Die Erholung der österreichischen Wirtschaft nimmt Konturen an. "Die deutliche Verbesserung der Konjunkturstimmung mit Beginn des Frühjahres signalisiert ein kräftiges Wachstums-Comeback. Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ist im April auf 3,2 Punkte gestiegen und erreicht damit den höchsten Wert seit 30 Monaten. Nach der Stabilisierung der Konjunktur im ersten Quartal ermöglicht die offensichtliche Durchbrechung der dritten Infektionswelle und die generelle Öffnung der Wirtschaft einen kräftigen Rebound im zweiten Quartal in Österreich", erwartet UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Ausgeglichene Entwicklung
Die aktuellen Stimmungsindikatoren weisen zudem darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Sektoren in Österreich wieder ausgeglichener erfolgen wird. "Während sich die heimische Industrie sowie der Bau in den vergangenen Monaten bereits sehr positiv entwickelt haben und damit ganz wesentlich zum im europäischen Vergleich günstigeren Konjunkturverlauf seit Jahresbeginn beigetragen haben, kommt nun auch der Dienstleistungssektor in Schwung. Damit wird die Erholung der österreichischen Wirtschaft in den kommenden Monaten auf breiter Basis einsetzen", meint Bruckbauer.
Nach ersten regionalen Öffnungsschritten und angesichts der angekündigten generellen Öffnung aller Sparten ab Mitte Mai hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor stark aufgehellt und übersteigt mittlerweile sogar den langjährigen Durchschnitt. Die Zuversicht wird auch durch die gute Verbraucherstimmung geschürt, die von der schrittweisen Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt profitiert. Die Verbesserung im Dienstleistungssektor ist für fast die Hälfte des Anstiegs des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im April verantwortlich.
Auch die erneute Verbesserung der Geschäftsaussichten der heimischen Industrie trug zum Anstieg stark bei, denn die Nachfrageunterstützung aus dem Ausland nimmt weiter zu. Angetrieben vom Aufschwung in Asien und den USA ist die mit den österreichischen Handelsanteilen gewichtete internationale Industriestimmung sogar auf ein Rekordhoch gestiegen. Mit den günstigeren Wetterbedingungen hat sich auch der Optimismus am Bau auf ein Allzeithoch gesteigert, gestützt auf volle Auftragsbücher.

Beginn der Erholung
Unter der Voraussetzung eines günstigen Infektionsverlaufs, der keine neuerliche Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie notwendig werden lässt, sollte das zweite Quartal 2021 am Beginn einer nachhaltigen Erholung der heimischen Wirtschaft stehen.
"Nach dem besser als erwarteten Start ins Jahr gehen wir fürs Gesamtjahr 2021 mittlerweile sogar von einem Wachstum der österreichischen Wirtschaft von 3,2 Prozent aus. Für 2022 erwarten wir immer noch einen deutlichen Anstieg des BIP um nunmehr 5,4 Prozent. Das wäre das höchste Wirtschaftswachstum seit rund 50 Jahren", meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.
Steigende Rohstoffpreise und die Teuerung
Seit dem Jahresbeginn hat sich die Teuerung in Österreich auf mittlerweile rund 2 Prozent im Jahresvergleich verdoppelt. Steigende Rohstoffpreise, insbesondere der höhere Ölpreis, haben die spürbare Beschleunigung ausgelöst.
Die Teuerung wird damit sowohl 2021 als auch 2022 erneut über den Vergleichswerten im Euroraum von erwarteten 1,7 bzw. 1,5 Prozent liegen und damit das zwölfte Jahr in Folge den Wert im Euroraum übersteigen. "Trotz des starken Aufschwungs und der höheren Inflationsraten bleibt die Wirtschaft aber weiterhin noch unter ihrem Potential und dies sollte auch noch 2022 gelten, daher gehen wir auch für 2022 von einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik aus, die Intensität wird jedoch abnehmen", so Bruckbauer abschließend. (red)
www.unicreditgroup.at
Kommentar veröffentlichen