Der "Plan Zukunft"
Reformplan setzt Impulse für Berufsorientierung und Lehrlingsausbildung

Der "Plan Zukunft" des Bildungsministeriums greift zentrale Anliegen der Initiative zukunft.lehre.österreich. auf. Neben der Stärkung grundlegender Kompetenzen rückt auch die frühe Vorbereitung auf die Berufswahl in den Fokus.

In Österreich befinden sich derzeit rund 100.000 junge Menschen in einer Lehrausbildung, getragen von mehr als 27.000 Betrieben. Mit dem vom Bildungsministerium vorgestellten "Plan Zukunft" sollen wesentliche Maßnahmen aufgegriffen werden, die von der Initiative zukunft.lehre.österreich. seit Jahren gefordert werden. Im Zentrum stehen die Sicherung grundlegender Kompetenzen sowie eine verbindliche und früh einsetzende Berufsorientierung.

Lehre als tragende Säule des Standorts

Die Bedeutung der dualen Ausbildung bleibt dabei hoch: Rund zwei Drittel der Fachkräfte haben einen Lehrabschluss. Damit ist die Lehre laut den Expert:innen ein wesentlicher Bestandteil des Bildungs- und Wirtschaftssystems. "Die Lehre ist ein beruflicher Weg, der gleichwertig und gleich stark neben anderen Karrierewegen steht. Eine Lehre eröffnet jungen Menschen Chancen, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten, danach ist alles möglich. Entscheidend ist, dass Jugendliche diese Möglichkeiten überhaupt kennenlernen", sagt Monika Sandberger, Geschäftsführerin von zukunft.lehre.österreich. und ergänzt: "Dass der 'Plan Zukunft' zentrale Forderungen von z.l.ö. aufgreift, ist ein wichtiges Signal für unsere Arbeit."

Grundkompetenzen als Voraussetzung für Ausbildung

Ein zentraler Punkt des Reformplans betrifft die Basisqualifikationen junger Menschen. Aktuell verfügen rund 20 Prozent der Pflichtschulabsolvent:innen nur über eingeschränkte Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Sicherung dieser Kompetenzen bis zum 14. Lebensjahr wird daher als wesentliche Grundlage für den weiteren Bildungsweg gesehen.

Die Auswirkungen zeigen sich bereits in der Praxis: Rund 60 Prozent der Lehrlinge benötigen zusätzliche Unterstützung, was für Ausbildungsbetriebe mit höherem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Frühzeitige Orientierung als Schlüssel zur Berufswahl

Neben den Grundkompetenzen soll auch die Berufsorientierung als zentraler Faktor hervorgehoben werden. Fehlende Informationen über berufliche Möglichkeiten führen häufig zu Entscheidungen ohne ausreichende Grundlage, sind sich die Expert:innen von zukunft.lehre.österreich. sicher. 

"Ein stärkerer Fokus auf Berufsorientierung hilft jungen Menschen, ihren Traumjob zu entdecken. Wir müssen junge Menschen frühzeitig erreichen und ihnen zeigen, welche Wege ihnen offenstehen. Gute Berufsorientierung macht Chancen sichtbar, schafft Selbstvertrauen und hilft Jugendlichen, Entscheidungen zu treffen, die zu ihren Stärken und Interessen passen. Es muss klar sein, was mit einer Lehre alles möglich ist", so Sandberger.

Unterstützung für Ausbildungsbetriebe entscheidend

Neben den Jugendlichen spielen die Betriebe eine zentrale Rolle in der Ausbildung. Viele Unternehmen stehen jedoch zunehmend unter Druck, da die Kosten für die Lehrlingsausbildung steigen. Die Basisförderung werde daher als wesentlicher Faktor für die Sicherstellung von Ausbildungsplätzen gesehen.

Laut aktuellen Studien würden 15 Prozent der Unternehmen ohne diese Unterstützung keine Lehrlinge mehr ausbilden, weitere 37 Prozent würden ihr Engagement deutlich reduzieren oder infrage stellen. "Mehr als jeder zweite Betrieb wäre von einer Streichung der Basisförderung direkt betroffen. Das würde im schlimmsten Fall weniger Ausbildungsplätze, einen weiter verschärften Fachkräftemangel und eine massive Schwächung des österreichischen Wirtschaftsstandorts bedeuten", betont Monika Sandberger und fügt abschließend hinzu: "Wer die Lehre stärken will, muss auch jene Betriebe stärken, die Lehrlinge ausbilden. Die Basisförderung muss daher langfristig gesichert bleiben."

www.zukunft-lehre.at

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