"Steigende Buchungszahlen im Sommer verschaffen uns Luft, doch die Krise lässt uns noch lange nicht aufatmen"

Die Auswirkungen durch die Pandemie auf das heimische Fluggeschäft sind nach wie vor verheerend und wirken sich auch weiterhin negativ auf das Unternehmensergebnis von Austrian Airlines aus.

Der Weltverband der Fluggesellschaften (IATA) hat in seinem Jahrbuch 2020 die verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Luftfahrt dokumentiert. Insgesamt flogen im vergangenen Jahr nur 1,8 Milliarden Passagiere im Linienflugverkehr, das waren 60,2 Prozent weniger als im Jahr davor. Es war der größte Einbruch seit Beginn der systematischen Zählung der Passagierkilometer seit 1950. Die Austrian Airlines zieht ihr Resüme für das vergangene Halbjahr.

Die nun seit eineinhalb Jahren andauernde Coronapandemie wirkt sich weiterhin negativ auf das Unternehmensergebnis von Austrian Airlines aus. Zu Ende des zweiten Quartals 2021 konnte die rot-weiß-rote Airline lediglich rund 55 Prozent ihrer Vorkrisenkapazität anbieten. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, in dessen Frühjahr der Beginn der Pandemie fiel, ist die Passagierzahl um 44 Prozent auf knapp 1,1 Million gesunken, verglichen mit 2019 ist dies ein Rückgang um 83 Prozent.

"Virusvarianten, die oft damit verbundenen Reiserestriktionen sowie die geringe Nachfrage nach Fern- und Geschäftsreisen bremsen die Erholung der Luftfahrtbranche. Die steigenden Buchungszahlen im Sommer verschaffen uns zwar etwas Luft, doch die Krise lässt uns noch lang nicht aufatmen", so Austrian-Airlines-CEO Alexis von Hoensbroech anlässlich der Unternehmenszahlen zum ersten Halbjahr 2021.

Die Ergebnisse im Detail

Im zweiten Quartal 2021 betrug der Umsatz von Austrian Airlines 126 Millionen Euro und damit um 260 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, das praktisch nur aus zwei Wochen Minimalbetrieb im Juni bestand. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 lag das Umsatzminus jedoch bei 79 Prozent. Mit 136 Millionen Euro wurde im zweiten Quartal 2021 ein um 131 Prozent höherer Gesamterlös erzielt im Vergleich zum Vorjahr.

Im ersten Halbjahr 2021 sind die Gesamterlöse um 45 Prozent auf 201 Millionen Euro gesunken. Die geringe Auslastung im ersten Quartal 2021 zeigt seine Auswirkungen auch im Passagieraufkommen. Aufgrund strenger Reisebeschränkungen und einem geringen Flugangebot zu Beginn des Jahres sanken die Passagierzahlen im ersten Halbjahr des Jahres um 44 Prozent auf 1,1 Millionen. Die angebotenen Sitzkilometer betrugen dabei 2,9 Milliarden und lagen somit 37 Prozent unter jenen des Vorjahreszeitraumes.

Rückkehr zu Destinationsvielfalt und stabile Liquiditätssituation

Um der erhöhten Nachfrage im touristischen Segment auf der Kurz- und Mittelstrecke zu entsprechen, hat Austrian Airlines die Destinationsvielfalt im Sommerflugplan 2021 schrittweise auf über 100 Ziele angehoben. Steigende Buchungseingänge zum Ende des ersten Halbjahres, die Kurzarbeitsförderung sowie die wirkungsvollen Modernisierungsmaßnahmen ermöglichen eine weiterhin stabile Liquiditätssituation, die das Unternehmen auf Kurs hält.

"Nach wie vor lässt sich leider kein Ende der Pandemie absehen. Unsere hohe Anpassungsfähigkeit und die konsequente Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen zeigen aber, dass es möglich ist, das Unternehmen erfolgreich durch die Krise zu fliegen", kommentiert AUA-CEO Alexis von Hoensbroech. Erfreulich ist auch Airline das am 14. Juni 2021 verkündete Urteil des Europäischen Gerichts. Mit diesem wurde die Klage von Ryanair und Laudamotion gegen die Staatshilfe für Austrian Airlines abgewiesen und die Beihilfe der Republik Österreich in Höhe von 150 Millionen Euro für unionsrechtskonform erklärt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2021

Vor allem der Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 zeigt, dass das Unternehmen trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Nachfrage nach wie vor von einer Normalsituation entfernt ist. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der anhaltenden Pandemie machen auch Prognosen für eine Rückkehr von Geschäfts- und Fernreisen schwierig. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Auswirkungen der Pandemie noch weit ins Jahr 2022 oder länger deutlich spürbar bleiben werden. Bestehende Ungewissheiten, die sich auch im kurzfristigen Buchungsverhalten der Fluggäste zeigen, werden sich auch im Gesamtjahresergebnis widerspiegeln. (sk)

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