Fotos der "Fledermaus - Pride Edition"
Großer Premierenjubel für ein starkes Zeichen der Vielfalt an der Volksoper

Mit einer glanzvollen Premiere setzte die Kultureinrichtung ein unüberhörbares Zeichen im Pride Month. Die queere Neuinterpretation von Johann Strauß' Operettenklassiker begeisterte das Publikum mit frischen Perspektiven und Star-Besetzung. 

Die Volksoper gilt seit jeher als Hüterin klassischer Wiener Operettentradition. Dass sich Tradition und moderner gesellschaftlicher Diskurs allerdings keineswegs ausschließen müssen, bewies das Haus am Dienstagabend, dem 9. Juni 2026. Pünktlich um 19 Uhr hob sich der Vorhang für eine ganz besondere Erstaufführung: "Die Fledermaus – Pride Edition". 

Unter der musikalischen Leitung von Tobias Wögerer verschmolzen dabei weltbekannte Melodien von Johann Strauß mit einem zeitgemäßen Blick auf Identität, Rollenbilder und queere Sichtbarkeit. 

Ein Zeichen für Vielfalt

Regisseur Florian Hurler führte die bekannte und beliebte Inszenierung von Robert Herzl behutsam in die Gegenwart. Ohne die musikalische Substanz des Originals zu verändern, legte die Inszenierung geschickt die ohnehin vorhandene Ambivalenz des Stücks frei. Das Verwirrspiel um bürgerliche Fassaden wurde zum humorvollen Brennglas für starre gesellschaftliche Normen: Ehemänner, die vielleicht doch gar nicht so heterosexuell sind, und die legendäre Party des Prinzen Orlofsky als geschützter Raum für unerlaubte queere Sichtbarkeit. 

Getragen wurde der Abend von einem spielfreudigen Ensemble. Daniel Schmutzhard als Gabriel von Eisenstein und Johanna Arrouas in der Rolle der Rosalinde glänzten sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Katia Ledoux gab wiederum einen stimmgewaltigen Prinzen Orlofsky. Das absolute Highlight des Abends war jedoch der Auftritt von ESC-Legende Tom Neuwirth, auch bekannt als Conchita Wurst. In der traditionell als reiner Sprechrolle angelegten Figur des Gefängniswärters Frosch zog er das Publikum mit pointiertem Humor in seinen Bann und nutzte die Bühne für kluge, kritische Denkanstöße zu gängigen Rollenerwartungen. 

Ein begeistertes Publikum

Nach gut drei Stunden endete der Premierenabend unter großem Jubel des Wiener Publikums. Die "Pride Edition" der Fledermaus zeigte somit eindrucksvoll, wie lebendig und wandlungsfähig das Genre der Operette im 21. Jahrhundert sein kann. 

LEADERSNET begleitete die Premiere. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen. 

Zudem erhalten Sie eine Kurzeinführung mittels Video:

www.volksoper.at

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