Interview mit Rupert Schmid
"Technologie entfaltet ihren Mehrwert erst im Zusammenspiel mit Menschen"

| Larissa Bilovits 
| 19.03.2026

Im LEADERSNET-Interview spricht Rupert Schmid, Geschäftsführer von Securitas Österreich, u.a. über die wachsende Komplexität moderner Sicherheitsanforderungen und warum klassische Bewachung heute längst nicht mehr ausreicht. Außerdem erklärt er, wie das Zusammenspiel von Personal, Technologie und Beratung zu integrierten Sicherheitslösungen wird und welche Rolle dabei Themen wie KI, Effizienz und Krisenvorsorge künftig spielen.

LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Schmid, die Anforderungen an Sicherheit haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert – sowohl für Unternehmen als auch für öffentliche Einrichtungen. In welchen Bereichen ist Securitas Österreich heute konkret tätig, und welche Aufgaben übernimmt Ihr Unternehmen dabei?

Rupert Schmid: Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, merkt man schnell, dass Sicherheit heute viel mehr umfasst als reine Bewachung. Natürlich gehören klassische Leistungen wie Objekt- und Werkschutz, Empfangsdienste, Revierstreifen oder Veranstaltungssicherheit weiterhin zu unserem Kerngeschäft. Gleichzeitig wächst aber der Bedarf, technische Lösungen – etwa Videoüberwachung, Zutrittssysteme oder Einzelarbeitsplatzüberwachung – mit diesen Leistungen zu einem passenden Sicherheitskonzept zu verbinden. Unsere Aufgabe ist es dabei nicht nur, Personal bereitzustellen, sondern gemeinsam mit den Kund:innen zu überlegen, wie Sicherheit im Alltag sinnvoll organisiert werden kann – am besten in Kombination von Personal und Technik. Oft geht es darum, Risiken frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden, die praktikabel und wirtschaftlich bleiben.

LEADERSNET: Der Sicherheitsmarkt ist stark umkämpft. Wodurch unterscheidet sich Securitas aus Ihrer Sicht von anderen Anbietern?

Schmid: Der Markt ist tatsächlich sehr dynamisch, und viele Leistungen wirken auf den ersten Blick ähnlich. Ich glaube, der Unterschied liegt vor allem darin, dass wir Sicherheit nicht isoliert betrachten. Wir kombinieren personelle Dienstleistungen mit Technologie und Beratung – und zwar nicht als Zusatz, sondern in einem integrierten Ansatz. Dazu kommt unsere internationale Erfahrung, die wir mit einer starken lokalen Organisation in Österreich verbinden. Diese Kombination aus hoher Lösungskompetenz, stabilen Strukturen und persönlicher Betreuung schätzen viele unserer Kund:innen – gerade bei langfristigen Partnerschaften.

LEADERSNET: Wie haben sich die Anforderungen Ihrer Kund:innen in den vergangenen Jahren konkret verändert, und welche neuen Herausforderungen stehen dabei heute im Vordergrund?

Schmid: Was ich besonders wahrnehme, ist ein gestiegenes Bewusstsein für Risiken – aber gleichzeitig auch ein stärkerer Fokus auf Effizienz. Viele Unternehmen müssen wirtschaftlich denken und erwarten Sicherheitslösungen, die flexibel skalierbar sind. Gleichzeitig sind die Anforderungen komplexer geworden: größere Besucherströme, neue Arbeitsmodelle, höhere regulatorische Anforderungen. Sicherheit ist heute oft ein strategisches Thema, das eng mit Organisation, Prozessen und Technologie zusammenhängt.

LEADERSNET: Diese steigenden und zunehmend komplexeren Anforderungen lassen sich oft nicht mehr allein mit klassischen Sicherheitsmaßnahmen abdecken. Welche Rolle spielt dabei der Einsatz moderner Technologien, und wie hat sich dieser Bereich bei Securitas Österreich entwickelt?

Schmid: Technologie spielt eine immer größere Rolle – und dazu gehört mittlerweile ganz klar auch der Einsatz von KI, etwa bei der intelligenten Videoanalyse oder bei der Unterstützung von Lagebewertungen. Wichtig ist mir aber zu betonen, dass Technologie bei uns nie isoliert gedacht wird. Sie entfaltet ihren Mehrwert erst dann, wenn sie sinnvoll mit der Erfahrung unserer Mitarbeiter:innen verbunden wird. Was uns dabei hilft, ist die internationale Stärke des Konzerns. Viele Innovationen entstehen global und werden dann lokal weiterentwickelt. Gleichzeitig haben wir in Österreich eigene Expert:innen, die sehr eng mit den Kund:innen zusammenarbeiten. Sie schauen sich die konkreten Anforderungen vor Ort an und entwickeln darauf aufbauend Lösungen – oft eine Kombination aus bestehenden Services und neuen technologischen Ansätzen. Genau daraus entstehen immer wieder Sicherheitskonzepte, die nicht von der Stange kommen, sondern sich an den tatsächlichen Bedürfnissen orientieren.

LEADERSNET: Sicherheit erfordert in vielen Fällen auch eine unmittelbare Präsenz vor Ort. Wie ist Securitas Österreich organisatorisch aufgestellt, und welche Rolle spielt ein flächendeckendes Netzwerk für die Betreuung Ihrer Kund:innen im gesamten Bundesgebiet?

Schmid: Unsere österreichweite Präsenz ist ein großer Vorteil, weil Sicherheit immer auch regionale Strukturen erfordert und nahe bei den Kund:innen gedacht werden muss. Lokale Teams kennen die Gegebenheiten vor Ort, gleichzeitig arbeiten wir mit gemeinsamen Standards und einheitlichen Prozessen und Systemen. Für unsere Kund:innen bedeutet das, dass sie kurze Wege und persönliche Ansprechpartner:innen haben – unabhängig davon, ob es um einen einzelnen Standort oder ein überregionales Projekt geht.

LEADERSNET: Mit Ihrer österreichweiten Präsenz sind Sie nah an den Anforderungen Ihrer Kund:innen. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Beratung bei der Entwicklung und Anpassung von Sicherheitslösungen?

Schmid: Beratung ist oft der Ausgangspunkt unserer Zusammenarbeit mit einem:r Kund:in und aus meiner Sicht einer der wichtigsten Teile unserer Arbeit. Viele Unternehmen wissen genau, wo ihre Herausforderungen liegen, suchen aber jemanden, der sie bei der strukturierten Umsetzung begleitet.
Deshalb beginnen wir meist mit einer Analyse und entwickeln darauf aufbauend Lösungen, die wirklich zur jeweiligen Organisation passen. Und weil sich Rahmenbedingungen laufend ändern, verstehen wir Sicherheit nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlichen Prozess.

LEADERSNET: Zum Abschluss ein kurzer Blick nach vorn: Welche Entwicklungen werden die Sicherheitsbranche in Österreich in den kommenden Jahren Ihrer Meinung nach besonders prägen, und wie bereitet sich Securitas auf diese Veränderungen vor?

Schmid: Ich gehe davon aus, dass sich die Branche weiter in Richtung integrierter Lösungen entwickeln wird – also im Sinne eines noch stärkeren Zusammenspiels von Technologie, Daten und qualifizierten Mitarbeiter:innen. Gleichzeitig werden Themen wie Resilienz und Krisenvorsorge an Bedeutung gewinnen. Für uns heißt das, gezielt in Ausbildung, Innovation und neue Services zu investieren. Unser Ziel ist es, in enger Abstimmung mit unseren Kund:innen Sicherheit aktiv und vorausschauend zu gewährleisten.

LEADERSNET: Vielen Dank!

www.securitas.at

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