Tech vor Energie & Asset Management
Investoren bleiben trotz Konjunktursorgen offensiv

| Tobias Seifried 
| 24.02.2026

Global bleibt Technologie das attraktivste Anlagesegment – es wird aber mehr Transparenz bei KI-Strategien gefordert. Auch heimische Investor:innen pochen laut PwC auf nachvollziehbare, entscheidungsrelevante Kennzahlen.

Laut den Ergebnissen der am Dienstag veröffentlichten Global Investor Survey 2025 von PwC bleibt der Technologiesektor für Investor:innen weltweit das attraktivste Anlagesegment. 61 Prozent der Befragten nennen den Sektor als bevorzugtes Investmentfeld, deutlich vor Asset und Wealth Management (25 Prozent) sowie Energie- und Versorgungsunternehmen (24 Prozent). Für die Analyse wurden vom Beratungsunternehmen 1.074 Investmentexpert:innen aus 26 Ländern und Regionen befragt.

Die große Mehrheit sieht technologische Investitionen als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit: 92 Prozent fordern, Unternehmen müssten ihre finanziellen Anstrengungen in der technologischen Transformation weiter verstärken. Zugleich mehren sich aus Sicht der Investor:innen Hinweise auf die wirtschaftliche Wirksamkeit künstlicher Intelligenz. 86 Prozent erwarten Produktivitätsgewinne, 71 Prozent eine höhere Rentabilität und 66 Prozent Umsatzsteigerungen.

Ruf nach mehr Transparenz

78 Prozent geben an, ihre Investitionen in Unternehmen mit KI-Transformation zumindest moderat ausweiten zu wollen. Allerdings halten lediglich 37 Prozent die aktuelle Berichterstattung über KI-Strategien und -Aktivitäten für ausreichend.

Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, betont: "Investor:innen wissen, dass KI-Gewinne zunächst Investitionen erfordern. Doch sie erwarten nachvollziehbare, entscheidungsrelevante Kennzahlen, eine glaubwürdige Governance und Belege dafür, dass KI einen klaren und andauernden Effekt auf Kostenstrukturen, Produktivität und Umsätze hat." Transparenz und belastbare Steuerungsgrößen seien entscheidend, um Kapital zu mobilisieren.

Gedämpfte Konjunkturerwartungen

Regional erwarten 76 Prozent der Investor:innen, dass die Asien-Pazifik-Region in den kommenden drei Jahren die meisten Investitionen anziehen wird, gefolgt von Nordamerika-Karibik (71 Prozent) und Europa (55 Prozent).

Insgesamt blieben die Erwartungen an das globale Wirtschaftswachstum jedoch verhalten: Nur 28 Prozent rechnen 2026 mit einer moderaten bis deutlichen Verbesserung. Als wesentliche Risikofaktoren gelten Cyberrisiken (55 Prozent), technologische Disruptionen (53 Prozent), Inflation (44 Prozent), makroökonomische Volatilität (43 Prozent) und geopolitische Konflikte (42 Prozent).

Resilienz und Transformation als Maßstab

Vor dem Hintergrund erhöhter Unsicherheit bevorzugen Investor:innen Unternehmen, die Resilienz und technologische Innovation verbinden. 88 Prozent sehen Ausgaben für Cybersicherheit als positiven Faktor, 73 Prozent agile Geschäftsmodelle, 66 Prozent regulatorische Compliance und 64 Prozent ein robustes Lieferkettenmanagement.

Mehr als 70 Prozent erwarten stärkeres Wachstum bei Unternehmen, die über klassische Branchengrenzen hinaus in sogenannten Domänen agieren. Wer diesen Schritt nicht vollziehe, sei nach Einschätzung von 65 Prozent höheren Disruptionsrisiken ausgesetzt. 84 Prozent sprechen sich zudem dafür aus, Investitionen in Klimaanpassungsmaßnahmen fortzuführen oder zu erhöhen.

Zukunftstrends

Für die kommenden drei Jahre rechnen acht von zehn Befragten mit steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Kapitalinvestitionen (82 Prozent). Mehr als 75 Prozent erwarten höhere M&A-Aktivitäten, rund 70 Prozent zusätzliche Investitionen in strategische Partnerschaften.

Krickl erklärt abschließend, die technologische Transformation bleibe aus Sicht der Investor:innen der zentrale Wachstumstreiber. Unternehmen, die Innovation verantwortungsvoll skalierten und mit klarer Governance sowie messbaren Ergebnissen untermauerten, würden entsprechend honoriert.

www.pwc.at

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