Neun Millionen Euro und kein einziger Apfel: Oststeirischer Obsthändler betrog den Staat im großen Stil

Die Steuerfahndung trieb im Vorjahr insgesamt 104 Millionen Euro ein und hatte mit vielen Kuriositäten zu tun. 

Ein steirischer Obstbauer fälschte Papiere, um Apfellieferungen ins Ausland vorzutäuschen und verursachte damit einen Schaden von neun Millionen Euro. Er hat auch sämtliche vorgelegten Vollmachten von ausländischen Unternehmen, diverse Rechnungen sowie auch die vorgelegten Transportpapiere, Firmenstempel und Zollstempel gefälscht und keinen einzigen Apfel exportiert.

"Die Tat wurde vom beschuldigten Obstbauer letztendlich auch vollumfänglich gestanden", so das Finanzministerium in einer Bilanz-Aussendung. "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und schadet nicht nur dem Standort, sondern auch dem Ruf der Wirtschaft", kommentiert Finanzminister Gernot Blümel.

Die Steuerfahndung hat im Vorjahr 561 Fälle untersucht und dabei 104 Millionen Euro an Steuern eingenommen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 104 Zwangsmaßnahmen durch die Steuerfahndung durchgeführt, darunter 85 Hausdurchsuchungen an 292 Einsatzorten. Dabei wurden unter anderem 72.000 GB an IT-Daten sichergestellt.

Weitere "einfallsreiche" Unternehmer

Fliesen statt Smartphones hat ein Unternehmer in Verpackungen von Mobiltelefonen gesteckt. Die "Fliesen-Handys" seien laut Finanzministerium natürlich niemals für den Verkauf bestimmt gewesen, sondern eindeutig Instrumente zum Umsatzsteuerbetrug.

Mithilfe eines Programmierers manipulierte ein Lokalbesitzer eines China-Restaurants in Vorarlberg seine Registrierkasse so, dass Umsätze im Nachhinein aus dem System gelöscht werden konnten. Der Lokalbesitzer war geständig, abgabenrechtliche Nachforderungen in Höhe von fast 600.000 Euro wurden gestellt.

Ganze vier Jahre lang wurde gegen einen Getränkegroßhändler aus Salzburg ermittelt, der es Gastronomiekunden ermöglicht hat, nicht registrierte Bareinkäufe zu tätigen. Die Kundennamen waren erfunden und in der Buchhaltung des Getränkegroßhändlers wurden Scheinkundenkonten zur Verschleierung der tatsächlichen Warenempfänger angelegt. (jw)

www.bmf.gv.at

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