Unter dem Leitthema "Souveränität als Gamechanger – KI steuert die Zukunft. Wer steuert die KI?" stand beim A1 Business Forum 2026 in Wien die Frage im Mittelpunkt, wie Europa im internationalen KI-Wettbewerb technologisch unabhängiger werden kann. Vertreter:innen aus Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft diskutierten dabei über Datenhoheit, resiliente KI-Architekturen und europäische Cloud-Infrastrukturen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Moderatorin Barbara Lang gemeinsam mit Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von A1, sowie Herbert Scheiblauer, Geschäftsführer des Wirtschaftsmagazins Gewinn. In Keynotes, Breakout-Sessions und Paneldiskussionen wurden aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität beleuchtet.
Für Resel ist digitale Souveränität eine zentrale Voraussetzung für eigenständige Innovation. "Digitale Souveränität ist die Voraussetzung dafür, Innovation selbstbestimmt voranzutreiben. Unternehmen müssen in der Lage sein, ihre Daten, Technologien und Infrastrukturen eigenständig zu kontrollieren und gleichzeitig flexibel zu innovieren", erklärte er im Rahmen des Forums.
Keynote und Breakout-Sessions
Zu den internationalen Gästen zählte auch die KI-Expertin Feiyu Xu. In ihrer Keynote sprach sie über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die globale wirtschaftliche Machtverteilung. "2026 leitet die Phase der operativen Nutzung von KI ein. Der größte Mehrwert entsteht nicht in einzelnen Use Cases, sondern in der Transformation ganzer Prozesse", sagte Xu. Entscheidend seien dabei Datenhoheit, modulare KI-Architekturen sowie Transparenz und Auditierbarkeit.
Auch in den Breakout-Sessions stand die Frage im Fokus, wie Europa und Österreich beim Thema KI wettbewerbsfähig bleiben können. Hardy Gröger, Director Data Technical Sales DACH bei IBM, betonte im Gespräch mit LEADERSNET.tv die Bedeutung souveräner Infrastruktur. Österreich und andere europäische Länder stünden im Bereich KI vor neuen Aufgaben. Dafür brauche es starke Partner, "die eine souveräne Infrastruktur wie die A1 zur Verfügung stellen können", sagte Gröger. Datenlokationen ausschließlich in Österreich seien aus seiner Sicht nicht ausreichend, vielmehr müsse europäisch gedacht werden.
Ähnlich äußerte sich Christoph Rohr, Country Manager Nokia Solutions and Networks Österreich, gegenüber LEADERSNET.tv. Das Thema KI sei mittlerweile auch in der Politik angekommen, sagte er. Gleichzeitig dürfe die Entwicklung nicht nur aus österreichischer Perspektive betrachtet werden. Im geopolitischen Wettbewerb mit den USA und China gebe es in Europa "einen erheblichen Aufholbedarf", so Rohr.
A1 AI Award
Im Rahmen des Forums wurde zudem erstmals der A1 AI Award vergeben. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen Layonardo für die Lösung "Deep Visual Analytics", die digitale Inhalte auf Manipulationen und Deepfakes überprüft.
Barbara Lang erklärte, der Award solle dazu beitragen, digitale Souveränität und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Ziel sei es, österreichische KI-Unternehmen sichtbar zu machen und innovative B2B-Lösungen auszuzeichnen. Auch Martin Resel betonte die Bedeutung vertrauenswürdiger KI-Lösungen. "Künstliche Intelligenz braucht Vertrauen. Gerade in sensiblen Bereichen wie der Erkennung von Manipulationen zeigt sich, wie entscheidend transparente und erklärbare Systeme sind", sagte er bei der Preisverleihung.
Über die Prämierung zeigte sich Oliver Hepp, Co-Founder und Geschäftsführer von Layonardo, gegenüber LEADERSNET.tv erfreut. Der Preis bringe zusätzliche Aufmerksamkeit für das Unternehmen und dessen Technologie. Bei der ausgezeichneten Lösung handle es sich um eine Software zur Betrugserkennung im Bereich visueller Inhalte. "Unsere Mission ist es, digitale Inhalte verlässlich überprüfbar zu machen – damit Vertrauen auch in einer von KI geprägten Welt erhalten bleibt. Mit unserer Technologie wollen wir dazu beitragen, Manipulation sichtbar zu machen und die Integrität digitaler Kommunikation nachhaltig zu stärken", so Hepp
Die Bandbreite der eingereichten Projekte zeigt, wie vielfältig der Einsatz von KI bereits heute ist – von IT-Sicherheit über Industrie bis hin zum Gesundheitswesen. Neben dem Gewinner präsentierten zwei weitere Finalisten ihre Lösungen: DELEP mit DeepLearnElectroPlan und KI-gestützter Elektrik-Planung auf Basis visueller Pläne sowie Swuppi FlexCo, eine digitale Pflegeplattform mit KI-gestützter Unterstützung für Routinen wie Dienstplanung und Dokumentation.
Hochrangige Paneldiskussion
Den Abschluss des Forums bildete eine Paneldiskussion zur strategischen Rolle Europas im KI-Zeitalter. Neben Martin Resel und Feiyu Xu diskutierten dabei auch Clemens Wasner, Vorstand und Gründungsmitglied von AI Austria, sowie Wolfgang Leindecker, Director Solution Sales und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Österreich. Einigkeit bestand darüber, dass Europa insbesondere im Bereich Industrial AI Potenzial habe – Voraussetzung dafür seien jedoch Investitionen, Innovationskraft und technologische Unabhängigkeit.
Interview-Partner:innen
Neben Martin Resel, Feiyu Xu, Christoph Rohr, Hardy Gröger, Barbara Lang und Oliver Hepp holte LEADERSNET.tv noch Clemens Wasner, Vorstand und Gründungsmitglied von AI Austria sowie Mario Zimmermann, Senior Regional Director Schweiz veeam, vor die Kamera.
Fotos vom A1 Business Forum 2026 sehen Sie in der Galerie.
www.a1.net/business
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