Fotos & Video vom "Schiefer Talk"
"Mit weniger Bürokratie wird Österreich zum Schlaraffenland"

Im neuen "Schiefer Talk" diskutierten Minister Peter Hanke, Karl-Heinz Strauss (CEO, Porr AG), Gerhard Christiner (Vorstandssprecher & Technischer Vorstand, APG), Annette Mann (CEO, Austrian Airlines) und Martin Schiefer (CEO, Schiefer Rechtsanwälte) darüber, welche Weichen Österreich jetzt stellen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Mittelpunkt stehen dabei Infrastruktur, Energiewende, KI, internationale Vernetzung und Bürokratieabbau.

Im Rahmen des ersten "Schiefer Talks" drehte sich alles um das Thema "Österreichische Zukunftsvisionen – Quo vadis?". Dazu sprach Paul Leitenmüller (CEO, Opinion Leaders Network) mit seinen Gästen Peter Hanke (Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur), Karl-Heinz Strauss (CEO, Porr AG), Gerhard Christiner (Vorstandssprecher & Technischer Vorstand, APG), Annette Mann (CEO, Austrian Airlines) und Martin Schiefer (CEO, Schiefer Rechtsanwälte). Letzterer fungierte gleichzeitig als Gastgeber in seiner Kanzlei am Wiener Rooseveltplatz.

Standortvorteil mit Reformbedarf

Wie Österreich seine Zukunft gestalten kann, hänge grundlegend davon ab, ob bestehende Stärken konsequent weiterentwickelt werden, wie die Gesprächspartner unisono betonen. Peter Hanke verweist dabei auf die gewachsene Qualität der heimischen Infrastruktur, die Österreich im europäischen Vergleich gut positioniere. Gleichzeitig habe sich das Umfeld verändert: "Wir müssen beweisen, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt haben – wir müssen unabhängiger werden." Allein die Republik investiere jährlich rund fünf Milliarden Euro in Infrastruktur. Besonders die Schiene sieht der Bundesminister dabei als strategischen Erfolgsfaktor für Wirtschaft und Klimaschutz.

Auch Karl-Heinz Strauss stellt Österreich bei Straße und Schiene grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. "Österreich gehört absolut zu den Spitzenreitern", meint der Porr-CEO. Das gelte sowohl für den Neubau als auch für Sanierung und Instandhaltung. Verbesserungsbedarf ortet er allerdings bei der Umsetzungsgeschwindigkeit: "Man kann viele Dinge nicht so umsetzen, wie man es gerne hätte, weil die Genehmigungsverfahren in Österreich einfach zu lange dauern."

Energie als Schlüsselfrage

Eng mit der Standortfrage verbunden ist die künftige Energieversorgung. Gerhard Christiner betont, dass Österreich im internationalen Vergleich hervorragend aufgestellt sei. "Wir haben eine sehr hohe Versorgungssicherheit in Österreich", so der APG-Vorstandssprecher. "In Summe sind wir sehr, sehr sicher, wiewohl wir natürlich auch unsere Hausaufgaben zu machen haben." Für die Energiewende brauche es demnach mehr als neue Windräder und Photovoltaikanlagen – "die gesamte Transformation ist ein Totalumbau des Energiesystems". Vielmehr brauche es Netzinfrastruktur, Speichertechnologien und eine hochgradige Digitalisierung. Christiners Appell richtet sich entsprechend an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: "Das Energiesystem ist ein Gesamtsystem, wo jedes Zahnrad ineinandergreifen muss. Und wenn ein Zahnrad nicht funktioniert, dann stockt das ganze System."

An diesem Punkt knüpft Strauss an. Aus seiner Sicht brauche Österreich einen langfristigen Plan für die Energieversorgung. "Wir sollten uns zehn Jahre vornehmen. Wie decken wir unseren Energiebedarf? Mit Fakten, ohne Ideologie", sagt er und betont, dass die Bauwirtschaft hier ihren Beitrag leisten könne und müsse: "Jede Form der Transformation geht schließlich nicht ohne Bauwirtschaft."

Internationale Vernetzung und digitale Souveränität

Dass Infrastruktur weit mehr umfasst als Straßen, Schienen und Stromleitungen, macht Annette Mann deutlich. Für die AUA-Chefin ist die internationale Anbindung ein entscheidender Standortfaktor. "Konnektivität bedeutet, dass der Standort hier für die Menschen, die hier leben, und für die Unternehmen gut mit der Welt verbunden ist", erklärte sie. Österreich sei dabei grundsätzlich gut aufgestellt. "Von der Qualität her – sei es vom Flughafen oder der Flugsicherung – sind wir sehr, sehr gut aufgestellt." Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt Mann auf technologische Innovationen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz könnten ihr zufolge helfen, Prozesse effizienter zu gestalten. Gerade bei Flugzeugeinsatz und Personalplanung gebe es aber noch viel ungenutztes Potenzial.

Auch Martin Schiefer sieht in KI eines der zentralen Zukunftsthemen Europas: "Das wird unsere Branche disruptieren. Alle, die nicht manuell arbeiten, müssen sich mit dem Thema intensiv beschäftigen." Gleichzeitig warnte der Rechtsanwalt davor, technologische Entwicklungen ausschließlich außereuropäischen Konzernen zu überlassen. "Europa kann beim Thema KI ganz an die Spitze kommen, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt", so Schiefer. Voraussetzung sei jedoch, dass digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gedacht werden.

Gemeinsamer Plan für die Zukunft

Zum Abschluss des Gesprächs verdichteten sich die unterschiedlichen Perspektiven zu einem gemeinsamen Befund: Österreich verfügt über starke Voraussetzungen, muss diese aber konsequenter und koordinierter nutzen. Strauss forderte dafür erneut einen langfristigen Zukunftsplan und zeigte sich optimistisch: "Wenn es uns gelingt, Bürokratie abzubauen, werden wir ein Schlaraffenland."

Wie groß die vorhandenen Potenziale sind, machte Christiner am Beispiel Energie deutlich. "Wir haben Wasserkraft, um die uns viele beneiden. Wir haben die Windkraft im Osten. Und wir haben Photovoltaik über das ganze Land verteilt." Nun brauche es Beschleunigung und den Blick auf das große Ganze, damit der Umbau des Energiesystems vorankommt.

Damit Zukunftsinvestitionen auch am Standort ankommen, rückte Schiefer hierbei die öffentliche Beschaffung in den Fokus. Ziel müsse sein, Steuergeld so einzusetzen, "dass der größte maximale Output herauskommt". Unter dem Motto "Made in Europe, made in Austria" sprach er sich dafür aus, regionale Wertschöpfung stärker zu fördern.

Mann plädierte ergänzend dafür, den Blick nicht nur nach innen zu richten. "Wir sind nicht allein auf der Welt", sagte sie. Entscheidend sei die Frage, "was da draußen in der Welt passiert und was es braucht, um langfristig erfolgreich zu sein".

Den verbindenden Schlusspunkt setzte Hanke mit dem Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – "diese drei Bausteine dürfen nicht auseinanderrücken", appellierte der Minister. Gleichzeitig brauche es Mut zur Veränderung: "Es muss klar sein, dass wir von Innovation leben müssen." Österreich habe die Chance, seine Stärken in Infrastruktur, Energie und Technologie auszubauen. "Ich bin überzeugt davon, dass dieses Österreich und die Österreicher:innen diese Chancen auch zu nutzen wissen."

Was Peter Hanke, Karl-Heinz Strauss, Gerhard Christiner, Annette Mann und Martin Schiefer zum Thema "Österreichische Zukunftsvisionen – Quo vadis?" sonst noch sagen, sehen Sie im LEADERSNET.tv-Video.

Fotos von der Schiefer-Talk-Premiere sehen Sie in unserer Galerie.

www.schiefer.at

www.bmimi.gv.at

www.porr.at

www.apg.at

www.austrian.com

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