Verbund verspricht unter 10 Cent/kWh
Günstiger "Österreich-Tarif" soll Strommarkt beleben

| Tobias Seifried 
| 12.01.2026

Mit dem neuen Angebot sollen Strompreise unter zehn Cent pro Kilowattstunde möglich werden. Kanzler und Wirtschaftsminister sehen darin einen weiteren Schritt zur Entlastung der Haushalte und zur Stärkung des Wettbewerbs.

Mit dem am Montag (12. Jänner) vom Verbund angekündigten Österreich-Tarif möchte der mehrheitlich staatliche Energieversorger einen Schritt zur Senkung der Strompreise setzen. Ab März 2026 soll der neue Tarif sowohl für Neu- als auch für Bestandskund:innen gelten und Strom zu einem Preis von unter zehn Cent pro Kilowattstunde ermöglichen. Die Bundesregierung, deren Beliebtheitswerte nach wie vor unter der hohen Inflation leiden, sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Entlastung privater Haushalte und zur Stärkung des Wettbewerbs am Strommarkt.

Lob von Kanzler und Wirtschaftsminister

Bundeskanzler Christian Stocker betonte die zentrale Bedeutung leistbarer Energiepreise für den Wirtschaftsstandort und den Alltag der Bevölkerung. "Wir sehen, dass günstige Energiepreise eine der entscheidenden Zukunftsfragen für unseren Standort, ein leistbares Leben und den Wohlstand in unserem Land sind", erklärte er. Diese Preise entschieden darüber, wie wettbewerbsfähig Betriebe seien und wie stark Entlastungen bei den Menschen ankämen. Der Österreich-Tarif des Verbund sei daher "ein weiterer großer Schritt", der niedrigere Preise ermögliche und zugleich den Wettbewerb stärke. Diesen Anspruch habe die Bundesregierung auch an andere Energieversorger mit öffentlicher Beteiligung.

Auch Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer verwies auf die Verantwortung staatlich geprägter Unternehmen. Ziel der Bundesregierung seien günstigere Strompreise und eine spürbare Entlastung der Österreicher:innen, sagte er. Mit dem neuen Tarif übernehme der Verbund als Staatsunternehmen Verantwortung und setze ein Signal für mehr Wettbewerb. Nach dem Rot-Weiß-Roten Energieentlastungspaket und der Reform des Strommarktes stelle der Österreich-Tarif den nächsten wesentlichen Schritt zur Senkung der Strompreise dar, so Hattmannsdorfer.

Ergänzungen zu anderen Maßnahmen

Angekündigt wurde der Tarif von Verbund-CEO Michael Strugl. Er soll bestehende Maßnahmen der Bundesregierung, darunter die Senkung der Elektrizitätsabgabe, die Dämpfung der Netzkosten sowie die Reform des Strommarktes mit Instrumenten wie einer Strompreis-Runter-Garantie und einem geplanten Sozialtarif ergänzen. Diese Schritte hätten gezeigt, dass die Entlastung der Haushalte und die Bekämpfung der Inflation im Fokus der Politik stünden.

Der neue Österreich-Tarif zielt jedoch nicht nur auf niedrigere Preise ab, sondern auch auf eine Belebung des Wettbewerbs. Angesichts der vergleichsweise geringen Wechselbereitschaft am österreichischen Strommarkt – rund die Hälfte der Kund:innen hat noch nie den Anbieter gewechselt, die Wechselrate liegt bei 4,5 Prozent – soll ein attraktives Angebot den Anbieterwechsel erleichtern. Mehr Wechsel, so die Argumentation, könnten den Wettbewerb intensivieren und langfristig zu sinkenden Preisen beitragen.

www.verbund.com

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