Recruiter & HR-Verantwortliche befragt
Bürokratie bremst Österreich im Wettbewerb um internationale Fachkräfte aus

| Tobias Seifried 
| 16.03.2026

Obwohl sie für viele Unternehmen als Schlüssel gegen den Arbeitskräftemangel gelten und die Bereitschaft daher wächst, hemmen bürokratische Verfahren und strukturelle Hürden hierzulande das internationale Recruiting.

Österreichische Unternehmen messen der Rekrutierung internationaler Talente wachsende Bedeutung bei – stoßen jedoch auf erhebliche administrative Barrieren. Laut einer aktuellen Erhebung von Stepstone (siehe Infobox) erwarten 82 Prozent der Recruiter:innen, dass internationales Recruiting künftig an Relevanz gewinnt. 56 Prozent planen bereits für 2026 konkrete Maßnahmen, darunter die Nutzung internationaler Jobplattformen oder die Beantragung zusätzlicher Budgets.

Gleichzeitig zeige sich den Studienautor:innen zufolge ein struktureller Widerspruch. Bei gleicher Qualifikation entscheiden sich viele Unternehmen weiterhin eher für lokal verfügbare Bewerbende.

"Die Bereitschaft, internationale Talente einzustellen, ist da und Unternehmen investieren zunehmend in entsprechende Strategien", sagt Nikolai Dürhammer, Managing Director Österreich & Schweiz bei Stepstone. Zugleich führten administrative Prozesse und strukturelle Hürden häufig dazu, dass lokale Bewerbende bevorzugt würden. Wenn Österreich im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen wolle, müssten Verfahren einfacher und transparenter werden.

Administrative Verfahren als zentrale Hürde

71 Prozent der befragten Recruiter:innen sehen administrative Prozesse als große Hürde im internationalen Recruiting. 59 Prozent geben an, dass Visa-Verfahren oder Fragen rund um Aufenthaltstitel bei gleicher Qualifikation eher für lokale Talente sprechen. Auch Sprachkenntnisse (60 %) sowie Relocation-Kosten (56 %) beeinflussen Entscheidungen zugunsten von Bewerbenden, die bereits in Österreich leben.

Insbesondere bei der Rekrutierung aus Drittstaaten gelten lange Bearbeitungszeiten bei Behörden als Hemmnis: 55 Prozent der Unternehmen, die hier bislang nicht aktiv sind, erwarten laut eigenen Angaben große oder sehr große Herausforderungen. Zusätzlich wird auf die Konkurrenz durch andere Arbeitsmärkte wie Deutschland oder die Schweiz verwiesen.

Unternehmen bereiten internationale Expansion vor

Trotz der Hürden planten zahlreiche Organisationen konkrete Schritte. 56 Prozent wollen dennoch Plattformen mit internationaler Reichweite nutzen. Rund jede zweite Organisation beabsichtigt, 2026 zusätzliche Budgets für internationales Recruiting zu beantragen oder externe rechtliche Beratung zu Aufenthaltstiteln in Anspruch zu nehmen.

Als Hauptmotiv nennen 56 Prozent den Fachkräftemangel, weitere 36 Prozent verweisen auf spezifische Kompetenzen, die lokal schwer verfügbar seien.

Wo internationales Recruiting bereits etabliert ist, fallen die Erfahrungen überwiegend positiv aus: 77 Prozent berichten von erfolgreicher Integration internationaler Mitarbeitender, 72 Prozent geben an, dass diese langfristig im Unternehmen bleiben.

Internationales Recruiting sei heute eine "strategische Notwendigkeit", so Dürhammer. Entscheidend sei, Hürden systematisch abzubauen und Unternehmen mehr Orientierung sowie Unterstützung zu bieten.

www.stepstone.at

Über die Studie

Für die Studie "International Recruiting in Österreich 2026" wurden im Dezember 2025 insgesamt 536 Recruiter:innen und HR-Verantwortliche aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen in Österreich befragt. Die Befragten sind laut Stepstone in Organisationen tätig, die aktiv rekrutieren und in unterschiedlichem Umfang bereits internationale Mitarbeitende beschäftigen oder entsprechende Schritte planen.

Dabei wurden unter anderem die strategische Bedeutung von International Recruiting, konkrete Rekrutierungsregionen, wahrgenommene Hürden im Bewerbungsprozess, Integrations- und Onboarding-Erfahrungen sowie geplante Maßnahmen für das Jahr 2026 untersucht.

Ziel der Erhebung war es, ein aktuelles Stimmungsbild zum internationalen Recruiting in Österreich zu erfassen und strukturelle Herausforderungen sowie Entwicklungstendenzen sichtbar zu machen.

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Über die Studie

Für die Studie "International Recruiting in Österreich 2026" wurden im Dezember 2025 insgesamt 536 Recruiter:innen und HR-Verantwortliche aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen in Österreich befragt. Die Befragten sind laut Stepstone in Organisationen tätig, die aktiv rekrutieren und in unterschiedlichem Umfang bereits internationale Mitarbeitende beschäftigen oder entsprechende Schritte planen.

Dabei wurden unter anderem die strategische Bedeutung von International Recruiting, konkrete Rekrutierungsregionen, wahrgenommene Hürden im Bewerbungsprozess, Integrations- und Onboarding-Erfahrungen sowie geplante Maßnahmen für das Jahr 2026 untersucht.

Ziel der Erhebung war es, ein aktuelles Stimmungsbild zum internationalen Recruiting in Österreich zu erfassen und strukturelle Herausforderungen sowie Entwicklungstendenzen sichtbar zu machen.

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