Wolford verkauft seinen Stammsitz um Schulden zu tilgen

Vorarlberger Wäschehersteller will 73 Millionen Euro für seine Betriebsliegenschaft in Bregenz.

Der Vorarlberger Edel-Wäschehersteller Wolford verkauft sein Stammhaus in Bregenz. Mit dem Erlös in Höhe von 72 Millionen Euro sollen "sämtliche Kreditlinien der österreichischen Bankpartner rückgeführt" werden können, wie das Traditionsunternehmen in einem offiziellen Statement am Wochenende bekanntgab. Der Stammsitz in der Wolfordstraße soll aber weiterhin unverändert vom Unternehmen genutzt werden: nach dem Verkauf will Wolford die Liegenschaft langfristig anmieten: Headquarter und Produktion sollen am Standort verbleiben.

Die Verhandlungen über Verkauf und Miete mit der Vorarlberger Beschlägehersteller-Gruppe Julius Blum GmbH befinden sich laut Wolford in der Schlussphase. Den exklusiven Gesprächen mit Blum sei ein mehrmonatiges Bieterverfahren mit mehreren Kaufinteressenten vorausgegangen. Durch den Verkauf verfüge man auch "über genügend finanzielle Mittel, um das Unternehmen optimal für die Zukunft aufstellen zu können", hieß es.

Rote Zahlen und schwarze Schutzmasken im Online-Shop

Der Edel-Wäschehersteller ist aktuell auch von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen, doch ringt man bei Wolford schon seit längerem mit roten Zahlen. Zum Jahresende war von einem Umsatzrückgang im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2019/2020 (bis Oktober) von 62,37 auf 60,49 Millionen Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode berichtet worden, der Verlust nach Steuern stieg von 7,33 Millionen auf 11,86 Millionen Euro.Aufgrund der anhaltenen Covid-19-Krise rechnet Wolford nun "deutlich negativen Folgen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung". Diese negativen Effekte würden wohl auch im neuen Geschäftsjahr (1. Mai 2020 bis 30. April 2021) spürbar sein. 

Doch auch Wolford reagierte schnell auf die neuen Gegebenheiten am Markt und passte sein Angebot auf die neue Nachfrage an: Das erste Produkt, dass dem Konsumenten auf der Onlineseite des Unternehmens angeboten wird, ist eine Atemschutzmaske, die reißenden Absatz gefunden haben dürfte: klickt man diese an, wird das Produkt als "ausverkauft" angezeigt. Zudem bietet der Wäschehersteller einen Sonder-Rabattcode unter dem allgegenwärtigen Motto "stay at home" auf alle Onlinebestellungen an. Im Wiener Handel schoss die Wolford-Aktie letztlich 22,90 Prozent auf 5,85 Euro hoch. (red)

www.wolfordshop.at

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