Studie zum Weltfrauentag 2026
Mehr als ein Drittel der Frauen schätzt eigenes Finanzwissen als gering ein

Obwohl 90 Prozent der Österreicher:innen finanzielle Unabhängigkeit zu ihren wichtigsten Lebenszielen zählen, haben Frauen mit spürbar schlechteren Rahmenbedingen zu kämpfen. Eine aktuelle Studie der Erste Bank zeigt große geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich Finanzwissen und Investitionstätigkeit.

Frauen und Männer sind hierzulande nach wie vor nicht gleichgestellt – insbesondere im Hinblick auf finanzielle Aspekte. So beträgt der Gender Pay Gap laut einer aktuellen Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank und Sparkasse (siehe Infobox) nach wie vor 18,3 Prozent, während die geschlechtsspezifische Pensionslücke sogar bei 40,3 Prozent liegt. Gleichzeitig leisten Frauen 62 Prozent der unbezahlten Arbeit. Im Alter führt dies zu klaren Konsequenzen, denn alleinlebende Pensionistinnen sind doppelt so häufig armutsgefährdet wie alleinlebende Pensionisten.

Fehlendes Finanzwissen erschwert Entscheidungen

Obwohl finanzielle Unabhängigkeit für insgesamt 90 Prozent der Menschen in Österreich zu den wichtigen Lebenszielen zählt, starten Frauen mit spürbar schlechteren Rahmenbedingungen. Das beginnt bereits beim Zugang zu Finanzthemen: Laut der Studie bezeichnen nämlich lediglich 42 Prozent der Frauen ihr Interesse an Finanzfragen als hoch, während es bei Männern mit 62 Prozent deutlich mehr ist. Zugleich stufen 35 Prozent der Frauen – und damit mehr als doppelt so viele wie Männer (15%) – ihr eigenes Finanzwissen als gering ein. Dabei bewerten vor allem ältere Frauen ihr Wissen als schlechter, obwohl die Bedeutung finanzieller Unabhängigkeit mit dem Alter steigt. Das führt dazu, dass sich viele Frauen in Lebensphasen mit größerer finanzieller Verantwortung nicht ausreichend sicher fühlen, um entsprechende Entscheidungen zu treffen.

"Frauen treffen täglich unzählige Entscheidungen – nur bei Geldfragen trauen sie sich oft zu wenig zu. Finanzbildung ist der Schlüssel, dieses Zutrauen zu stärken. Jede Frau, die heute beginnt, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen, macht morgen einen großen Schritt Richtung Unabhängigkeit", so Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank.  

Frauen setzen auf Sicherheit statt Rendite – und landen im Teufelskreis

Besonders deutlich werden die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Thema Investieren. Laut Studie investieren nämlich gerade einmal 29 Prozent der Frauen in Wertpapiere, während dies knapp die Hälfte der Männer (49%) tut. Frauen greifen dagegen häufiger zu risikoarmen Sparformen und priorisieren Sicherheit über Rendite (61%) – Männer wählen deutlich öfter ein ausgewogenes oder renditeorientiertes Profil. Die häufigsten Gründe dafür sind laut den befragten Frauen zu wenig Wissen und zu wenig verfügbares Kapital (je 35%).

Was daraus entsteht, ist wiederum ein Kreislauf aus geringer Investitionstätigkeit und niedrigem Vermögensaufbau, wie Holzinger-Burgstaller erläutert: "Wer später beginnt zu investieren, hat weniger Zeit, Ersparnisse aufzubauen; wer weniger Geld hat, investiert seltener – und wer seltener investiert, hat im Alter weniger Vermögen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis."

Darüber hinaus werden finanzielle Unsicherheiten auch schnell zur mentalen Herausforderung: So meinen 90 Prozent der Frauen, aber auch 87 Prozent der Männer, dass Geldsorgen ihre psychische Belastung erhöhen. Wenig verwunderlich ist der Wunsch nach Orientierung hoch, weswegen 78 Prozent der Frauen ihrem:r Bankberater:in bei Anlageentscheidungen vertrauen. KI-basierten Empfehlungen vertrauen übrigens lediglich neun Prozent.

Erste Bank setzt auf Finanzbildung für Frauen

Um finanzielles Wissen bei Frauen auf- und Hürden abzubauen, hat die Erste Bank bereits vor vier Jahren das Projekt "she invests" ins Leben gerufen, bei dem interne wie externe Expertinnen entsprechende Inhalte in Webinaren, Panels und Formaten zugänglich machen.

"Finanzielle Selbstbestimmung darf kein Privileg sein. Unser Ziel ist es, Frauen nicht nur den Zugang zu Finanzwissen zu erleichtern, sondern ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie finanzielle Stabilität Schritt für Schritt erreichen können. Jede Investition in Finanzbildung ist letztlich eine Investition in mehr Chancengleichheit", so Holzinger-Burgstaller abschließend.

www.sparkasse.at

www.erstegroup.com

Über die Studie

Die Befragung wurde von Integral im Zeitraum 16. bis 22. Jänner 2026 durchgeführt (812 Online-Interviews, CAWI). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren.  

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Über die Studie

Die Befragung wurde von Integral im Zeitraum 16. bis 22. Jänner 2026 durchgeführt (812 Online-Interviews, CAWI). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren.  

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