Editorial des Herausgebers
Wer Chaos wählt, zahlt den Preis

| Wolfgang Zechner 
| 31.03.2026

Bereits im Editorial des vergangenen Newsletters habe ich über das Damoklesschwert Inflation geschrieben, das über uns allen hängt. Viele hatten auf ein kleines Osterwunder gehofft. Es ist ausgeblieben. Stattdessen ist das Schwert gefallen.

Die aktuelle Schnellschätzung zeigt deutlich, wie schnell sich die Lage drehen kann. Nach 2,2 im Februar liegt die Inflation im März laut Schnellschätzung bei 3,1. Der Grund ist einmal mehr geopolitischer Natur. Der Krieg im Iran treibt die Ölpreise nach oben und mit ihnen die Energiepreise. Die Folgen sind entlang der gesamten Wirtschaftskette spürbar. Auch im Handel.

Was dabei oft unterschätzt wird, ist die politische Dimension dieser Entwicklung. Denn Konflikte entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind das Ergebnis von Entscheidungen, von Machtpolitik und von Akteuren, die bewusst auf Eskalation setzen.

Umso irritierender ist der Blick auf die innenpolitische Landschaft. Auch in Österreich gibt es eine Partei, die den US-Präsidenten offen bewundert und gleichzeitig erstaunlich viel Verständnis für die imperialistische Kriegspolitik aus Moskau zeigt. Eine Mischung, die mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Noch bemerkenswerter ist, dass diese Partei in den Umfragen konstant weit vorne liegt.

Offenbar wächst bei vielen Wähler:innen die Sehnsucht nach einfachen Antworten, die bei näherer Betrachtung oft schlicht falsch sind, und nach vermeintlich starken Führungsfiguren. Doch ein Blick auf die Realität zeigt klar, wohin diese Politik führt: zu wirtschaftlichem Chaos, steigenden Preisen und zunehmender Instabilität. Die Beispiele aus Washington und Moskau sollten Warnung genug sein. Wer eine solche Partei auch in Österreich wählt, entscheidet sich neben vielen anderen destruktiven Folgen auch für höhere Preise. Oder anders formuliert: Wer glaubt, dass ein selbst ernannter Volkskanzler die Inflation einfangen wird können, glaubt wahrscheinlich auch an den Osterhasen. 

Die Wirtschaft braucht Verlässlichkeit, Planbarkeit und kühle Köpfe. Was sie nicht braucht, sind alte, erratische, aggressive Männer, die geopolitische Konflikte weiter anheizen und wirtschaftliche Risiken bewusst in Kauf nehmen.

Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich, wie eng Geopolitik und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Für den Handel und die Industrie bedeutet das vor allem eines: Die nächste Phase der Unsicherheit hat längst begonnen.

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