GVTB-Betonpreis: Kühne Visionen und so viele Einreichungen wie noch nie

Die Preisträger wurden vorerst virtuell ausgezeichnet – eine offizielle Preisverleihung folgt. 

"Noch nie hatten wir so viele Einreichungen wie diesmal, zudem bin ich von der Vielfalt beeindruckt und welche innovativen Leistungen unsere Unternehmen umsetzen. Die architektonische Gestaltung war bei einigen Projekten sehr anspruchsvoll wie die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll unter Beweis stellen", erläutert Markus Stumvoll, Präsident des GVTB (Güteverband Transportbeton), anlässlich des siebten Betonpreises des Güteverbandes Transportbeton.

In allen Kategorien – Funktion, Innovation, Ausführungsleistung, Nachhaltigkeit und Design – überzeugten die Landesgalerie Krems als auch die Rad- und Gehwegbrücke in der Steiermark. Eine Anerkennung in der Kategorie Design erhielt der Wohnbau Aldrans. "Die Qualität der eingereichten Projekte stellte uns vor die Qual der Wahl. Wir beschlossen, die Projekte in Hochbau und Infrastrukturbauten einzuteilen, um eine bessere Vergleichbarkeit in den Kategorien vornehmen zu können. So kamen wir zu einem einstimmig angenommenen Ergebnis mit zwei Siegern und einer Anerkennung", erklärt der Vorsitzende der Jury, Elmar Hagmann. Die Preisträger wurden vorerst virtuell ausgezeichnet – eine offizielle Preisverleihung folgt.

"Ein starkes architektonisches Zeichen"

Der Bau der Landesgalerie Niederösterreich beruht auf der kühnen Vision von Marte.Marte Architekten, ausgeführt von Wopfinger Transportbeton und Dywidag Dyckerhoff & Widmann. Elmar Hagmann schwärmt von den geometrisch windschiefen hyperbolisch-paraboloiden Flächen – Wojciech Czaja lobt die herausragende Ausführungsqualität, vor allem in den Stiegenhäusern. Der Solitär setzt in dem Museumsviertel Krems ein starkes architektonisches Zeichen. Basierend auf der elementaren Geometrie eines Quadrates, der sich rotierend und nach oben verjüngend in die Höhe schraubt, ist es Marte.Marte Architekten gelungen, dem massiven Betonbau eine dynamische Bewegung zu verleihen, die ihn nahezu abheben lässt. Auf fünf Ebenen und einer Gesamtfläche von 3.000 Quadratmetern verbindet das neue Zentrum für bildende Kunst die Bestände der Landessammlungen Niederösterreichs mit wichtigen Privatkollektionen. Der Bau lagert auf vier Eckpunkten eines quadratischen Grundrisses mit 33 Meter Seitenlänge. Doppelt gekrümmte Wände, die sich bis zur Oberkante auf 30 Meter verjüngen, bilden dabei hyperbolische Paraboloide, deren Flächen je nach Blickwinkel unterschiedlich erscheinen. (red)

www.gvtb.at

Alle eingereichten Projekte im Überblick

Ferienhausanlage Hollmann am Berg, Turracher Höhe: Die Ferienhausanlage fügt sich harmonisch in den Kärntner Zirbenwald ein. Beton ist der maßgebende Baustoff und passt perfekt mit dem Holz zusammen. Der Beton wurde eingefärbt, die Oberflächen sind robust und frostbeständig. „Beton wurde hier architektonisch bemerkenswert inszeniert“, so Wojciech Czaja.

Neues Betriebsgebäude B12 Illside, Nüziders: Die gemeinsame Firmenzentrale von Tomaselli Gabriel Bau und Gantner Electronic wird mittels Bauteilaktivierung beheizt und gekühlt. Beton steht im gesamten Projekt im Zentrum. Besonderer Wert wurde auf die perfekte Ausführung der Sichtbetonflächen gelegt.

Kreisverkehr mit eingefärbten Beton als Leitsystem, St. Leonhard: Beton kann mehr – das zeigt sich bei dem Kreisverkehr im Stadtzentrum von St. Leonhard, die rot eingefärbten Straßenoberbetone werden hier als Leitsystem eingesetzt. Die Gemeinde scheute den Aufwand nicht, denn für diese Art von Gestaltung benötigt man eigens erstellte Schnittmuster.

Paneum – Wunderkammer des Brotes, Asten: Mit dem Paneum wurde ein außergewöhnlicher Ort für die backaldrin Kunst- und Kultursammlung geschaffen. Der Sockel wurde komplett aus Beton errichtet, auch der Innenraum zeigt perfekt geschalte Sichtbetonflächen. Als Herausforderung für die ausführenden Unternehmen erwiesen sich die zahlreichen Rundungen.

Sicherheitssanierung Stiege 10 der Technischen Universität Wien: Das Fluchtwegekonzept der TU Wien war überaltert, dies bedingte eine neue Fluchtstiegenführung und daher die Sicherheitssanierung der Stiege 10. Im Innenhof wurde ein Stiegenhauszubau errichtet, um eine sichere Entfluchtung des Resseltraktes sowie des Haupttraktes zu ermöglichen. Diese wurde aus Stahlbeton mit perfekten Sichtbetonoberflächen ausgeführt.

Landwirtschaftliches Nutzgebäude, Hochburg Ach: Die Sanierung des Gebäudes war dringend notwendig. Der Bauherr entschied sich für eine fugenlose, monolithische Betonbodenplatte, die zudem bauteilaktiviert – zum Heizen und Kühlen – wurde. Die Klimaplatten in Perimeterausführung und eine automatengeschäumte Formplatte aus expandierten Polystyrol mit umlaufendem Stufenfalz, wurden auf den bestehenden Boden verlegt.

Neubau Volksschule, Seewalchen am Attersee: Die zweigeschossige Schule wurde so platziert, dass ein schöner Innenhof entstand. Das kompakte Gebäude wurde in Massivbauweise in Stahlbeton errichtet, zudem wurde für den Umraum Ortbeton mit einer Besenstrich-Oberfläche verwendet.

ÖBB-Infrastruktur-Brücke, Lückenschluss L 207, Fehring-Brunn: Die 90 Meter lange Autobrücke wurde mit dem Sonderbeton UHPFRC, ein stahlfaserbewährter Ultrahochleistungsbeton, verstärkt. „UHPFRC ist in der Schweiz bereits durchaus üblich“, so Kollegger, in Österreich erst am Beginn des Einsatzes. Der Sonderbeton wurde als Ersatz für Widerlager verwendetet.

Vega Sternwarte Haus der Natur, Obertrum am See: In nur 14 Monaten wurde die modernste und leistungsstärkste Sternwarte Mitteleuropa errichtet – Sichtbeton ist das vorherrschende Material. Die größte Herausforderung bestand in der Abstimmung der Statik und der Sichtbetonqualität, denn die Sternwarte bedingte enorm dimensionierte Fundamente, um eine maximale Genauigkeit beim Betrieb der Teleskope gewährleisten zu können.

EOS Hauptkläranlage, Wien: Die Sanierung der Hauptkläranlage zum Öko-Kraftwerk wäre ohne dem Baustoff Beton nicht möglich gewesen. Sieben große Faulbehälter wurden mit jeweils drei Großmastpumpen je Einsatz in Klettertechnik betoniert. Die gesamte zur Abwasserreinigung benötigte Energie erzeugt die Kläranlage nun selbst – diese wird aus dem Klärgas gewonnen.

KTM Motohall, Mattighofen: Das elliptische Museumsgebäude aus Beton fügt sich gut in die Stadtstruktur ein, vorne zu dem urbanen Raum und rückwärts zu den Feldern geöffnet. Die Speicherfähigkeit von Beton wird zum Heizen und Kühlen genützt. Durch das Gebäude gelangt man stufenlos über geneigte Ebenen.

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