Einkaufstrends
Proteintrend treibt Nachfrage bei Lebensmitteln, Fleisch legt wieder zu

| Wolfgang Zechner 
| 11.03.2026

Eiweißreiche Produkte bleiben der dominierende Ernährungstrend in Österreich. Zudem zeigen die aktuellen RollAMA-Daten ein neues Allzeithoch bei Bio-Lebensmitteln. 

Proteinreiche Ernährung ist für viele Konsument:innen zu einem zentralen Thema geworden. Laut RollAMA-Haushaltspanel halten sich pflanzliche und tierische Proteinquellen mengenmäßig in etwa die Waage. Aufgrund der höheren Preise wird für tierische Produkte allerdings deutlich mehr ausgegeben.

"Die RollAMA-Zahlen zeigen sehr deutlich, dass Protein für viele Konsumentinnen und Konsumenten zu einem zentralen Ernährungsthema geworden ist. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder: Tierische und pflanzliche Produkte finden gleichermaßen ihren Platz im Einkaufswagen“, sagt AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek. Insgesamt gab ein österreichischer Haushalt im Schnitt im Vorjahr 229 Euro pro Monat für Frischeprodukte aus. Das sind um drei Euro weniger als noch im Jahr davor.

Besonders dynamisch entwickelten sich 2025 proteinreiche Milchprodukte. Skyr und Naturjoghurt legten gemeinsam um zwölf Prozent zu. Insgesamt kauften Haushalte fast 50.000 Tonnen dieser Produkte. Auch Cottage Cheese profitierte vom High-Protein-Trend und legte mengenmäßig um zwölf Prozent zu, während Getränke auf Milch- und Joghurtbasis ein Mengenplus von drei Prozent erzielten.

Fleisch wächst wieder, Alternativen bleiben klein

Überraschend zeigte sich 2025 auch beim Fleischkonsum eine Trendwende. Insgesamt wurde um 1,6 Prozent mehr Fleisch gekauft. Schweine- und Hühnerfleisch, die beiden beliebtesten Fleischarten, legten jeweils um rund drei bis fast fünf Prozent zu. Auch Eier setzten ihren positiven Trend fort und steigerten die Absatzmengen erneut.

Parallel dazu wachsen pflanzliche Alternativen weiter, allerdings von niedrigem Niveau aus. Die Einkaufsmenge stieg zuletzt um 14 Prozent, die Ausgaben um sechs Prozent auf rund 120 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich pflanzliche Drinks, während Fleischersatzprodukte weniger stark zulegten.

Mehr als die Hälfte der Haushalte greift zumindest gelegentlich zu pflanzlichen Alternativen. Gemessen am Gesamtmarkt bleibt ihr Anteil jedoch weiterhin vergleichsweise gering.

Bio auf Rekordniveau, Klassiker bleiben gefragt

Neben dem Proteintrend gewinnt auch Bio wieder deutlich an Bedeutung. Die Einkaufsmengen stiegen um 2,3 Prozent, die Ausgaben sogar um 6,5 Prozent. Der Bio-Anteil an den Ausgaben erreichte mit knapp zwölf Prozent ein Allzeithoch. Auch klassische Grundnahrungsmittel behaupten ihre starke Stellung. Butter setzte sich im direkten Vergleich klar gegen Margarine durch. Ihr Mengenanteil stieg von 67 auf knapp 70 Prozent, während Margarine-Einkäufe um sieben Prozent zurückgingen.

Gouda ist die Nummer eins

Im Käseranking führt Gouda vor Streichkäse auf Gervais-Basis und Mozzarella. Bei Obst und Gemüse stehen Erdäpfel mit deutlichem Abstand an der Spitze, gefolgt von Tomaten, Zwiebeln und Karotten. Im Brotsegment bleibt Roggenmischbrot die meistgekaufte Sorte. "Neben neuen Ernährungstrends zeigt RollAMA auch die Stabilität klassischer Lebensmittel: Erdäpfel, Brot oder Käse bleiben feste Bestandteile der heimischen Küche“, betont Mutenthaler-Sipek.

www.amainfo.at

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