Energiemarkt unter Druck
Was Stromkunden angesichts schrumpfender Günstig-Tarife jetzt tun sollten

| Tobias Seifried 
| 06.04.2026

Während die Großhandelspreise deutlich ansteigen, reagieren die Tarife für Konsument:innen zeitverzögert. Angesichts geringerer Neukundenboni und drohenden Preisanstiegs lohnt sich die Absicherung durch Fixpreisangebote.

Die durch den Nahost-Konflikt hervorgerufenen jüngsten Entwicklungen an den Energiebörsen erreichen zunehmend den Endkundenmarkt. Seit dem 1. März verzeichneten die günstigsten Neukundentarife laut einer Analyse von durchblicker.at einen durchschnittlichen Anstieg von 13,9 Prozent. Damit sei die Teuerung für die Haushalte bislang hinter der Entwicklung im Großhandel zurückgeblieben, wo die Preise im selben Zeitraum demnach um 21,2 Prozent kletterten.

Diese Diskrepanz deute darauf hin, dass die aktuellen Tarife das Marktgeschehen bisher nicht vollständig widerspiegeln, weshalb weitere Anpassungen nach oben als wahrscheinlich gelten, teilte das Preisvergleichsportal mit.

Einsparpotenzial für zwei Gruppen

Zwar sind derzeit noch Fixpreisangebote mit einer Preisgarantie bis zum 1. Jänner 2028 verfügbar, die Dauer dieser Verfügbarkeit bleibe jedoch ungewiss. Laut Stefan Spiegelhofer, Energieexperte bei durchblicker, biete der aktuelle Zeitpunkt insbesondere für zwei Gruppen signifikantes Einsparpotenzial: Jene Kund:innen, die ihren Tarif über einen längeren Zeitraum nicht gewechselt haben, sowie Haushalte in variablen Tarifen, welche die Volatilität des Großhandels unmittelbar verspüren würden. "Es gibt derzeit noch Angebote mit Preisgarantie bis Anfang 2028", betont Spiegelhofer.

Strompreisentwicklung Anfang 2026© durchblicker

Entlastung durch Sozialtarif

Eine punktuelle Entspannung trat am 1. April für rund 290.000 anspruchsberechtigte Haushalte in Kraft. Durch den neuen gesetzlichen Sozialtarif wird der Netto-Preis pro Kilowattstunde auf sechs Cent (ohne Steuern & Netzentgelte) gedeckelt. Während diese Maßnahme die Situation für vulnerable Gruppen stabilisiert, bleibt für die breite Masse der Konsument:innen die Frage zentral, in welchem Ausmaß die Endkundentarife dem Aufwärtstrend des Großhandels folgen werden.

Strategische Absicherung empfohlen

Angesichts des sich verknappenden Angebots an günstigen Konditionen rät die Expertenseite zu einer proaktiven Überprüfung bestehender Verträge. Stefan Spiegelhofer führt dazu aus: "Eine Preisgarantie schützt vor späteren Anpassungen. Wer jetzt wechselt, kann sich gegen mögliche weitere Erhöhungen absichern." Ein rechtzeitiger Vergleich der Anbieter sei essenziell, um sich vorteilhafte Konditionen zu sichern, bevor das Marktangebot weiter schrumpft.

www.durchblicker.at

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