Mit der Präsentation des neuen Raval hat Cupra in der eigenen City Garage Wien erstmals sein künftiges Einstiegsmodell in die Elektromobilität vorgestellt. Konkret wurde der neue Stromer im Rahmen einer Pressekonferenz enthüllt. Die Veranstaltung fand im urban konzipierten Markenerlebnisraum im ersten Wiener Bezirk statt, der als Kombination aus Showroom, Eventfläche und Gastronomiekonzept dient (LEADERSNET berichtete).
"Wichtigster Schritt für unsere Marke"
Timo Sommerauer, Markenleiter Seat & Cupra in Österreich, betonte die strategische Bedeutung des Fahrzeugs: "Der Cupra Raval markiert den wohl wichtigsten Schritt für unsere Marke." Die frühe Präsentation in Wien solle es ermöglichen, das Modell bereits vor dem Marktstart „hautnah erlebbar zu machen“. Gleichzeitig könne das Fahrzeug neue Zielgruppen ansprechen.
Er erklärte zudem, die Weltpremiere zeige, "wofür Cupra steht: für mutige Ideen, für das Aufbrechen von Konventionen und für Erlebnisse, die weit über das Automobil hinausgehen".
Inszenierte Markenwelt mit kulinarischer Begleitung
Das Premierenformat ging über eine klassische Fahrzeugpräsentation hinaus. Neben der Pressekonferenz am Morgen gab es ein vielfältiges Tagesprogramm mit Produktpräsentationen, Schulungen sowie Aktivierungsformaten, das sich an unterschiedliche Zielgruppen, darunter Flottenkund:innen und Vertriebspartner:innen, richtete.
Einen zusätzlichen Akzent setzte der Auftritt von Starkoch Roland Trettl, der ein eigens entwickeltes Menü präsentierte. Dieses sollte – so die Intention – die Markenwerte in eine kulinarische Form übersetzen. Trettl habe mit seinem Konzept eine "progressiv-emotionale Markenwelt" geschmacklich interpretiert, hieß es seitens des Unternehmens.
Erste Eindrücke
Bei der Pressekonferenz wurde betont, dass sich der Raval als Kompaktfahrzeug und nicht als klassischer Kleinwagen positionieren möchte. Wie eine LEADERSNET-Sitzprobe zeigte, bietet er bei einer parkplatzfreundlichen Länge von rund 4,04 Metern für dieses Segment ein überdurchschnittliches Platzangebot. Besonders hervorzuheben ist das Kofferraumvolumen von bis zu 441 Litern, das im Alltag einen praktischen Vorteil darstellt und im Wettbewerbsumfeld auffällt. Zum Vergleich: Der etwas längere, konventionell angetriebene Seat Ibiza ist mit 355 Litern in seinem Segment schon gut aufgestellt. Beim Platzangebot und der Raumausnutzung macht sich die Elektroplattform also positiv bemerkbar.
LEADERSNET nutzte die Premiere für eine Sitzprobe.
Im Innenraum setzt Cupra auf eine Kombination aus digitaler Inszenierung und klassischen Bedienelementen. Die Lichtgestaltung mit dynamischen Elementen richtet sich sichtbar an eine jüngere Zielgruppe, ohne dabei funktionale Aspekte zu vernachlässigen. Positiv fallen die physischen Tasten am Lenkrad sowie das vergleichsweise große digitale Kombiinstrument (10,25 Zoll) auf. Ergänzt wird dies durch ein 12,9-Zoll-Infotainmentsystem. Die Schalensitze bieten guten Seitenhalt und hohen Sitzkomfort, die Materialqualität entspricht dem Niveau der Klasse.
Antrieb, Reichweite und Laden
Technisch basiert der Raval auf dem weiterentwickelten MEB+-Baukasten des Volkswagen-Konzerns und wird ausschließlich mit Frontantrieb angeboten. Insgesamt sind vier Leistungsstufen vorgesehen: Die Einstiegsversion leistet 85 kW (116 PS), darüber folgt eine Variante mit 99 kW (135 PS). Beide greifen auf eine 37-kWh-Batterie (LFP) zurück und erreichen eine Reichweite von rund 300 Kilometern.
Die stärkeren Varianten "Endurance" und "VZ" nutzen eine größere 52-kWh-Batterie (NMC). Während die 155-kW-Version (211 PS) bis zu rund 450 Kilometer Reichweite ermöglichen soll, ist die sportlich positionierte VZ-Variante mit 166 kW (226 PS) auf rund 400 Kilometer ausgelegt. Letztere beschleunigt in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 175 km/h.
Beim Laden sind je nach Variante Unterschiede vorgesehen. So lädt die kleinere Batterie mit bis zu 88 kW DC, die größere mit bis zu 105 kW. In beiden Fällen soll ein Ladehub von 10 auf 80 Prozent in rund 23 bis 24 Minuten möglich sein. Serienmäßig ist AC-Laden mit 11 kW vorgesehen. Zusätzlich bietet das Modell Funktionen wie Vehicle-to-Load, womit externe Geräte über das Fahrzeug mit Strom versorgt werden können.
Fahrdynamisch setzt Cupra laut eigenen Angaben auf markentypische Akzente. Ein tiefergelegtes Sportfahrwerk, adaptive Dämpfer (DCC), ein elektronisches Sperrdifferenzial sowie eine progressive Lenkung sollen insbesondere in der VZ-Version für ein überdurchschnittlich dynamisches Fahrverhalten sorgen.
Preise und strategische Rolle im Konzern
Der Raval markiert den Einstieg in eine neue Generation leistbarer Elektrofahrzeuge innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Auf derselben Plattform sollen noch im Laufe des Jahres weitere Modelle folgen, darunter VW ID. Polo und ID. Cross sowie der Skoda Epiq. Innerhalb dieser Modellfamilie positioniert sich der Raval optisch und fahrdynamisch klar als sportlichste Variante.
Beim Basismodell Raval Base geht es bei einem Listenpreis von 25.900 Euro los, dieser kann jedoch durch Finanzierungsboni auf bis zu 21.400 Euro gedrückt werden. Für den Raval Plus werden regulär 30.400 Euro fällig, während der effektive Einstiegspreis abzüglich aller Boni hier bei 22.900 Euro liegt. Wer mehr Reichweite benötigt, greift zum Endurance für einen Listenpreis von 34.900 Euro (ab 26.400 Euro mit Boni), während das sportliche Top-Modell VZ bei 39.400 Euro gelistet ist und nach Abzug aller Prämien ab 30.900 Euro bereitsteht. Die Varianten mit der größeren Batterie sind bereits bestellbar, bei den heimischen Händler:innen treffen die ersten Modelle in der dritten Juniwoche ein. Cupra setzt große Hoffnungen in den Raval. Im ersten Volljahr, also 2027, sollen in Österreich 3.000 Fahrzeuge verkauft werden.
Im wachsenden Segment leistbarer Elektrofahrzeuge treffen der Raval und seine Konzernbrüder auf eine Reihe neuer Modelle, darunter Renault R5, Alpine A280, Fiat Panda, Mini Cooper Electric, Citroën ë-C3, Hyundai Inster, Kia EV2 oder Leapmotor T03.
Fotos von der Weltpremiere in Wien, die zeitgleich in vielen weiteren Städten über die Bühne ging, sehen Sie in der Galerie.
www.cupraofficial.at
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