Remax hat am Mittwoch in Wien auf das Immobilienjahr 2025 zurückgeblickt und eine Prognose für 2026 abgegeben. Insgesamt erwartet das Makler:innen-Netzwerk für heuer eine Stabilisierung des Immobilienmarktes. Laut dem Remax Real Estate Future Index (RREFIX), für den 650 Immobilienexpert:innen befragt wurden, zeichnen sich steigende Nachfrage, mehr Angebot und moderat wachsende Preise über nahezu alle Segmente ab.
Das Unternehmen selbst blickt auf ein starkes Jahr 2025 zurück. Remax erreichte laut eigenen Angaben das erfolgreichste Umsatzjahr seiner Geschichte – der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 um 20,4 Prozent und übertraf auch das bisherige Rekordjahr 2022 um 12,2 Prozent. Noch nie wurden demnach so viele Immobilien verkauft, nämlich 20 Prozent mehr als 2024, bei einem Transaktionswert von 2,76 Milliarden Euro, ein Plus von 23,2 Prozent. Durchschnittlich wurden an jedem Arbeitstag 44 Transaktionen begleitet, also etwa alle elf Minuten eine. Auch die Kooperationen im Netzwerk habe zugenommen: 2.750 erfolgreiche Kooperationsgeschäfte bedeuten einen Anstieg von 22,6 Prozent.
Remax erwartet moderaten Aufschwung
Doch zurück zu den Prognosen für das heurige Jahr. Meist bewegen sich diese im Rahmen der Inflationsrate. Besonders deutlich zeige sich die Entwicklung im oberen Preissegment, wo Nachfrage und Angebot am stärksten zulegen sollen. Preissteigerungen werden hingegen eher im unteren Segment erwartet. Bei Mietwohnungen dürfte die Nachfrage vor allem am Stadtrand anziehen, während Eigentumswohnungen laut Studie in allen Lagen ähnlich gefragt sein sollen. Frei vereinbarte Mieten könnten etwas stärker steigen als Kaufpreise.
Auch Einfamilienhäuser, Baugrundstücke und ausgewählte Gewerbeimmobilien gelten als Profiteure der erwarteten Erholung. Baugründe sollen – als Hinweis auf eine mögliche Belebung der Baukonjunktur – wieder stärker nachgefragt werden. Gleichzeitig sieht der RREFIX Risiken durch zu wenig Neubau: Hier zeichne sich mittelfristig ein Engpass ab.
"Für das Jahr 2026 erwarten wir einen weiteren moderaten Aufschwung", erklärt Bernhard Reikersdorfer, Managing Direktor von Remax Austria. Das derzeitige Zinsniveau, ein noch breites Angebot und zunehmende Nachfrage stimmten optimistisch. Zugleich sei "die Politik gefordert", Rahmenbedingungen für mehr Neubau zu schaffen. Andernfalls könnten die Preise ab 2027 deutlich anziehen, so seine Einschätzung.

In der Prognose zu Segmenten und Lagen zeigt sich ein differenziertes Bild: Wohnobjekte in Einzellagen, Ladenlokale sowie Stadt- und Zinshäuser sollen wieder stärker nachgefragt werden. Bei Eigentumswohnungen wird ein solider Aufschwung erwartet, während Mieten in zentralen Lagen etwas kräftiger steigen könnten. Penthouses und Lofts dürften sich beleben, ohne jedoch große Preissteigerungen auszulösen.
Einfamilienhäuser gewinnen laut Studie an Stabilität. Hier sei – so wird berichtet – mit Nachfragezuwachs, einem begrenzten Angebotsplus und Preisen auf Höhe der Inflation zu rechnen. Anton Nenning, Head of Research bei Remax Austria, fasst die Entwicklung so zusammen, dass der "stotternde Neustart 2025 überwunden" sei und sich der Markt 2026 wieder "unspektakulär, aber rund" entwickeln dürfte.
Gewerbeimmobilien – lange unter Druck – werden ebenfalls etwas positiver gesehen. Betriebsgrundstücke, Büros und Geschäftslokale sollen wieder moderat anziehen, wobei die Erwartungen regional deutlich variieren.

Regionale Unterschiede 2026
Bei den Einschätzungen für die Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede in der Marktdynamik. Nenning erläutert, dass regionale Abweichungen einerseits aus Topografie und Wirtschaftsschwerpunkten, andererseits aus Einkommen, Bevölkerungsentwicklung und teils subjektiven Wahrnehmungen resultierten. Am stärksten soll die Nachfragezunahme in Tirol ausfallen, wo ein Plus von 6,4 Prozent erwartet wird. Kärnten folgt mit 4,3 Prozent, Niederösterreich mit 4,1 Prozent. Geringere, aber dennoch positive Zuwächse zeichnen sich demnach in Oberösterreich und dem Burgenland mit jeweils 2,9 Prozent ab.
Auch beim Angebot zeigen sich den Immoexpert:innen zufolge Unterschiede: Das größte Wachstum wird im Burgenland mit vier Prozent prognostiziert, während Kärnten auf 3,9 Prozent kommt. In Salzburg soll das Angebot nur minimal um 0,3 Prozent steigen. Die erwarteten Preissteigerungen bewegen sich zwischen 1,5 Prozent in Salzburg über zwei Prozent im Burgenland bis zu vier Prozent in Niederösterreich und 4,2 Prozent in Wien.
Die Entwicklungen in den verschiedenen Immobilientypen spiegelten die regionalen Unterschiede wider. Eigentumswohnungen sollen in allen Lagen ähnlich stark nachgefragt werden, wobei im oberen Preissegment ein Zuwachs von 3,9 Prozent erwartet wird. Bei Mietwohnungen liegt der Schwerpunkt am Stadtrand mit 3,7 Prozent, während im Zentrum mit 2,5 Prozent und in Landgemeinden mit 2,7 Prozent weniger Nachfrage erwartet wird. Frei vereinbarte Mieten sollen dabei meist etwas stärker steigen als Kaufpreise. Einfamilienhäuser gewinnen laut Prognose an Stabilität, mit einem Nachfrageplus von 3,9 Prozent, einem Angebotszuwachs von 2,7 Prozent und moderaten Preissteigerungen um drei Prozent. Wohnobjekte in Einzellagen werden mit sechs Prozent Nachfrageplus, 2,5 Prozent mehr Angebot und 3,4 Prozent steigenden Preisen an der Spitze liegen.
Baugrundstücke werden voraussichtlich eine Nachfrage von 2,6 Prozent, ein Angebotsplus von 3,3 Prozent und steigende Preise um 3,5 Prozent verzeichnen. Land- und forstwirtschaftliche Flächen sollen um 4,2 Prozent stärker nachgefragt werden, das Angebot soll um 4,1 Prozent steigen, während die Preise voraussichtlich um 2,7 Prozent zulegen. Stadt- und Zinshäuser setzen den Aufwärtstrend fort, mit 4,2 Prozent mehr Nachfrage, 3,3 Prozent mehr Angebot und einer Preissteigerung um 2,5 Prozent. Auch Gewerbeimmobilien zeigen positive Entwicklungen. Betriebsgrundstücke sollen um 2,1 Prozent nachgefragt werden, das Angebot steigt um 2,7 Prozent, die Preise um drei Prozent. Betriebs- und Gewerbeobjekte werden voraussichtlich drei Prozent mehr nachgefragt, das Angebot steigt um 3,8 Prozent, Preise um 2,8 Prozent. Bei Ladenlokalen erwarten die Expert:innen eine Zunahme der Nachfrage um 4,3 Prozent, des Angebots um 3,9 Prozent und der Preise um 3,9 Prozent. Reikersdorfer kommentiert, dass diese Dynamik "nicht von kleinen Betrieben getragen, sondern eher durch neue Dienstleister ausgelöst" werde. Büroflächen sollen ebenfalls wieder stärker nachgefragt werden, um 2,2 Prozent, das Angebot steigt um drei Prozent, die Preise voraussichtlich um 3,2 Prozent. Laut Nenning seien die Prognosen für 2026 "wesentlich zuversichtlicher als noch vor einem Jahr, als die Bandbreite bei Commercial-Immobilien zwischen -3,9 und -5,5 Prozent lag."
Insgesamt zeigen die regionalen Entwicklungen laut dem aktuellen Remax Real Estate Future Index positive Tendenzen für alle Bundesländer. Tirol, Kärnten und Niederösterreich stechen durch besonders starke Nachfrage hervor, während die Preissteigerungen in Wien und Niederösterreich über dem Durchschnitt liegen. Gewerbeimmobilien profitieren von einer konjunkturellen Belebung, während Wohnimmobilien in allen Lagen moderat zulegen sollen.
Tipps
Neben der Prognose haben die Branchenexpert:innen auch Tipps für Käufer:innen verfasst. Diese finden Sie in der Infobox.
www.remax.at
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