Die Digital X ist heuer zum zweiten Mal in Österreich über die Bühne gegangen. Mehr als 1.500 Entscheider:innen aus Wirtschaft, Politik und Technologie kamen in der Wiener Marx Halle zusammen, um über aktuelle Entwicklungen und konkrete Anwendungen der Digitalisierung zu diskutieren.
Veranstaltet wurde die Zukunftsmesse erneut von Magenta Telekom gemeinsam mit T-Systems Austria, Telekom Security und der Deutschen Telekom Global Business Solutions. Bereits zum zweiten Mal positionierte sich die Bundeshauptstadt damit als europäischer Treffpunkt für digitale Innovation und Vernetzung.
Im Zentrum stand der Austausch darüber, wie Unternehmen digitale Technologien gezielt einsetzen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Werner Kraus, CCO Business Magenta Telekom, betonte, Fortschritt entstehe durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. "Darum bringen wir auf der Digital X Menschen zusammen, die Digitalisierung aus allen Blickwinkeln diskutieren. Der Austausch zwischen Wirtschaft, Technologie und Praxis stärkt die Innovationskraft", so Kraus.
Digitalisierung als Standortfaktor und gemeinsame Aufgabe
Ein Schwerpunkt lag auf der Rolle der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Österreich. In einem prominent besetzten Panel diskutierten unter anderem Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung, Patricia Neumann, CEO Siemens Österreich, Maimuna Mosser, Country Director Google Österreich, Andreas J. Wagner, Geschäftsführer SAP Österreich, sowie Gastgeber Thomas Kicker, CEO Magenta Telekom.
Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass es eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Technologie brauche. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern ein wesentliches Instrument für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. "Die Zusammenarbeit zwischen politischer Gestaltungskraft und wirtschaftlichem Pioniergeist ist entscheidend für die Stärkung des Innovationsstandortes Österreich. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand", erklärte Alexander Pröll und verwies darauf, dass die Veranstaltung konkrete Anwendungsfälle sichtbar mache.
Auch Thomas Kicker unterstrich im Gespräch mit LEADERSNET.tv die Rolle der Telekommunikationsbranche: Als Magenta trage man einerseits dazu bei, Plattformen wie die Digital X zu schaffen, auf denen unterschiedliche Akteur:innen der Digitalisierung zusammenkommen. Andererseits liege der Fokus auf dem Ausbau und Betrieb leistungsfähiger Infrastruktur. "Die digitale Infrastruktur – von Glasfaser bis Mobilfunk – ist der Unterbau für Digitalisierung und Innovation", so der Magenta-CEO und Gastgeber.
Ein besonderes Highlight der Zukunftsmesse war das Sport-Panel "Zwischen Leidenschaft und Algorithmus – Wie Digitalisierung den Fußball verändert", mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, Ex-ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck und Stefan Oesen, Leiter der Spielanalyse des ÖFB: Im Mittelpunkt stand die enge Verbindung zwischen Spitzensport und technologischer Innovation, die den modernen Fußball zunehmend prägt.
Potenziale und Grenzen von KI
Ein weiteres zentrales Thema war die Künstliche Intelligenz. In ihrer Keynote zeigte Patricia Neumann, wie Industrial AI und digitale Zwillinge als Schlüsseltechnologien Innovation und nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen können.
Neurowissenschaftler und Science-Slam-Champion Henning Beck bezeichnete KI gegenüber LEADERSNET.tv als eine der zentralen Zukunftstechnologien und erklärte, es wäre "fahrlässig, KI nicht einzusetzen", da sie besonders leistungsfähig in der Auswertung von Daten sowie bei der Entwicklung neuer Ideen und Produkte sei. Gleichzeitig betonte er, dass Maschinen an klare Grenzen stoßen: KI könne weder zielgerichtet "vom Ende her denken" noch eigene Absichten entwickeln oder Verantwortung übernehmen. Kritisches Hinterfragen, das Brechen von Regeln sowie das Treffen von Entscheidungen würden weiterhin zentrale menschliche Kompetenzen bleiben, so Beck.
Sicherheit und Resilienz als Erfolgsfaktoren
Das Thema Cyber Security wurde in mehreren Programmpunkten vertieft. Christopher Ehmsen, CEO Telekom Security Austria, hob hervor, dass insbesondere die Resilienz von Organisationen zunehmend an Bedeutung gewinne. Unternehmen müssten in der Lage sein, auf Störungen wie Cyberangriffe, unterbrochene Lieferketten oder Systemausfälle rasch zu reagieren. Entscheidend sei, "wie man möglichst schnell und unbeschadet wieder herauskommt", betonte Ehmsen.
Technologie im Praxiseinsatz
Im Rahmen einer geführten Pressetour durch die Marx Halle erhielten wir gemeinsam mit weiteren Medienvertreter:innen Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele und konnten mit Partnerunternehmen in direkten Austausch treten.
So veranschaulichte ein Cloud-Exponat die gesamte "Cloud-Journey" – von der strategischen Planung über Migration und Transformation bis zum sicheren Betrieb – und zeigte, dass neben technologischen Aspekten auch regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen eine zentrale Rolle spielen.
Ein weiteres Beispiel war ein voll automatisierter Bierroboter, der mithilfe von 5G-Sensorik und KI-gestützter Kameratechnologie mehrere Getränke gleichzeitig zapfen kann und damit die Möglichkeiten vernetzter Echtzeitsysteme demonstriert.
Auch im Bereich Endgeräte wurden neue Entwicklungen vorgestellt: Bei Samsung konnten Besucher:innen aktuelle KI-Funktionen sowie ein sogenanntes "Privacy-Display" seines neuen Smartphone-Flaggschiffs Galaxy S26 Ultra testen, das den Schutz sensibler Inhalte im mobilen Einsatz verbessern soll.
Networking und Austausch im Fokus
Neben den inhaltlichen Programmpunkten spielte auch das Networking eine zentrale Rolle. Viele Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen.
Die Veranstaltung habe gezeigt, dass Digitalisierung nicht nur technologisch, sondern vor allem durch Austausch und Zusammenarbeit vorangetrieben werde. Die Digital X sei "mehr als eine Technologiemesse", sondern ein Treffpunkt für jene, die Digitalisierung aktiv gestalten wollen, resümierte Werner Kraus. Der eigentliche Mehrwert zeige sich dann, wenn aus Gesprächen konkrete Ideen und Kooperationen entstehen.
Positive Resonanz der Teilnehmer:innen
Auch die Rückmeldungen der Besucher:innen fielen überwiegend positiv aus. Wolfgang Huber, Prokurist IT & Facility Management der Kastner Firmengruppe, berichtete, er sei von der Vielfalt der Inhalte und der Möglichkeit zum Netzwerken positiv überrascht gewesen. Mario Keindl, Leiter des Datacenters von Global Blue Austria, hob den intensiven Austausch mit anderen Unternehmen hervor, der neue Perspektiven eröffne.
Für Markus Past (Leiter Telekombereich Linz AG) stand vor allem der persönliche Kontakt zu Geschäftspartner:innen im Mittelpunkt, während Phillip Lederer (Sponsorbeauftragter SK Rapid Wien) den hohen Informationsgehalt betonte. Stefan Vietze (IT-Leiter NÖ Landesfeuerwehrverband) verwies auf den fachlichen Tiefgang der Masterclasses, und Michael Eisenkölbl (IT-Leiter Bäckerei Ströck) hob insbesondere die Impulse im Bereich Künstliche Intelligenz hervor, die sich in die eigene Unternehmenspraxis übertragen ließen.
Fazit
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Digital X auch in ihrer zweiten Ausgabe ziemlich eindrucksvoll zeigte, wie Wirtschaft, Politik und Technologie im Dialog voneinander lernen können. Zukunftsthemen wie KI, Cyber Security und Cloud-Transformation wurden von Magenta und Partnerunternehmen nicht nur präsentiert, sondern aktiv erlebbar gemacht. Wien unterstrich damit einmal mehr seinen Anspruch, Innovationsdrehscheibe im deutschsprachigen Raum zu sein.
Video-Interviews
Neben Thomas Kicker, Werner Kraus, Christopher Ehmsen und Henning Beck holte LEADERSNET.tv noch Hermann del Campo, AI-Expert & Keynote Speaker bei Zaibr Innovations, Viktoria Schnaderbeck, Ex-Profifußballerin, TV-Expertin beim ORF & Keynote Speakerin, Josip Jozic, Head of Products bei COMBIS GmbH, Matej Kultan, MSP Account Manager bei Versa Networks, Michal Terzer, Senior Key Account Manager IM B2B bei Samsung, Peter Lenz, Managing Director von T-Systems Austria, Patrik Aspermair, CEO der NOSI GmbH, sowie Jennifer Schimanko, Geschäftsführerin von Pair Finance Österreich, vor die Kamera.
Fotos von der Digital X 2026 sehen Sie in den Galerien hier und hier.
www.digital-x.com
www.magenta.at
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