Die Sehnsucht nach Sonne, Meer und Erholung erreicht in Österreich heuer ein neues Hoch. So wollen etwa 90 Prozent der hiesigen Bevölkerung in diesem Jahr, trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Spannungen, Reißaus nehmen und verreisen. Das ist eines der Ergebnisse, zu denen der aktuelle Ruefa Reisekompass gekommen ist. Dabei handelt es sich um eine jährlich durchgeführte Trendstudie, bei der Österreicher:innen zu ihren Reiseplänen und ihrem Reiseverhalten befragt werden, um aktuelle Entwicklungen und beliebte Destinationen zu ermitteln. In Auftrag gegeben wird er von der Verkehrsbuero Group, durchgeführt wiederum von Marketagent. Der aktuelle Ruefa Reisekompass wurde erst kürzlich veröffentlicht und basiert auf einer Umfrage vom November 2025 mit insgesamt 1.550 Online-Interviews. Die Studie zeigt dabei: die Reiselust der Österreicher:innen ist ungebrochen und verzeichnet heuer sogar ein Plus.
Über das österreichische Reiseverhalten
Laut Reisekompass waren die Österreicher:innen im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Tage unterwegs und damit um einen Tag länger als noch im Jahr 2024. Aufgeteilt war die Urlaubszeit dabei zumindest in zwei (22 %) bis drei Urlaube (9 %) bzw. einen Urlaub (18 %). Die Mehrheit der Urlaube dauerte acht bis 14 Tage (25 %) oder 15 bis 24 Tage (23 %) bzw. bis zu sieben Tagen (20 %) oder zwischen 22 und 31 Tagen (18 %) und mehr (14 %). Die Durchschnittsaufgaben pro Person lagen dabei bei etwa 2.170 Euro.
"Die Österreicher:innen waren 2025 erneut ausgesprochen reisefreudig", meinen Birgit Wallner, Vorständin Verkehrsbuero, und Michael Fanton, Geschäftsführer Ruefa. "Unter nicht immer ganz einfachen Rahmenbedingungen wie der anhaltenden Teuerung und einem herausfordernden Marktumfeld ist es uns gelungen, das Jahr insgesamt stabil zu gestalten. Für 2026 sind wir breit aufgestellt und unsere Urlaubswelten so vielfältig wie nie zuvor, weshalb wir zuversichtlich und mit vielen neuen Reiseideen und Trendzielen ins neue Jahr starten."
Zentrale Anliegen der Österreicher:innen
Mit 90 Prozent Reisewilligen verzeichnet 2026 einen Anstieg von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt rechnen die Österreicher:innen heuer im Schnitt mit 21 Tagen Urlaub (+ 2 Tage im Vgl. zu 2025) – aufgeteilt auf zumeist zwei Urlaube (29 %), einen Urlaub (23 %) und drei Urlaube (22 %). 14 bzw. zwölf Prozent wollen sogar bis zu viermal und öfter verreisen. Der Haupturlaub soll wiederum durchschnittlich zwölf Tage dauern und somit einen Tag länger als noch im vergangenen Jahr.
Dabei sind durchschnittliche Ausgaben von etwa 2.209 Euro pro Person geplant, was laut Ruefa und dem Verkehrsbuero die deutliche Zahlungsbereitschaft sowie den hohen Stellenwert von Urlaub unterstreiche. Laut den vorliegenden Daten sind es vor allem Ältere, die über die meisten finanziellen Mittel verfügen. So reichen die Ausgaben von 1.938 Euro pro Kopf in der Generation Z (1994–2010) über 2.630 Euro bei den Babyboomern (1946–1964) bis 4.444 Euro in der Generation der Traditionalist:innen (1922–1945). Der Westen Österreichs zeigt sich dabei eher bereit, tiefer in die Tasche zu greifen als der Rest des Landes. An der Spitze rangieren die Tirol:innen (2.517 Euro p.P.), gefolgt von den Wiener:innen (2.428 Euro p.P.) und den Burgenländer:innen (2.349 Euro p.P.).
Die aktuelle wirtschaftliche Lage führe zudem dazu, dass das Urlaubsbudget mit Bedacht eingesetzt werde. Während 43 Prozent der Österreicher:innen und somit Plus zwei Prozent gegenüber 2025, sich von der aktuellen Teuerung in ihren Reiseplänen nur wenig beeinflussen lassen, planen 15 Prozent, die günstigere Nebensaison zu nutzen. 13 Prozent wollen außerdem auf Frühbucher-Angebote zurückgreifen und weitere zwölf Prozent planen, am Urlaubsort zu sparen.
Präferierte Reiseziele 2026
Der Sommer bleibt allerdings nach wie vor die beliebteste Reisezeit, auch wenn nur 29 Prozent der Befragten angegeben hatten, sich bei der Planung an die Schulferien knüpfen zu müssen. Besonders gefragt seien der Juli und August, flankiert von den Nebensaisonmonaten Mai, Juni und September. Gereist wird zu 43 Prozent als Paar und zu 26 Prozent als Familie mit Kindern. Aber auch Solo-Reisen (10 %) und Urlaube in der Gruppe mit Freund:innen oder Kolleg:innen (7 %) stehen bei den Österreicher:innen auf dem Plan. Um an den gewünschten Urlaubsort zu kommen, wählen 51 Prozent das eigene Auto, 46 Prozent Flugreisen, 14 Prozent Anreise mit der Bahn und weitere fünf Prozent reisen mit dem Bus bzw. drei Prozent mit dem Wohnmobil und zwei Prozent mit dem Mietauto.
Von den geplanten Urlauben sollen 80 Prozent ins europäische Ausland gehen, 66 Prozent sagen "Ja" zum Österreichurlaub und 23 Prozent zieht es in die Ferne. Als beliebte Reiseziele im Inland zählen die Steiermark (27 %), Kärnten (24 %) und Salzburg (21 %). Wer in Europa Urlaub macht, steuere vorrangig Italien (32 %) an, gefolgt von Kroatien (23 %) und Deutschland (19 %). Und bei den Fernreisen steht Thailand (15 %, +2 % im Vgl. zu 2025) an der Spitze. Erst danach rangieren die USA (11 %, -5 % im Vgl. zu 2025) und Japan (10 %, +3 % im Vgl. zu 2025). Ebenfalls beliebt sind aber auch die Malediven (7 %, +3 % im Vgl. zu 2025) und die Vereinigten Arabischen Emirate (7 %, +1 % im Vgl. zu 2025). Auffällig sei zudem eine markant gestiegene Reiselust auf China (5 %, +3 %).
Reisemotive und Wünsche
Angestrebte Urlaubserlebnisse sind u. a. Aktivitäten in der Natur wie etwa Zeit am Strand oder den Bergen zu verbringen (59 %), gefolgt von kulinarischen Genüssen (43 %) und körperlicher Beschäftigung wie Sport oder Wandern (38 %). Weitere Highlights für die befragten Urlauber:innen sind die Tiere und Pflanzenwelt (38 %), die Urlaubsunterkunft (35 %) und die menschlichen Begegnungen (34 %). Darüber hinaus werden aber auch die Geschichte und kulturelle Hintergründe des Reiseziels geschätzt (30 %), ebenso wie Wellnessmomente (28 %), das Gewinnen von persönlicher Inspiration und neuen Perspektiven (27 %) sowie authentische Einblicke in das lokale Leben (27 %).
Zudem bevorzugen 31 Prozent der Befragten die kühlere Vor- und Nachsaison, und 15 Prozent entscheiden sich für kühlere Reiseziele, während 25 Prozent gezielt in warme Länder reisen. 24 Prozent gaben an, dass die Temperaturen keine Rolle spielen und 19 Prozent setzen bewusst auf die warme Hauptsaison. Wichtig ist den Österreicher:innen laut Reisekompass dabei das Thema Nachhaltigkeit. Demnach ist der hiesigen Bevölkerung die ökologische und soziale Verantwortung wichtig – dieses Jahr sogar mit einer minimalen Steigerung bei den Zustimmungswerten und einer anwachsenden Zahlungsbereitschaft für nachhaltiges Reisen (56 %, +1 % im Vgl. zu 2025). Nachhaltigkeit wird dabei vor allem über Mobilität und die Wahl des Reiseziels definiert (32 %). Andere sehen darin hingegen eher einen bewussten und schonenden Umgang mit Ressourcen (21 %), allgemeines Umwelt- und Klimabewusstsein (16 %) sowie über Abfallvermeidung und Mülltrennung am Urlaubsort (7 %).
Inspiration und Empfehlungen für einen Urlaub erhalten 78 Prozent der Reisenden durch die Familie und Freund:innen, gefolgt von Reiseberater:innen im Reisebüro oder Reiseveranstalter:innen (59 %) und zwölf Prozent setzen auf moderne Technologie und befragten die Künstliche Intelligenz.
Die wichtigsten Ergebnisse des Ruefa Reisekompasses finden Sie zusammengefasst in der Infobox.
www.verkehrsbuero.com
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