Fotos von der PK mit Peter Hanke
Mobilitätsminister ebnet Weg für fahrerlose Öffi-Busse

| Tobias Seifried 
| 16.04.2026

Peter Hanke leitet nach jahrelanger Forschung den erweiterten Testbetrieb für automatisiertes Fahren ein. Mit neuen Gesetzen und Millioneninvestitionen soll die Technologie den öffentlichen Verkehr und die heimische Wirtschaft stärken.

Nach einer zwölfeinhalbjährigen Forschungsphase, in die insgesamt 63,5 Millionen Euro investiert wurden, leitet das Mobilitätsministerium nun die nächste Stufe der automatisierten Mobilität ein. Ziel von Mobilitätsminister Peter Hanke ist es, die technologischen Entwicklungen aus dem isolierten Testumfeld in den realen Verkehrsalltag zu überführen. Dabei stehen die Verkehrssicherheit sowie der konkrete Nutzen für die Bürger:innen im Vordergrund. Präsentiert wurden die neuen Pläne bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Martin Russ, Geschäftsführer von Austria Tech.

Strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort 

Die automatisierte Mobilität ist ein zentraler Bestandteil der Industriestrategie 2035 (LEADERSNET berichtete). Da Österreich insbesondere in den Bereichen Sensorik sowie Test- und Messtechnik über ausgeprägte Kompetenzen verfügt, soll dieses Zukunftsfeld zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz und der heimischen Wertschöpfung beitragen. "Wir bringen die Innovation auf die Straße. Automatisiertes Fahren ist aus meiner Sicht keine technische Spielerei, sondern leistet einen wesentlichen Beitrag für sichere und zukunftsorientierte Mobilität", erklärte Hanke. Es sei entscheidend, die Bevölkerung einzubinden und Vertrauen in die neuen Technologien zu schaffen.

Fokus auf den ländlichen Raum

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Strategie liegt auf der Aufwertung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Durch das Leitprojekt "Roberta" werden vollautomatisierte Busse unter Aufsicht erprobt, wofür ein Fördervolumen von rund 3,5 Millionen Euro bereitgestellt wird. Ziel sei es, diese Systeme bis zum Jahr 2030 in den regulären Linienbetrieb zu integrieren. Der Minister hielt fest, dass nun die Voraussetzungen geschaffen würden, damit diese Innovationen sowohl im ländlichen Raum als auch in der Stadt bei den Menschen ankommen.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Zeitplan

Um den erweiterten Testbetrieb zu ermöglichen, werden derzeit die Automatisiertes Fahren Verordnung sowie das Kraftfahrgesetz (KFG) novelliert. Diese Anpassungen erlauben künftig fahrerloses Fahren unter Aufsicht im öffentlichen Raum und bilden die Basis für gewerbliche Flottenanwendungen. Zudem soll der automatische Spurwechsel auf Autobahnen in den Regelbetrieb übernommen werden. Den weiteren Fahrplan sehen Sie in der Infobox.

Internationale Kooperationen

Auch auf europäischer Ebene sucht Österreich den Anschluss. Im Juni 2026 werde das Land die europäische Cross-Border-Initiative für automatisierte Mobilität unterzeichnen. Laut Martin Russ und Peter Hanke sei der rege Austausch mit anderen EU-Mitgliedstaaten essenziell, um internationale Standards aktiv mitzugestalten und das automatisierte Fahren als grenzüberschreitende Chance zu nutzen. Parallel dazu werde bereits an der gesetzlichen Grundlage für einen flächendeckenden Regelbetrieb gearbeitet, die im kommenden Jahr finalisiert werden soll.

LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.bmimi.gv.at

www.austriatech.at

Weiterer Fahrplan sieht folgende Schritte vor

  • Herbst 2026: Einberufung eines Gipfels mit Akteur:innen aus Wirtschaft und Forschung sowie Start der Ausschreibung für Modellregionen
  • Mitte 2027: Abschluss des Auswahlprozesses für die Modellregionen.
  • 2028: Betriebsstart in den ausgewählten Regionen.

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Weiterer Fahrplan sieht folgende Schritte vor

  • Herbst 2026: Einberufung eines Gipfels mit Akteur:innen aus Wirtschaft und Forschung sowie Start der Ausschreibung für Modellregionen
  • Mitte 2027: Abschluss des Auswahlprozesses für die Modellregionen.
  • 2028: Betriebsstart in den ausgewählten Regionen.

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