"E-Autos allein reichen nicht, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen"

Expert:innen des GSV-Forums plädieren unter anderem für nachhaltigen Sprit für den Fahrzeugbestand.

Viele Politiker:innen verkaufen den Bürger:innen derzeit batterieelektrische Fahrzeuge als einzige Lösung, um die ambitionierten Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Doch es gibt auch andere Meinungen. So waren sich beispielsweise alle Expert:innen im Rahmen des GSV-Forums "Fahrzeugantriebe bis 2030 – nachhaltig und bestandswirksam" einig, dass es dazu mehr brauche, als die alleinige Forcierung von reinen Elektroautos.

Zwar werden sich ganzjährig mit grünem Strom angetriebene Elektro-Fahrzeuge in der CO2-Bilanz positiv auswirken, jedoch werde ein Großteil der Kraftfahrzeuge in Österreich noch viele Jahre mit herkömmlichen Antrieben unterwegs sein.

Mögliche Maßnahmen für den Fahrzeugbestand

Die Expert:innen lieferten auch Lösungsvorschläge. So könnte die Beimischung von Bio-Ethanol im Benzin sofort von derzeit fünf auf zehn Prozent erhöht werden (E10). Vorstandsdirektor Norbert Harringer von Agrana dazu: "Anstatt überschüssige Mengen Ethanol vorwiegend nach Deutschland zu exportieren, könnten wir durch erhöhte Beimischung in Österreich eine CO2 Einsparung in der Höhe von 200.000 Tonnen pro Jahr erzielen."

Shell bietet bereits heute Kraftstoffe an, die bis zu 33 Prozent erneuerbare Komponenten enthalten Stichworte R33 Blue Diesel und E33 Blue Gasoline (Benzin). Mit dieser Maßnahme wären mindestens 20 Prozent CO2 Reduktion erzielbar. Patrick Haenel von Shell Deutschland dazu: "Mehr als 33 Prozent können wir derzeit nicht beimischen, das erlauben aktuelle Kraftstoffnormen nicht. Würde man diese Norm anpassen, könnte noch höhere Anteile beigemischt und größere CO2 Einsparungen in der Bestandsflotte von bis zu 90 Prozent erzielt werden."

Heterogene Weltmärkte

Tenor der Veranstaltung war, dass neben der E-Mobilität auch andere Wege verfolgt werden müssen, um die Klimaziele im Verkehr realistisch erreichen zu können. Schließlich gelte es auch zu berücksichtigen, dass die Weltmärkte bezüglich Antrieben äußerst heterogen sind und bleiben werden. Zur Frage der erneuerbaren Energie wird es auch für Österreich unumgänglich sein, weiterhin auf Importe zu setzen, was auch der Vertreter des BMK Hans-Jürgen Salmhofer so sieht. (red)

LEADERSNET war beim GSV-Forum mit dabei. Eindrücke finden Sie in der Galerie.

www.gsv.co.at

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