Anfang Juni fand in diesem Jahr der zweite große Reichweitentest für Elektroautos, den der norwegische Autofahrerclub NAF zweimal pro Jahr gemeinsam mit europäischen Partnerclubs durchführt, statt. Jetzt wurden die Ergebnisse des sogenannten "El Prix" (siehe Infobox) veröffentlicht. Nachdem bereits beim heurigen Wintertest 24 Stromern auf den Zahn gefühlt wurde (alle Ergebnisse können Sie in unserem Bericht hier nachlesen), mussten beim Sommertest ebenfalls 24 E-Autos das praxisnahe Prozedere über sich ergehen lassen.
BMW iX3 mit größter Reichweite
Beim diesjährigen Sommertest gingen die aktuellen Elektrofahrzeuge verschiedener Hersteller mit vollgeladenen Akkus an den Start. Die Route führte durch Norwegen und umfasste Stadtverkehr, Landstraßen sowie Autobahnabschnitte. Die Temperaturen lagen laut den Organisator:innen zwischen 12 und 18 Grad Celsius, die Fahrbahn war durchgehend trocken.
Das Testprinzip ist einfach: Alle Fahrzeuge absolvieren am selben Tag dieselbe Strecke unter vergleichbaren Bedingungen. Bewertet wird einerseits die tatsächlich erzielte Reichweite, andererseits die Abweichung von den offiziellen WLTP-Angaben der Hersteller.
Die größte Distanz legte der BMW iX3, dessen E-Motor im Motorenwerk Steyr produziert wird (LEADERSNET berichtete), zurück. Das bayerische SUV kam auf 781 Kilometer und setzte sich damit deutlich vor die Konkurrenz. Der zweitplatzierte Lucid Gravity erreichte 720 Kilometer. Damit lag der BMW um 61 Kilometer vor dem nächstplatzierten Modell.
Xpeng übertrifft Herstellerangabe am deutlichsten
Während der BMW die längste Strecke absolvierte, fiel die größte positive Abweichung von der offiziellen WLTP-Reichweite auf den Xpeng X9. Der chinesische Elektro-Van erreichte 646 Kilometer und lag damit um 11,4 Prozent über dem vom Hersteller angegebenen Wert von 580 Kilometern.
Nils Sødal, leitender Kommunikationsberater des NAF, sprach von einem starken Ergebnis unter günstigen Testbedingungen. "Das ist ein starkes Ergebnis an einem Tag mit günstigen Fahrbedingungen, mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad und durchgehend trockenen Straßen", so der Experte.
Reichweite und WLTP-Abweichung klafften teils deutlich auseinander
Ein Blick auf die Detailergebnisse zeigt, dass die größte tatsächlich erzielte Reichweite nicht automatisch mit der größten positiven Abweichung von der Herstellerangabe einherging. Zwar setzte sich der BMW iX3 mit 781 Kilometern an die Spitze des Feldes, gegenüber seiner offiziellen WLTP-Reichweite entsprach das jedoch lediglich einem Plus von 1,5 Prozent.
Hinter dem Xpeng X9 reihten sich der Kia EV2 mit plus 5,4 Prozent sowie der Mercedes GLB 350 EQ mit plus 5,3 Prozent ein. Ebenfalls über den offiziellen Angaben lagen der Hyundai Inster (+3,5 Prozent), der Mercedes GLC 400 EQ (+3,4 Prozent), der MG S6 (+3,4 Prozent) und der Smart #5 (+3,0 Prozent).
Eine Punktlandung gelang dem Toyota bZ4X. Das Modell erreichte exakt die vom Hersteller angegebene WLTP-Reichweite und war damit das einzige Fahrzeug ohne Abweichung.
MG IM6 bildet das Schlusslicht
Am anderen Ende des Feldes fand sich der MG IM6 wieder. Das Modell erreichte 446 Kilometer und blieb damit um 11,7 Prozent unter seiner angegebenen WLTP-Reichweite von 505 Kilometern. Sødal zeigte sich angesichts dieses Ergebnisses überrascht. Insbesondere deshalb, weil ein anderes Modell desselben Herstellers im Test eine positive Abweichung erzielt habe.
Ebenfalls unter ihren Herstellerangaben blieben der Hyundai Ioniq 9 (-5,7 Prozent) sowie der Mercedes-Benz CLA (-4,7 Prozent). Weitere negative Abweichungen verzeichneten unter anderem der Polestar 3 (-3,8 Prozent), der Lucid Gravity (-3,7 Prozent), der Toyota C-HR+ (-3,4 Prozent) und der Kia EV4 (-3,3 Prozent).
Ergebnisse aller 24 Stromer im Überblick (gereiht nach der Testreichweite)
| Modell |
Testreichweite (km) |
Abweichung zum WLTP-Wert |
| BMW iX3 |
781 |
+1,5 % |
| Lucid Gravity |
720 |
-3,7 % |
| Mercedes-Benz CLA |
675 |
-4,7 % |
| Mercedes-Benz GLC 400 |
665 |
+3,4 % |
| Xpeng X9 |
646 |
+11,4 % |
| Polestar 3 |
601 |
-3,8 % |
| Mercedes-Benz GLB 350 |
593 |
+5,3 % |
| Toyota C-HR+ |
587 |
-3,4 % |
| Kia EV4 |
575 |
-3,3 % |
| Hyundai IONIQ 9 |
566 |
-5,7 % |
| Smart #5 |
556 |
+3,0 % |
| Kia EV5 |
509 |
-2,1 % |
| Toyota bZ4X |
506 |
0,0 % |
| MG S6 |
502 |
+3,4 % |
| Citroën ë-C5 Aircross |
500 |
-2,5 % |
| Mazda 6e |
485 |
+1,2 % |
| BYD Atto EVO |
460 |
-2,1 % |
| MG IM6 |
446 |
-11,7 % |
| Changan Deepal S05 |
431 |
-3,1 % |
| Kia PV5 |
420 |
+1,8 % |
| Hyundai Inster |
373 |
+3,5 % |
| KGM Musso |
369 |
-2,6 % |
| Dongfeng Vigo |
348 |
+2,3 % |
| Kia EV2 |
325 |
+5,4 % |
Wie das Ranking zeigt, haben bei der reinen Reichweite Fahrzeuge mit größerem Akku einen klaren Vorteil. Für viele Interessent:innen dürften daher die Abweichungen vom WLTP-Wert nicht minder wichtig sein.
Im Alltag spielt natürlich auch die Ladezeit eine wichtige Rolle. Wie die Testkandidaten diesbezüglich abgeschnitten haben, erfahren Sie in einem unserer nächsten Newsletter.
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