Fotos von Alexander Pröll bei der CES 2026
Staatssekretär sieht autonomes Fahren als Chance für Österreich

| Tobias Seifried 
| 08.01.2026

"Roboautos" gelten als Schlüsseltechnologie für Sicherheit, Innovation und digitale Souveränität. Alexander Pröll setzt bei der CES 2026 auf europäische Lösungen und plädiert für rasche politische Schritte, um automatisierte Mobilität hierzulande voranzubringen. 

Im Rahmen eines Arbeitsbesuchs in den Vereinigten Staaten ist Alexander Pröll, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, derzeit zum politischen und technologischen Austausch vor Ort. Zum Auftakt standen Gespräche mit Ellen Germain, Sondergesandte der Vereinigten Staaten für Holocaust-Angelegenheiten, auf der Agenda. Vor dem Hintergrund des im Jahr 2025 erfolgten Startschusses für ein Holocaust-Museum in Österreich habe der Austausch wichtige Impulse für das Projekt geliefert. Weitere Stationen führten Pröll zu Google, wo er unter anderem Amy Ritualo, Chief Data and AI Officer, sowie David Weller, Senior Director of Emerging Tech, Competitiveness and Sustainability Policy, traf. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Digitalisierung, Datenverarbeitung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung. Im Anschluss setzte der Staatssekretär seine Reise zur Consumer Electronics Show (CES) nach Las Vegas fort.

Autonomes Fahren als Chance für Österreich

Auf der internationalen Leitmesse für Technologie (unseren Bericht mit den heurigen Highlights finden Sie hier) hat Alexander Pröll die Bedeutung autonomer Mobilität für Österreich und Europa betont. Die CES zeige eindrucksvoll, dass die Transformation des Verkehrs hin zu digitalen, vernetzten und automatisierten Lösungen längst im Gang sei.

"Die Fortbewegung der Zukunft wird digital, vernetzt und zunehmend autonom sein", erklärte Pröll vor Ort. Die zentrale Frage sei dabei nicht mehr, ob dieser Wandel komme, sondern "wann und wie wir diesen Wandel gemeinsam gestalten". Zukunftsfähigkeit bedeute aus seiner Sicht, neue Technologien frühzeitig und aktiv einzusetzen – ein Anspruch, den er auch für Österreich formulierte.

Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung

Autonomes Fahren gilt international als Hebel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Studien und Pilotprojekte legen nahe, dass automatisierte Systeme das Unfallrisiko deutlich senken können, da ein Großteil schwerer Verkehrsunfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen ist – etwa auf Unaufmerksamkeit, Alkoholkonsum oder Fehleinschätzungen.

Darüber hinaus eröffne autonome Mobilität neue Perspektiven für das subjektive Sicherheitsgefühl, insbesondere für Frauen. Transparente Routenführung, digitale Nachvollziehbarkeit und klar definierte Sicherheitsstandards könnten dazu beitragen, selbstbestimmte Mobilität zu jeder Tages- und Nachtzeit zu ermöglichen, so die Einschätzung aus dem Umfeld des Staatssekretärs.

Digitale Souveränität im europäischen Kontext

Ein weiterer Schwerpunkt liegt laut Pröll auf der Stärkung europäischer Technologien. Autonomes Fahren müsse europäisch gedacht werden – ergänzt durch internationale Partnerschaften dort, wo sie sinnvoll seien. Ziel sei es, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, Daten verantwortungsvoll zu nutzen und europäische Standards aktiv in den globalen Wettbewerb einzubringen.

Man strebe offene Märkte an, jedoch keine "blinde Abhängigkeit", hielt der Staatssekretär fest. Digitale Souveränität bedeute, eigenständig entscheiden zu können und gleichzeitig grenzüberschreitend mit europäischen Partner:innen zusammenzuarbeiten.

Auf der CES hat Pröll auch Nvidia-CEO Jensen Huang getroffen. Das aktuell wertvollste Unternehmen der Welt (rund 4,5 Billionen US-Dollar) profitiert derzeit massiv vom KI-Boom und hat in Las Vegas unter anderem eine Kooperation mit Mercedes für "Robotaxis" präsentiert (LEADERSNET berichtete). Die fahrerlosen Autos sollen 2027 auf die Straße rollen. Zudem hat er auch den Stand von Zoox besucht und dort mit dem Entwicklungschef Ron Thaniel gesprochen. Das seit 2020 zu Amazon gehörende Unternehmen fertigt Robotaxis und bekam im September 2025 in Las Vegas die Lizenz, seine autonomen Autos auf den öffentlichen Straßen fahren zu lassen.

Heimische Tests im Realbetrieb

Österreich verfügt bereits über erste Praxiserfahrungen: In mehreren Bundesländern werden automatisierte Fahrzeuge sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum im täglichen Verkehr getestet. Der politische Ansatz dahinter lautet: Innovation soll dort wirksam werden, wo sie den Menschen konkret nützt – etwa durch bessere Anbindungen, zusätzliche Angebote im öffentlichen Verkehr und neue Mobilitätsoptionen für Personen mit eingeschränktem Zugang zu bestehenden Systemen.

Nach seinem Besuch auf der CES zeigte sich Pröll überzeugt, die Technologie sei einsatzbereit und sicher. Die Messe habe dies "in beeindruckender Art und Weise" unter Beweis gestellt. Nun gelte es, die Innovation auf die österreichische Straße zu bringen. Aus Sicht des Staatssekretärs müsse rasch gemeinsam mit Stakeholder:innen an den nächsten politischen Schritten sowie an geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen gearbeitet werden, um fahrerloses Fahren in Österreich langfristig zu ermöglichen. Laut einer Umfrage vom März 2025 stehen die Österreicher:innen dieser Technologie aber (noch) mehrheitlich skeptisch gegenüber (LEADERSNET berichtete).

Fotos vom USA-Besuch von Alexander Pröll sehen Sie in der Galerie.

www.ces.tech

www.bundeskanzleramt.gv.at

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