Über AI Factory Austria
Innovationsminister Hanke ermöglicht Austro-Start-up Zugang zu Supercomputern

| Larissa Bilovits 
| 12.01.2026

Mit Unterstützung der AI Factory Austria erhält das heimische Deep-Tech-Start-up "Another Earth" Zugang zu europäischen Hochleistungsrechnern. Damit wird der Weg frei für KI-Modelle, die Erdbeobachtungsdaten intelligenter und vielseitiger nutzbar machen. 

Künstliche Intelligenz (KI) braucht enorme Rechenleistung – und genau hier setzt die AI Factory Austria AI:AT an: Als nationale Plattform für angewandte KI und Hochleistungsrechnen ermöglicht sie österreichischen Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen den Zugang zu Europas leistungsfähigsten Supercomputern sowie zu umfassenden Beratungs-, Schulungs- und Innovationsangeboten. Zugleich ist AI:AT Teil der europäischen AI-Factories-Initiative unter dem EuroHPC Joint Undertaking und dem Horizon-Europe-Programm, die darauf abzielt, KI- und HPC-Kapazitäten ("High Performance Computing") europaweit zu vernetzen und souveräne Schlüsseltechnologien für strategische Zukunftsfelder aufzubauen – von Raumfahrt und Earth Observation bis hin zur Datenökonomie.

"Für KI-gestützte Weltraumanwendungen, Erdbeobachtung und nachhaltige Ressourcennutzung eröffnet der Zugang zu europäischen Supercomputern völlig neue Potenziale – von Klimaanalysen über Monitoring bis hin zu resilienter Infrastruktur. Die AI Factory Austria schafft dafür eine klare Schnittstelle und stärkt Österreichs Wettbewerbsfähigkeit. Sie ermöglicht anspruchsvolle Anwendungen und schafft Vertrauen in die Technologien von morgen", erklärt Innovations- und Weltraumminister Peter Hanke.

Start-up entwickelt KI-gestützte Erdbeobachtungsmodelle

Nun wird diese Initiative um ein weiteres heimisches Deep-Tech-Start-up erweitert: Mit "Another Earth" erhält ab sofort ein innovatives Unternehmen Zugang zu HPC-Systemen. Das Start-up entwickelt KI-gestützte, synthetische Erdbeobachtungsmodelle und trainiert diese nun auf EuroHPC-Systemen.

Konkret arbeitet Another Earth an multimodalen Diffusionsmodellen, mit denen sich synthetische Erdbeobachtungsdaten erzeugen lassen – von optischen Satellitenbildern über Landnutzungsinformationen bis hin zu Höhenmodellen und weiteren Geodaten. Diese künstlich generierten Datensätze ergänzen bestehende Earth-Observation-Quellen und eröffnen neue Anwendungsmöglichkeiten, etwa in der Klimaforschung, der Energieversorgung, im Krisen- und Katastrophenmanagement, in der Stadtplanung oder in der Präzisionslandwirtschaft.

Die zugrunde liegenden Trainingsprozesse sind entsprechend aufwendig: Die Modelle basieren auf rund 1,4 Millionen Bildausschnitten und erfordern – je nach Konfiguration – mehrere Tausend GPU-Stunden Rechenzeit. Über die EuroHPC-Systeme stehen dafür modernste GPU-Ressourcen wie A100- und H100-Beschleuniger zur Verfügung. "Unsere Modelle sind extrem rechenintensiv", erklärt Felix Geremus, Gründer von Another Earth. "Durch die AI Factory Austria konnten wir früh auf EuroHPC-Infrastruktur zugreifen und unsere Experimente auf leistungsfähiger GPU-Hardware durchführen. Dieser Zugang hat unseren Entwicklungsprozess deutlich beschleunigt und erweitert unser Innovationsspektrum erheblich."

Innovationsdynamik durch gezielte Unterstützung

Laut Karl Kugler, Co-Lead der AI Factory Austria AI:AT, zeige Another Earth, wie gut das Unterstützungsmodell von AI:AT in der Praxis funktioniere: "Als One-Stop-Shop verbinden wir Beratung, technische Expertise, Zugang zu Rechenkapazitäten und Hilfestellung bei der sicheren Anwendung von KI. Der strukturierte Prozess sorgt dafür, dass Unternehmen schneller experimentieren, entwickeln und validieren können – bis hin zu skalierbaren Geschäftsmodellen."

"Wir sehen: Der Zugang funktioniert. Die Abläufe sind etabliert, die Unterstützung wirksam, und die Infrastruktur nutzbar. Another Earth ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir österreichische KI-Innovationen auf europäische Supercomputer bringen und reale Mehrwerte ermöglichen", betont auch Markus Stöhr, Co-Lead der AI Factory Austria AI:AT und Projektmanager bei Advanced Computing Austria (ACA).

"Gezielte Unterstützung schafft Innovationsdynamik", ergänzt Thomas Mayerhofer, Head of Innovation Center der AI Factory Austria AI:AT. "Wir sind bereits im Austausch mit weiteren Unternehmen, die ähnliche Bedarfe haben – und begleiten sie dabei, ihre Vorhaben effizient innerhalb der AI Factory Austria und des europäischen AI-Factories-Netzwerks umzusetzen."

www.ai-at.eu

www.anotherearth.ai

www.bmimi.gv.at

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