Maximale Schwankungsbreite: +/- 2,5 Prozent.
  • Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung.

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