Regionale Tourismus-Satellitenkonten
Neue Analyse unterstreicht Bedeutung von Tourismus als Wirtschaftsmotor

| Janet Teplik 
| 02.11.2025

Am 31. Oktober wurden die neuen regionalen Tourismus-Satellitenkonten veröffentlicht. Diese machen u.a. auf die unterschiedliche Stärke der Branche in den Bundesländern aufmerksam und heben den Wert gezielter arbeitsmarktpolitischer sowie strategischer Maßnahmen hervor. 

Der Tourismus in Österreich ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. So belaufen sich die Ausgaben in- und ausländischer Gäste laut einem offiziellen Tourismusbericht im Vorjahr auf 38,8 Milliarden Euro, was im Detail betrachtet ein Sechstel der Wertschöpfung und der Beschäftigung hierzulande ausmacht (LEADERSNET berichtete). Damit zählt die Branche zu den Wirtschaftslokomotiven der Nation. Um ebendiese Bedeutung ging es auch kürzlich bei der Veröffentlichung der neuen regionalen Tourismus-Satellitenkonten (RTSA), die von Statistik Austria und Wifo verantwortet wurde.

Die Ergebnisse der RTSA kommentierte dabei unter anderem die Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, die betonte: "Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren unseres Landes, und das in Stadt und Land gleichermaßen." Die Analyse zeigt zudem, wie unterschiedlich stark die Tourismuswirtschaft in den Bundesländern zur regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung beiträgt und unterstreicht die Bedeutung gezielter, arbeitsmarktpolitischer sowie strategischer Maßnahmen. 

Sicherung des Wohlstands

Im Jahr 2023 bewegten sich die touristischen Gesamtausgaben zwischen 0,75 Milliarden Euro im Burgenland und 9,67 Milliarden Euro in Tirol. Wobei letzteres einen Anteil von 16,5 Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt, Salzburg 13,2 Prozent und Wien 4,9 Prozent. "Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Tourismus ist kein Nischenthema, sondern ein zentraler Faktor für Wirtschaft, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung in Österreich", zeigt sich die Tourismus-Staatssekretärin sicher. 

Und auch mit Blick auf die Beschäftigungen zeigt sich eine hohe Bedeutung des Sektors. So beträgt der Anteil des Tourismus der regionalen Gesamtbeschäftigung zwischen 3,5 Prozent in Oberösterreich und 17,3 Prozent in Tirol. "Hinter jeder Nächtigung, jedem Gasthaus und jeder Seilbahn stehen Menschen, die mit Leidenschaft und Einsatzkraft arbeiten. Ein starker Tourismus braucht starke Leute und diese brauchen faire Rahmenbedingungen", so Zehetner weiter, die mit Blick auf die anstehende Wintersaison auf die bereits beschlossene Saisonier-Verordnung der Bundesregierung verweist. "Wir haben rechtzeitig vorgesorgt und das Saisonkontingent auf 8.000 Plätze erhöht. Davon entfallen 2.500 auf das neue Westbalkan-Kontingent, das insbesondere den Westen Österreichs stärkt. Ab morgen, 1. November, sind die Einreichungen möglich. Damit sichern wir Betrieben Planungssicherheit und Arbeitsplätze über die ganze Saison hinweg."

Nationale Tourismusstrategie "Vision T"

Die Weiterentwicklung der nationalen Tourismusstrategie ist in vollem Gange. Der Beteiligungsprozess mit über 4.200 Teilnehmer:innen aus allen Bereichen der Branche sei erfolgreich abgeschlossen worden. "Wir haben den größten Beteiligungsprozess in der Geschichte des österreichischen Tourismus aufgesetzt – von Unternehmer:innen über Urlauber:innen bis hin zu Arbeitnehmer:innen. Jetzt geht es darum, die Ergebnisse in konkrete Strategien zu übersetzen", erklärt Zehetner. 

Am 3. November 2025 startet zudem der erste Expert:innen-Gipfel mit Teilnehmer:innen wie Gabriel Felbermayr und Harald Pechlaner. Dieser findet unter dem Titel "Mehrwert durch Tourismus" statt. In den folgenden Wochen stehen obendrein weitere Schwerpunkte auf dem Programm – darunter ökologische Nachhaltigkeit, Innovation & Digitalisierung, wirtschaftliche Resilienz sowie Arbeitsmarkt & Fachkräfte.

"Nach den Expertengipfeln werden wir in alle neun Bundesländer gehen, um den regionalen Anforderungen gerecht zu werden. Am Ende dieses Prozesses steht eine nationale Tourismusstrategie, die Österreich als Tourismusland zukunftsfit macht", kündigt die Tourismus-Staatssekretärin abschließend an. 

www.bmwet.gv.at

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