Kündigungen als "kleineres Übel?": Westbahn muss Personal abbauen

Trennung von 50 Mitarbeitern, ursprünglich waren 100 Entlassungen vorgesehen.

Die Westbahn muss sich in der Folge der anhaltenden Coronakrise von fünfzig Mitarbeitern trennen. Damit habe der Betriebsrat rund um seinen Vorsitzenden Robert Reschreiter eine Halbierung der ursprünglich geplanten Streichung von hundert Stellen erreicht, erklärte das Unternehmen im Rahmen eines öffentlichen Statements.

Der Gewerkschaft Vida reicht das nicht: Die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft, in der vor allem ÖBB-Personalvertreter sitzen, kritisiert, dass die Verhandlungen über einen Sozialplan abgebrochen wurden und besonders Zugbegleiterinnen, die über die hauseigene Arbeitskräfteüberlassungsfirma Westteam angestellt sind, die Leidtragenden seien, so der Vida-Eisenbahnexperte Günter Blumthaler. Dem stellt Reschreiter entgegen, dass "ein Sozialplan nur auf Kosten weiterer Kündigungen möglich gewesen wäre", damit also laut dem Betriebsratsvorsitzenden also noch das "geringere Übel" erwirkt worden sei.

Krise lässt Arbeitslosenzahlen weiter steigen

Im Oktober waren um 19,7 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr. Dieser rasante Anstieg ist auf die Coronakrise zurückzuführen. Wie das AMS und Arbeitsministerium errechneten, bedeutet das in konkreten Zahlen 69.724 Arbeitslose mehr, bei zuletzt 423.750 Menschen ohne Job.

Ende September gab es in Österreich insgesamt 408.853 als arbeitslos gemeldete Menschen bzw. AMS-Schulungsteilnehmer. Arbeitsministerin Christine Aschbacher führt dies aber nicht nur auf die Krise, sondern auch auf saisonale Effekte zurück. Die krisenbedingte Arbeitslosigkeit lag im September mit rund 70.000 Menschen ohne Job sogar ein wenig höher als im Oktober.

Auf Branchen gerechnet stiegen die Arbeitslosenzahlen zuletzt in der Bau- und der Tourismusbranche am meisten an, die Zuwächse betrugen je knapp über 30 Prozent. An zweiter Stelle lag der Handel, hier war die Arbeitslosigkeit mit 25,6 Prozent überdurchschnittlich hoch, wohingegen sie in der Branche der Arbeitskräfteüberlassung mit 14,5 Prozent unterdurchschnittlich stark anwuchs. (red)

www.westbahn.at

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