Jungbrunnen: Pokémon Go hält Erwachsene fit

Das beliebte Augmented-Reality-Spiel wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Über-40-jährigen aus.

Von wegen "Kinderspiel": Eine aktuelle Studie der University of Tokyo  hat nun wissenschaftliche Beweise dafür gesammelt, dass Augmented-Reality- Videospiele wie "Pokémon Go" nicht nur unterhaltend, sondern auch gesundheitsfördernd wirken. Besonders bei älteren Usern über 40 Jahren steigert das Smartphone-Spiel die physische Aktivität merkbar und beeinflusst somit körperliche Fitness und Gesundheitszustand der Erwachsenen positiv. Auch Stadtplaner und Videospiel-Entwickler sollen diese Erkenntnisse stärker in ihren Projekten berücksichtigen.

Videospiel als "Türöffner" zu mehr Bewegung

"Ich glaube, dass 'Pokémon Go' gerade deshalb so vielversprechend ist, weil es von seinen Nutzen zuallererst einfach als Spiel wahrgenommen wird. Dass es auch das Potenzial hat, die eigene Gesundheit zu verbessern, ist zunächst eher nebensächlich", so Kimihiro Hino, Associate Professor an der Graduate School of Engineering der University of Tokyo. Doch gerade den letztgenannten Aspekt dürfe man nicht unterschätzen. "Es ist durchaus möglich, dass solche Videospiele eine Art Türöffner sind, mit denen man bei älteren Menschen die Motivation wecken kann, sich wieder mehr zu bewegen", meint der Forscher.

© Pixabay

Natürlich gebe es auch jetzt bereits eine Reihe von spaßigen Trainingsübungen für ältere Personen. Sobald es allerdings darum gehe, sich körperlich anzustrengen, würden viele Betroffene doch erst wieder sitzenbleiben. "Derartige Videospiele könnten die Einstellung gegenüber physischer Aktivität grundlegend ändern. Wer spielt, bewegt sich mehr - das ist ein positiver Kreislauf", betont Hino. Vielleicht würden einige dann auch eher zu Fuß gehen und ihr Auto stehen lassen. "Es gibt viele Pokémon zu fangen. Wir hoffen, dass auch die Stadtplaner unsere Ergebnisse ernst nehmen und mehr Fußgängerzonen in den Stadtgebieten errichten", so der Experte.

Gesundheitsprojekt "Walking Point"

In der südlich von Tokio gelegenen Stadt Yokohama ist im November 2014 mit "Walking Point" ein spezielles Projekt gestartet, das darauf abzielt, die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Als Teil der Initiative bekamen 2.580 Teilnehmer Schrittzähler ausgehändigt, die unter anderem auch die täglichen Aktivitäten im "Pokémon Go"-Spiel registrierten. Eine Stichprobe von 230 Personen über 40 Jahren zeigte, dass die 46 körperlich Aktivsten davon alle auch viel Zeit mit dem Handy-Spiel verbrachten.

Zu bedenken bleibt aber, dass "Pokémon Go" nicht unbedingt nur zu Fuß gespielt werden kann. Schon 2016 ließ eine Untersuchung einer zufälligen Auswahl von Twitter-Meldungen erahnen, dass so mancher User die virtuellen Comic-Monster auch gerne einmal mit dem Auto jagen geht, was zur Gefährdung von Fußgängern und anderen Autolenkern führen kann. (red)

www.pokemongo.com

www.u-tokyo.ac.jp

leadersnet.TV